Essena O'Neil: Abrechnung mit der digitalen Scheinwelt

"Social Media ist NICHT das echte Leben", verkündet die australische Bloggerin Essena O'Neil auf ihrem Instagram-Profil. Die junge Frau hat der glamourösen Scheinwelt von Instagram und Co. den Rückem gekehrt und rechnet jetzt mit ihr ab

Essena O'Neil

Für viele ist es der ganz große Traum: ein scheinbar glamouröses und leichtes Leben zu führen, wie ein Blogger, YouTube-Star oder Instagram-Künstler. Als "Digital Influencer" bezeichnet man Menschen, die es durch ihre Reichweite und Präsenz auf Social Media Kanälen geschafft haben, ihre eigene Person zur Marke aufzubauen. Modelabels und Marken wählen diese Personen bewusst aus, um ihr Produkt zu platzieren. Hinten den schön inszenierten Fotos steckt allerdings meist eine weniger glamouröse Realität.

Schluss mit Instagram + Co.

Bereits im November vergangenen Jahres machte Essena O'Neil Schluss mit dieser Scheinwelt, entschied sich gegen eine Karriere als schönes Teenager-Idol. Mit 16 startete sie ihre Karriere im Netz, heute ist sie 18 Jahre alt. Es ist nicht mehr viel übrig von den Schnappschüssen im Bikini oder den insprierenden Postings mit Baby-Tigern. "Social Media ist NICHT das echte Leben", verkündet die junge Frau klar und deutlich in der Beschreibung ihres Instagram-Profils .

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Selbstinszenierung

Nachdem sie fast alle Fotos gelöscht hat, poste sie einige davon erneut aber erklärte diesmal im Text der Bilder, was wirklich hinter dem Ergebnis steckt. "Für dieses Foto habe ich eine Woche lang kaum gegessen. Den Bikini habe ich nur für diesen Moment gekauft. Es hat Stunden gedauert, bis die Pose perfekt war", schreibt sie beispielsweise unter einem Bikini-Schnappschuss. "Ich habe über 100 ähnliche Posen ausprobiert, um meinen Bauch möglichst gut aussehen zu lassen", kommentiert sie unter einem anderen Bild.

Marken und Gagen

"Für dieses Foto wurde ich bezahlt", klärt O'Neil unter einem Post deutlich auf. Marken zu unterstützen, die man liebt und hinter denen man guten Gewissens stehen kann, findet die Australierein grundsätzlich nicht falsch - solange man authentisch bleibt und sich nicht verkauft. Als sie knapp 150.000 Follower hatte zahlte man ihr rund 400 Euro, um ein Foto von sich in einem bestimmten Kleid mit ihren Fans zu teilen. Umso mehr Follower es wurden, desto höher wurden die Gagen. Bei knapp einer halben Million Follwer stiegen die Gagen bereits bis zu 1.800 Euro an. Laut Essena O'Neil seien diese Angebote von bekannten Online-Händlern gekommen, die für diese Art von Produktplatzierung ein großes Budget zur Verfügung haben. Immer wenn ein "Instagram-Girl" eine Marke verlinkt, werde sie in 99 Prozent aller Fälle dafür bezahlt.

Es ist nicht cool

Besonders die Tatsache, dass sie Unternehmen unterstützt hat deren Produktionsverfahren in ihren Augen eher fraglich sind, bereue sie aus heutiger Sicht sehr. Heute hat die 18-jährige einen neuen Blog. Auf "essenaoneil.com" schreibt sie über Kunst, Bücher, veröffentlicht Interviews und bietet ihren Usern Raum für eine eigene Meinung. Auf ihrem neuen Instagram-Profil sendet Essena O'Neil eine klare Message: "Es ist nichts cool daran, den ganzen Tag damit zu verbringen Bilder von sich selbst aufzunehmen und zu bearbeiten, nur um sich vor der Welt zu beweisen. Das hat niemand nötig."

15.000 Euro für einen Post

Die Bloggerin Danielle Bernstein ("We Wore What") eröffnete in einem Interview mit "Harper's Bazaar" im vergangen Jahr, dass sie zwischen ca. 5.000 und 15.000 Euro pro Post erhält - bei rund 1. Million Follower. Die Höhe der Gage setzt sich aus den vereinbarten Konditionen zusammen, sprich wie stark die Blogger auf die Wünsche und Vorgaben der Firmen eingehen. "Ich hasse es über Geld zu sprechen aber man kann sagen, dass ich weitaus mehr verdiene als sich eine 22-Jährige für gewöhnlich träumen lässt".

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