Fashion-Duell: Echte Style-Queens

Charlotte Casiraghi vs. Elisabeth von Thurn und Taxis - zwei Modewelten. Was die blaublütigen Fashionistas dennoch eint, ist ihr Gespür für exquisite Looks

Als Fürst Albert II. von Monaco

im vergangenen Jahr Charlene Wittstock heiratete, sollte der Star des Tages eigentlich das Jawort sein. Oder das Kleid der Braut. Oder die Blumen. Es kam anders.

Anna Ermakova

Bei diesem Kleid hätte sie besser zweimal hinschauen sollen

Anna Ermakova
Anna Ermakova präsentiert sich auf dem roten Teppich wie ein Profi. Auch einen Fashion-Fauxpas lächelt sie selbstbewusst weg.
©Gala

Es kam sie: Charlotte Casiraghi. Die Nichte des Bräutigams und Tochter von Prinzessin Caroline nahm der Welt mit ihrem bloßen Anblick den Atem. Mon Dieu! So schön, so anmutig, mit ihren vollen Lippen, den saphirblauen Augen und dem kastanienbraunen Haar schien sie an diesem Tag mehr als zu leuchten, sie glühte. Ihre Kleider, am Nachmittag trug sie ein Kostüm von Chanel in zartem Rosé, am Abend eine bodenlange Robe von Giambattista Valli, machten den Auftritt der 25-Jährigen zum Glamour-Ereignis.

Casiraghi, die neue "Royal Hotness", titelte die Presse begeistert und entthronte Pippa, Poppy & Co. sollte nicht Charlottes einziger Fashion-Coup bleiben. Es war nur der Anfang. Bald darauf zierte siedas Cover der französischen "Vogue", im Heft posierte sie für den Foto-Großmeister Mario Testino, und es waren ihre Blicke auf den Bildern, die wie eine Botschaft wirkten: Seht her, ich bin erwachsen, ich weiß was ich will. Nichts in der Mode ist kraftvoller als eine solche Sprache, man versteht sie in jedem Kleid, in jedem Schuh. Charlotte Casiraghi wuchs auf im monegassischen Artenschutz, ferngehalten vom Blitzlicht, keine Interviews, wenige öffentliche Auftritte.

Doch wenn sie beim Rosenball oder bei Reitturnieren erschien, konnte man es seit Jahren schon sehen, ihr fantastisches Gefühl für Stil, ihren Stil: Französische Eleganz, gepaart mit Jetset-Chic. Sie trägt teure Designermode, sitzt bei Haute-Couture-Schauen von Chanel in der Frontrow - und auch wenn das eine oder andere Kleid für eine so junge Frau wie sie zu damenhaft wirken mag, schafft sie es immer, modern auszusehen.

Ihr Trick: coole Accessoires, Smokey Eyes, Edgy Heels. Und welche Nagellackfarbe? Ganz falsche Frage, Charlotte Casiraghi trägt Geist mit sich herum. Zwei abgegriffene Büchlein hat sie meistens dabei, "Laelius über die Freundschaft" von Cicero und "Von der Kürze des Lebens" von Seneca. "Ich habe immer viel gelesen", sagte sie in einem Interview mit der "„Vogue", "manchmal fünf Bücher gleichzeitig." Es ist ein alter Satz von Seneca, den fast jeder kennt und der das Leben von Charlotte beschreibt: "Carpe diem", nutze den Tag. Seit ein paar Monaten erleben wir die Enkelin von Grace Kelly auch als Gesicht einer Gucci-Kampagne. "'Forever Now' ist eine Hommage an den Gucci-Spirit, die 90 Jahre lange Geschichte des Hauses und unsere gemeinsame Leidenschaft für die Kunst des Reitens. Ich repräsentiere weder ein Produkt noch eine Kollektion", sagte sie der "Elle". Seit ein paar Jahren entwirft Gucci Reitbekleidung exklusiv für Charlotte.

Außerdem finanziert das Haus ihre Aktivitäten im Springreiten. Vor den Toren von Paris besitzt sie einen Stall mit sieben Pferden, trainiert beinahe täglich mehrere Stunden für ihren Traum - bei den nächsten Olympischen Spielen für Monaco anzutreten. "Charlotte ist ein großartiges Mädchen", sagt Peter Lindbergh, der die Kampagne fotografierte, "die Leute sagen, sie ist keine Prinzessin. Aber so wie ich die Sache sehe, hat Gucci jetzt eine Prinzessin."

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Klar, jedes Mädchen hat früher oder später

Fashion-Looks

Der Style von Charlotte Casiraghi

Auf den Red-Carpets dieser Welt, setzt Charlotte Casiraghi eher auf den klassischen Look. Für die Saint Laurent Fashion-Show in Paris wählt sie jedoch zum blauen Longblazer und zur karierten Culotte ein Accessoire, welches sie in Windeseile zum Trendsetter verwandelt. 
Denn sogenannte Piraten-Kopftücher kennen wir eigentlich aus den 90er Jahren. Doch dank Gigi und Bella Hadid sowie Charlotte Casiraghi feiert das Hingucker-Accessoire gerade wieder sein Comeback. Für Charlotte ist es jedenfalls ein ungewohnter Look, den die hübsche 33-Jährige jedoch mit Bravour präsentiert. 
Fast keine beherrscht den ungezwungen French-Style so gut wie Charlotte Casiraghi. Für die Filmpremiere von "Le Meilleur reste a venir in Paris" entschied sich die schön Monegassin für eine Lederhose im schmalen Haremsschnitt, die an den Beinen in einer Raffung endet und die sie mit zu einem lässigen Dark-Denim-Hemd kombiniert. Dazu einen passenden Wollmantel im Partnerlook mit ihrem frisch angetrauten Ehemann Dimitri Rassam übergeworfen und fertig ist der perfekte Date-Look. 
Ihr erneutes Fehlen am Nationalfeiertag der Monegassen hatte Fragen aufgeworfen. Schon im Jahr 2018 hatte sie bei den Feierlichkeiten der königlichen Familie gefehlt, weil ihr Sohn gerade erst zur Welt gekommen war. Dieses Jahr ist über einen Grund für ihre Abwesenheit nichts bekannt. Nur wenige Tage nach dem Feiertag ist Charlotte Casiraghi jetzt zurück in der Öffentlichkeit und absolviert einen Termin in Paris. 

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mal Prinzessin gespielt und ist in Mamas Pumps mit hübschem Kleidchen und Glitzerkrone durch die Welt gestöckelt. Doch bei Elisabeth "Lizzy" von Thurn und Taxis war das kein Spiel. Sie ist eine waschechte Prinzessin, wuchs auf Schloss St. Emmeram in Regensburg auf, und da gab es jede Menge Ankleidezimmer ihrer Mutter Gloria, "voll mit ausgeflippten Sachen von Montana und Mugler, die man heute nicht mehr sieht", erzählt die 30-Jährige.

Jeden Tag Fasching sozusagen. Nur, dass die Schuhe von Chanel waren, die Kleider Haute-Couture- Modelle und die Krone aus echtem Gold. Doch die legte sie als Teenager ab, schnappte sich stattdessen einen Laptop, ein paar Handtaschen, viel zu viele Schuhe und verließ das elterliche Schloss, um die Schule auf einem britischen Internat abzuschließen.

Danach studierte sie in Madrid und Paris, arbeitete in London und hat seit einem Jahr den Job, um den sie Millionen Mädels beneiden: Style Editor at Large bei der amerikanischen "Vogue". In ihrer Kolumne berichtet die gläubige Katholikin zum Beispiel von der Fashion Week in New York oder der Art Basel. Der Name ihrer Kolumne "TNT" ist die Abkürzung für Thurn und Taxis und Anlehnung an den Spitznamen ihrer Mutter, die man wegen ihres Temperaments oft mit dem Sprengstoff verglich. Fürstin Gloria sorgte in den Achtzigerjahren mit extravaganten Outfits und Frisuren für Furore. Und wenn die "Punkerin des Hochadels", wie sie liebevoll genannt wurde, die eigene Mutter ist, dann hinterlässt das Spuren.

Gefragt, was Elisabeth an ihrer Mutter am meisten bewundert, antwortet sie: "Ihre Bodenständigkeit, gepaart mit einer total authentischen Exzentrik und Ausgeflipptheit." Genau diese Eigenschaften beschreiben auch den Kleidungsstil der royalen Journalistin: "Mein Kleiderschrank ist meine Palette, aus der ich je nach Laune etwas zusammenmische. Lederjacken und Stiefel, mädchenhafte Kleider, elegante Blazer, sexy Röcke und Schuhe mit Wahnsinnsabsätzen." Ihre Lieblingsstücke? Ein schwarzer Claude-Montana-Rock von ihrer Mutter und eine graue Strickjacke von ihrem verstorbenen Vater: "Ich gedenke meines Vaters gern, indem ich ein Hoch auf seine Eleganz und Gewandtheit ausspreche. Er gehört für mich bis heute zu den bestgekleideten Männern, die mir begegnet sind."

Außer den Erbstücken sammelt die Wahl-New-Yorkerin Sonnenbrillen und sie hat eine Schwäche für Lederjacken und Stiefel: "Egal ob Biker-, Ankle- oder Overknee-Boots, ich bin dabei." Looks kreieren und Outfits zusammenstellen ist eben ihr Hobby. Wie praktisch, dass sie sich als Kolumnistin der "Vogue" die schönsten Kleider jeder Saison ausleihen kann. "Ich liebe Balenciaga, Miu Miu, Thakoon und immer wieder Prada", sagt sie, "aber es muss auf keinen Fall immer ein großer Name sein." Urban Outfitters, Zara und Gap sind Labels, die man auch in Lizzys Kleiderschrank findet.

Das hat sie einfach drauf, dieses lässige Mixen von High End und High Street. Und das macht sie sympathisch. "Im Grunde bin ich wie alle anderen jungen Frauen, die versuchen, sich in der Welt zurechtzufinden", sagt sie. Modisch hat sie das schon geschafft. Für den Rest drücken wir die Daumen, Prinzessin!

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