Elisabeth von Thurn und Taxis : Was die Prinzessin aus Regensburg mit argentinischen Bauern gemein hat

Elisabeth von Thurn und Taxis macht jetzt Gaucho-Mode. Aber was verbindet die Adelige aus Regensburg mit Espadrilles, Bombachas und Hüten, die eigentlich von südamerikanischen Bauern getragen werden?

Elisabeth von Thurn und Taxis.

Die Fashion Week in Paris wird vom deutschen Adel aufgemischt: Elisabeth von Thurn und Taxis, 36, präsentiert ihre erste Capsule Collection – Mode, die eigentlich von argentinischen Landwirten getragen wird. "Gaucho", nennt sich der Stil, den sie jetzt unter dem Label Àcheval Pampa verkauft und an die High Society weltweit bringt. 

Was ist "Gaucho" und wieso erobert der argentinische Bauern-Look Europa? 

Schon immer haben sich Frauen am Kleiderschrank der Männer bedient: Die Kerle trugen etliche Trends vor uns und eben auch den Gaucho-Look. Als Gauchos werden noch immer traditionelle Bauern auch Argentinien, Brasilien und Uruguay bezeichnet. Sie sind hauptsächlich in der Viehzucht tätig und ziehen mit den Tieren durch die Pampa, der subtropischen Grassteppe im südöstlichen Südamerika. Die Mode: Samt-Capes, ärmellose Spitzenblusen, dicke Gürtel, mehrgliederige Ketten, ein Hut und halblange Reiterhosen. Hört sich zunächst wenig royal, dafür aber wahnsinnig gemütlich, luftig und entspannt an. Die fließenden Stoffe erscheinen in Sand-und Rottönen, blauen bis lilafarbenen Kolorierungen oder gar Weiß.

Das High-Society-Team um Elisabeth von Thurn und Taxis 

Die deutsche Elisabeth, die mittlerweile in London lebt, sorgt mit modernen Aspekten dafür, dass ihre Mode nicht wie die Kostümsammlung eines veralteten Westernfilms aussieht. Sie liebe Südamerika, das Reiten und vor allem ihre Freundin Sofia Achaval. Hinter dem Label Àcheval Pampa steckt sie nämlich nicht alleine. Die argentinische Stylistin Sofia Achaval hat schon seit ihrer Kindheit ein Fabel für Ponchos und Wildleder. Hinzu kommt Lucila Sperber als Mitgründerin und der argentinische Polospieler Nacho Figueras in der Rolle des Sponsors. Er wird als der südamerikanische David Beckham gehandelt und war bereits das Gesicht für zahlreiche Modekampagnen.

Elisabeth von Thurn und Taxis bleibt bescheiden

Der Deutschen gefalle die Idee, lokale Modetraditionen in High Fashion zu übersetzen und auf die Straßen von New York, München oder Paris zu bringen. Drei Looks und eine Halskette hat sie der dritten Kollektion des jungen Labels beigesteuert. Lenkt die deutsche Adelige und eigentliche Journalistin, die lange für die amerikanische "Vogue" geschrieben hat, nun zu einer beruflichen Neuorientierung ein? "Eher nicht. Ich glaube, für mehr bin ich wahrscheinlich nicht gut genug", lautet ihre zurückhaltende Antwort gegenüber "Welt". "Wir sind ein ganzer Klüngel von Frauen, Modefans und Pferdefreunden und unterstützen uns einfach, wo wir können", erklärt sie ihre überraschende Mitarbeit bei dem Label. Sie wolle sich stattdessen anderen Projekten widmen. Demnächst soll ein Umzug von London nach Rom anstehenden. Dort wolle die adelige Schriftstellerin ein neues Buch schreiben. Auch wenn es also nicht Mode ist, Elisabeth bleibt eine Kreative, ein Erschaffer und eine Liebhaberin des Schönen. 

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