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Dolce & Gabbana Zu Haftstrafen verurteilt


Das italienische Designer-Duo Domenico Dolce und Stefano Gabbana wurde wegen Steuerhinterziehung zu Haftstrafen verurteilt. Nach dem Verkauf ihrer Firmen an eine luxemburgische Holding sollen die beiden Designer knapp 400 Millionen Euro unterschlagen haben

Ihre Kleider kosten mehrere Tausend Euro, sie sind per du mit den schönsten und einflussreichsten Menschen der Welt und gelten als eine der Stützen der italienischen Modeindustrie: Domenico Dolce und Stefano Gabbana haben mit ihrem Luxuslabel "Dolce & Gabbana" sowie der Zweitmarke "D&G" alles erreicht. Dennoch stehen sie jetzt im Mittelpunkt eines brisanten Gerichtsprozesses: Ein Mailänder Gericht hat das Duo laut der britischen Website "telegraph.co.uk" wegen Steuererziehung zu Haftstrafen von jeweils 20 Monaten verurteilt.

Am Mittwoch (19. Juni) befand ein italienisches Gericht die beiden Modedesigner offiziell für schuldig. Die Anklage wirft ihnen vor, rund 400 Millionen Euro an der Steuer vorbeigeschleust zu haben. Im Jahr 2004 verkauften die Geschäftspartner ihre Marken "Dolce & Gabbana" und "D&G" für knapp eine Milliarde Euro an die luxemburgische Holding "Gado". Nach Berichten des "Telegraph" und "wwd.com" wirft die Staatsanwaltschaft den prominenten Modeschöpfern vor, die Holding selbst erschaffen zu haben, um weniger Steuern zahlen zu müssen als in ihrer italienischen Heimat.

Laura Pedio, eine der Anklägerinnen, ist sich sicher, dass die beiden Italiener aktiv an der Straftat teilgenommen und eine "stilvolle Steuerhinterziehung" begangen haben. "Gado" (das sich aus den Anfangsbuchstaben der Nachnamen der Designer zusammensetzen könnte) sei demnach nur eine Briefkastenfirma.

Die von der Staatsanwaltschaft geforderten Haftstrafen von jeweils zweieinhalb Jahren senkte die vorsitzende Richterin herab. Sie verdonnerte die Milliardäre zudem zu Schadenszahlungen von jeweils 500.000 Euro.

Schon jetzt kündigten die Anwälte von Dolce und Gabbana an, in Berufung gehen zu wollen. "Wir werden sicherlich Revision einlegen, denn wir glauben fest an ihre Unschuld", wird Verteidiger Massimo Di Noia zitiert. Nach italienischem Gesetz haben Angeklagte zwei Mal die Möglichkeit, gegen ihr Urteil Einspruch einzulegen. Solange bleiben die Designer auf freiem Fuß. Ebenfalls wegen Steuerhinterziehung steht im Übrigen derzeit Silvio Berlusconi vor Gericht. Sein Revisionsantrag wurde bereits einmal vom Verfassungsgericht abgelehnt, so dass ein endgültiges Urteil in der nächsten Runde gefällt wird. Bei einer Bestätigung des ursprünglichen Urteils drohen dem Medienunternehmer und Politiker vier Jahre Gefängnis sowie ein jahrelanges Ämterverbot.

Die seit 2007 laufenden Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung belasten das Image des Glamour-Duos schwer. Stefano Gabbana twitterte, die italienischen Steuerbehörden seien "Diebe", und äußerte öffentlich den Gedanken, das Land zu verlassen. Es bleibt abzuwarten, ob Domenico Dolce und Stefano Gabbana die erdrückenden Beweise gegen sich als haltlos darstellen können, oder ob sie tatsächlich unter den Augen der Öffentlichkeit ihre Haftstrafe absitzen.

kst

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