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Meinungsstück Copy-Cats bei den Royals: schmeichelhaft oder nervig?

Herzogin Catherine, Prinzessin Ingrid Alexandra, Prinzessin Sofia 
Herzogin Catherine, Prinzessin Ingrid Alexandra, Prinzessin Sofia 
© Dana Press / Getty Images
Es gibt sie auch bei den Royals: Styles, die – bis auf wenige Details – nahezu identisch sind. Was in der normalen Welt als "nachgemacht" gilt und bis heute nicht salonfähig ist, scheint bei Kate, Meghan, Letizia & Co. gang und gäbe zu sein. Was steckt dahinter?

Entschuldigen Sie bitte meine Ehrlichkeit, aber ich schreibe es jetzt einfach frei heraus: Als Prinzessin Mary vor wenigen Tagen (2. Januar) beim Neujahrsempfang auf Schloss Christiansborg in​ Kopenhagen zusammen mit ihrem Mann, Kronprinz Frederik, durch die Eingangshalle schritt, fiel mir wortwörtlich die Kinnlade herunter.

Die dänische Kronprinzessin zeigte sich in einem weißen, ausgestellten Kleid mit angedeuteter Schleppe, Dreiviertel-Arm und U-Boot-Ausschnitt. Sofort schoss es mir durch den Kopf: "Warum in aller Welt trägt sie ein Kleid, das haargenau so aussieht, als wäre es Meghans hoch und runter gezeigtes Givenchy-Hochzeitskleid? Das geht gar nicht!" Ich merkte, wie es in mir brodelte.

Copy-Cats: Bei den Royals gang und gäbe? 

Prinzessin Mary trägt ein Kleid, das Herzogin Meghans Hochzeitsdress von Givenchy zum Verwechseln ähnlich sieht. 
Prinzessin Mary trägt ein Kleid, das Herzogin Meghans Hochzeitsdress von Givenchy zum Verwechseln ähnlich sieht. 
© Dana Press

Es ist mir ein Rätsel, aber es scheint fast so, als werden Copy-Cats, also Menschen, die den Style anderer kopieren, in der royalen Fashion-Etikette scheinbar nicht als uncool oder gar als No-Go gehandelt. Was zu Schulzeiten zu einem Eklat, wenn nicht sogar zur Kündigung der Freundschaft geführt hätte, scheint die Royals nicht im Ansatz zu stören. Fröhlich kopieren sie ihre Looks untereinander weiter, als hätten sie einen gemeinsamen Kleiderschrank oder noch besser: Als würden sie die "Wem steht's besser"-Rubriken in den Medien befeuern wollen. Aber ist das wirklich ihre Taktik?

Keine 24 Stunden liegen zwischen den fast identischen Outfits 

Einen Tag nach Königin Letizias Auftritt, zeigt sich auch Herzogin Meghan in dem roten Lederrock von Boss. 
Einen Tag nach Königin Letizias Auftritt, zeigt sich auch Herzogin Meghan in dem roten Lederrock von Boss. 
© Getty Images

Royale Copy-Cat-Beispiele gibt es so viele wie Sand am Meer. So trägt Herzogin Meghan beispielsweise einen knallig-roten Bleistiftrock einen Tag, nachdem Königin Letizia ihn während eines öffentlichen Termins präsentierte. Stellt sich Ihnen da nicht auch die Frage, ob Meghans Stylistin keine Wettbewerbsanalyse macht? Wie kann es sein, dass sie binnen 24 Stunden zu exakt dem gleichen Rock in exakt derselben Farbe greift? Eine kausale Erklärung lässt sich nur schwer finden. 

Dieses Kleid schafft es gleich in drei royale Kleiderschränke

Den Fashion-Bock hat jedoch ein anderes Kleidungsstück abgeschossen. Das weiße Maxi-Spitzenkleid des Labels Self-Portrait wurde sowohl von der norwegischen Prinzessin Ingrid Alexandra, von der schwedischen Prinzessin Sofia als auch von der britischen Herzogin Catherine getragen – somit hat es das Dress in gleich drei royale Kleiderschränke geschafft. 

Steckt eine Marketing-Strategie hinter den Twin-Outfits der Royals? 

Eine PR-Strategie der Labels – ihr It-Piece an alle Royals zu verschenken, in der Hoffnung, dass sie es in der Öffentlichkeit tragen werden – kann jedenfalls nicht dahinter stecken. Denn Mitglieder der königlichen Familie dürfen keine Designer-Outfits kostenlos annehmen. Laut "People" lässt sich Herzogin Kates Assistentin zwar von diversen Designern eine Auswahl an Kleidern schicken, aber alles, was nicht getragen wird, schickt sie unverzüglich zurück, der Rest wird bezahlt. 

Auch dass sich die Stylisten von Mary, Kate, Meghan, Letizia & Co. zum allwöchentlichen Stylistinnen-Stammtisch treffen und dort ihre heimlichen Outfit-Favoriten austauschen, ist undenkbar. Wir können also festhalten: Sowohl vonseiten des Labels als auch von der der Stylisten können diese Copy-Cat-Looks nicht ausgehen.

Bestimmte Labels + Designer erweisen sich als "royaltauglich"

Lenken wir unseren Blick einmal auf die Royals selbst: Denn eine mögliche Erklärung dieser Einszueins-Copy-Looks ist der royale Dresscode, der bereits einige Restriktionen in Sachen Kleiderwahl mit sich bringt. So darf die Robe nicht zu sexy ausfallen, das Knie sollte im Idealfall bedeckt sein und zu viel Haut darf auch nicht gezeigt werden. Es geht sogar manches Mal so weit, dass Cut-outs und Ausschnitte im Nachhinein zugenäht, sozusagen "royaltauglich" gemacht werden.

Eine Vielzahl an Designern haben sich dahingehend schon als erprobt erwiesen: Labels wie By Malina, Aquazzura oder Nonie sowie Designer wie Alexander McQueen, Carolina Herrera, Stella McCartney oder Elie Saab treffen den Style einer Royal-Dame schon ganz gut – hier müssen, wenn überhaupt, nur kleinere Änderungen vorgenommen werden.

Ähnliche Looks vermitteln ein stimmiges + harmonisches Bild

Möglich ist auch, dass die Royals – zumindest innerhalb ihres Königreichs – ein gebündeltes und in sich stimmiges Bild abgeben wollen. So möchte man vielleicht, durch den aufeinander abgestimmten Look von Kate und Meghan, eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl vermitteln und böse Gerüchte von Unstimmigkeiten aus dem Raum schaffen. 

Warum jetzt aber auch über die Landesgrenze hinweg Outfits kopiert werden, darüber lässt auch weiterhin nur spekulieren. Fakt ist jedoch: Auch Royals lassen sich gerne von ihren Fashion-Vorbildern inspirieren – und die sind eben in den meisten Fällen royal.

Verwendete Quellen:People, DailyMail, Eigene Recherche

Gala

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