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Kolumne: Fashion Friday Alles K(l)aro?!

Fendi, Frühjahr/Sommer 2018
Fendi, Frühjahr/Sommer 2018
© Getty Images
High-End statt Highland … Mit diesen coolen Styles werden karierte Looks fit für den Sommer
Hin und wieder ertappe ich mich selbst dabei, dass ich ganz schön kleinkariert sein kann (Auch ganz wörtlich! Aber dazu gleich mehr…). Denn anstatt offen zu bleiben und nicht in Klischees zu denken, fällt mir gerade in Hinblick auf einige Mode-Styles genau das sehr schwer. Sobald ich karierte Stoffe sehe, fühle ich selbst mich unweigerlich in die Weihnachtszeit gebeamt – und das schneller als man auf der Enterprise den berüchtigten Scotty genau darum bitten könnte.

Klassisch in gedeckten Tönen

Dann knistert plötzlich gedanklich schon ein Feuer im Kamin und alles fühlt sich so flauschig an, wie gemütliches Flanell nach einem langen Winterspaziergang durch denn Schnee. Warum das so ist? Es mag an den Farben liegen. Denn traditionellerweise kommt das Schottenkaro nicht nur in warmen Wollstoffen daher, sondern eben auch in den gedeckten Tönen der Highland-Clans, in dunklerem Grün, in Bordeaux, in Dunkelblau. Die frühsommerliche Fröhlichkeit packt mich da persönlich jetzt nicht unbedingt. Eher werden Erinnerungen wach an einen Filmhit aus Kindertagen, an die Christmas-Dekoration der McCallisters – hier klingen nicht umsonst die schottischen Wurzeln durch – in "Kevin allein zu Haus".

Karo im Sommer

Zum Glück hat die derzeitige Mode eine Lösung parat und macht es jetzt ganz einfach, Schottenkaros auch im Hochsommer zu tragen, ohne dass man sich dabei sofort in einen Weihnachts-Filmhit zurückversetzt fühlt. Und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise: Das It-Label Public School zum Beispiel nahm sich für’s Frühjahr das klassische Holzfällerhemd vor. Für kühle kanadische Wälder taugt das nach dem Make-over allerdings nicht mehr. Stattdessen wird das Karohemd hier zum lässigen Sommerkleid umgewandelt. Vorne mega kurz, hinten mit langer Schleppe. Mit Sandalen ein lässiger Look, mit Stilettos sogar sexy, trotz weiterer Silhouette.
Public School, Frühjahr/Sommer 2018
Public School, Frühjahr/Sommer 2018
© Getty Images

Neue Stoffe

Auch Karl Lagerfeld hat sich bei Fendi des Klassikers angenommen. In der Farbigkeit bleibt er den Highlands zwar treu, allerdings verpasst er dem Look eine modische Leichtigkeit und druckt das Traditionsmuster statt auf schwere Wolle auf leichte Techno-Stoffe und Netzgewebe. Und macht daraus coole  unkomplizierte Sommerkleider mit kuren Ärmeln, die tags wie nachts funktionieren, natürlich immer abgerundet mit entsprechenden Accessoires.

Lässig in Neonfarben

Eine besonders lässige Lösung hat auch Prabal Gurung gefunden und drapiert aus karierten Stoffen in Neonfarben sexy fließende Kleider, die Sie garantiert zum Hit auf der nächsten Strand-Party machen werden – schlicht gestylt mit Sonnenbrille und dezentem Schmuck. Von Schneetreiben und Santa-Songs ist so dann endgültig nichts mehr zu spüren.

So stylt man den Look

Prabal Gurung, Frühjahr/Sommer 2018
Prabal Gurung, Frühjahr/Sommer 2018
© Getty Images
Die Blogger und Streetstyle-Ikonen haben diesen Trend natürlich auch längst erkannt und stylen grungige Karo-Looks zu chunky Sneakers. Auch das ist nämlich erlaubt. Schließlich ist seit dieser Saison offiziell das Nineties-Revival ausgerufen und da darf natürlich auch der Grunge nicht fehlen. Also: Gerne bald mal alle kleinkarierten Fashion-Vorurteile beiseite packen und stattdessen zu Großkariertem greifen. In diesem Sommer man damit nämlich garantiert richtig.
Gala

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