Trend-Kolumne: Fashion Friday: Wie Christian Dior die Mode neu erfand

Wann ist ein Design Kult? Vermutlich, wenn es nicht nur Monate, sondern gar Jahrhunderte überdauert. Christian Dior schuf mit seinem „New Look“ einen solchen Meilenstein der Modegeschichte, der noch heute begeistert

Der Meister und seine Musen: Christian Dior zwischen Models, die seine legendäre Kollektion präsentieren.

Januar 2017. Hamburg versinkt, wie sollte es anders sein, in Regen, Schnee und Matsch. So schön der Winter an Alster und Elbe auch sein mag, in Sachen Fashion schränkt er Mann und Frau gleichermaßen ein.

Einer, der sich von Einschränkungen niemals beeindrucken ließ, war Christian Dior. Nach den Schrecken des 2. Weltkrieges gründete er 1946 sein Modehaus in Paris. Mitten in einer Zeit, in der Hunger, Not und Trauer Europa regierten, sollte seine Mode einer kleinen, aber mächtigen Revolution gleichkommen.

Gleich in seiner ersten Saison präsentierte das Haute-Couture-Atelier 1947 einen Look, der so anders war als die karge Mode der Kriegsjahre, dass ein Aufschrei durch die internationale Presse ging. Der „New Look“ war geboren, eine Ode an das Weibliche und das Streben nach mehr.

 

Star-Designer

Christian Dior

Die Anfänge einer Erfolgsgeschichte: Firmengründer Christian Dior zeigt sich im Jahr 1950 umgeben von seinen Entwürfen. Nach den entbehrungsreichen Jahren des Krieges ist es das 1946 gegründete Haus Dior, das mit dem "New Look" eine neue, verschwenderische Silhouette an die Frauenkörper schneidert. Die Empörung ist groß - doch die neue Weiblichkeit wird zu einem heißbegehrten Klassiker. Der Startschuss einer Weltkarriere.
Als erster Ausländer wurde Gianfranco Ferré 1989 Chefdesigner des französischen Couturelabels. Seine modernen Kreationen ebneten den Weg für den großen Erfolg der Marke im 21. Jahrhundert.
John Galliano, der gefallene Stern des Modehauses Dior. Nach einem antisemitischen Ausraster wurde er 2011 fristlos entlassen - nach 14 überaus erfolgreichen, aber auch skandalösen Jahren. Seine Kreationen waren bombastisch, kulturell inspiriert und nicht selten untragbar.
Märchenhaft und wie von einem anderen Stern waren die Dior-Kollektionen unter John Galliano. Der exzentrische Brite schuf Szenarien, in denen Models wie Lily Cole zu Fabelwesen mutierten.

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Schmale Schultern, eine enge Taille und weit schwingende Röcke zeichnen den New Look aus. Die Silhouette der Frau wird in all ihrer Schönheit nachgezeichnet und betont, der Stoff schmiegt sich an ihren Körper. Doch auch vor Kritik war die neue Mode nicht gefeit: Als Verschwendung von Stoff und unangebrachten Luxus bezeichneten entsetzte Bürger Diors Kollektion.

70 Jahre später scheint der „New Look“ nichts an seiner Aktualität eingebüßt zu haben. Für mich jedenfalls ist er noch immer ein schier unumstößliches Fashion-Gesetz, das nicht nur jede Frau vortrefflich kleidet, sondern auch je nach Anlass wunderbar variiert werden kann. In meinem Schrank türmen sich noch heute hauptsächlich Röcke in allen erdenklichen Styles und schmale Oberteile vom T-Shirt bis zum Rollkragenpullover aus Kaschmir. Never change a winning team, sagt man dazu wohl.

Vielen Dank, Monsieur Dior!

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