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Caroline Gentz von Ivy & Oak im Interview "Wir designen Brautkleider nicht mit einem Prinzessinnen-Bild im Kopf"

Caroline Gentz
Caroline Gentz
© PR
Ihre Kleider bestechen durch ein inspirierendes Design mit viel Liebe zum Detail, feinste Stoffe und eine nachhaltige Fertigung. Im GALA-Interview spricht Caroline Gentz über Inspiration, Bridal-Trends und gibt Tipps, auf was es beim Brautkleid-Kauf ankommt. 

Das Label Ivy & Oak wurde 2016 in Berlin mit der Idee gegründet, Mode bewusster zu kreieren und zu konsumieren. Auch bei der Bridal Collection ist das einer der Leitsätze, die Caroline Gentz, Gründerin des Labels, beim Designen der Hochzeitskleider vor Augen hat. Für sie ist es wichtig, dass das Hochzeitskleid auch nach dem großen Tag noch tragbar ist. 

Auch hat sie sich auf die Fahne geschrieben, Hochzeitskleider fair und hochwertig für ein schmaleres Budget zu designen - und schließt damit eine gefragte Marktlücke. Im GALA-Interview hat uns die Designerin unter anderem erklärt, welcher Schnitt so gut wie jeder Braut steht.

Caroline Gentz von Ivy & Oak im GALA-Interview

GALA: Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Brautkleider?
Caroline Gentz: Ich liebe es durch Vintage Läden zu schlendern oder durch historische Modebücher zu blättern und Inspirationen für Details zu suchen. Alles was wir heute kreieren ist eine Weiterentwicklung von dem, was es bereits einmal gegeben hat. Mode ist und bleibt ein Ausdruck der Zeit, in der man lebt und so hat jedes Jahrzehnt seinen eigenen, individuellen Stil. Ich liebe es mich von der Vergangenheit inspirieren zu lassen und daraus eine neue Gegenwart und hoffentlich auch eine Zukunft zu entwickeln, generationsübergreifend.

Welche Braut haben Sie vor Augen, wenn Sie ein Kleid kreieren?

Wir designen unsere Brautkleider nicht mit dem Bild einer traditionellen Prinzessin im Kopf. Wir stellen uns eher ein Abendkleid vor und entwickelt daraus ein Brautkleid.

Dadurch entsteht ein sehr moderner minimalistischer Look, dem es dennoch an Besonderheit und Liebe zum Detail nicht fehlt. Das Kleid soll die Schönheit unserer Kundin untermalen, ihr ein Wohlfühlgefühl verleihen, sie aber nicht verkleiden. Unsere Kleider haben eine gewisse Leichtigkeit und Unbeschwertheit, die es erlauben, das Kleid barfuß am Strand zu tragen, über eine Wiese zu tanzen oder ganz traditionell in der Kirche zu glänzen. Wir wollen der Kundin Raum geben für ihre individuellen Wünsche. Wir bleiben also immer zurückhaltend und zeitlos im Design und kreieren dennoch einen Wow Effekt. Die meisten unserer Kleider könnte man theoretisch umfärben oder einfach kürzen und danach erneut tragen, auch das lieben wir sehr an unserem Konzept und wird von der Kundin geschätzt. 

Wie kam es dazu, dass Sie Brautkleider designen?
Ich habe schon vor vielen Jahren begonnen, Maßanfertigungen von Brautkleidern für mir nahestehende Personen zu entwerfen und daran viel Freude gehabt. Dennoch stellte ich immer wieder fest, wie wenige Menschen 2000 bis 4000 Euro und mehr für ein Brautkleid ausgeben können oder überhaupt wollen. 

Die Kleider, die ich unter 1000 Euro fand, waren leider alles andere als das, was man sich wünschen würde. Diese Lücke auf dem Markt gab es also schon vor vielen Jahren und als ich dann bereit war zu gründen, musste ich diese ganz dringend schließen.

Ist es für Sie emotionaler ein Brautkleid zu designen, als beispielsweise ein Cocktailkleid? 
Jedes unserer Produkte erweckt bei uns eine gewisse Emotion und wird mit viel Liebe hergestellt. Besonders unsere Mäntel bringen meine Kleiderschränke zuhause zum Platzen, weil ich sie alle so gerne trage. Aber man muss doch zugeben, dass die Vorstellung, dass so viele Frauen in unseren Kleidern einen der wichtigsten Tage ihres Lebens feiern, uns unglaublich viel bedeutet, uns wahnsinnig ehrt und im Team regelmäßig für Gänsehautmomente oder Tränen in den Augen sorgt. Wir haben das Glück, dass unsere Kundin sich nicht scheut davor, den großen Tag dann auch im Nachgang mit uns zu teilen und uns Bilder zu schicken und sich bei uns bedankt. Und was wir am meisten lieben ist, dass diese Frauen so strahlen, von innen heraus und man einfach merkt, dass sie sich unglaublich wohlfühlen. Das ist für uns das Wichtigste. Auch haben sehr viele Freunde oder Bekannte von mir in Ivy & Oak geheiratet und das ist das schönste Kompliment.

Gibt es für Sie ein No-Go beim Brautkleid-Design? 
Ich denke No-Gos sind am Ende doch immer Geschmackssache. 

Welche Trends erwarten uns in der diesjährigen Saison? 
Die Contemporary Bride sucht gerade nach klaren minimalistischen Linien, schlanken Formen und architektonischen Elementen.

Der klare Schnitt ist das Highlight und bei den Details heißt es: noch viel weniger ist so viel mehr.

Dazu völlig konträr sehen wir jedoch auch eine große Nachfrage nach dem sehr klassischen Allover Lace Kleid, am besten mit hohem Kragen und langen Ärmeln, welches an königlich konservative Hochzeiten erinnert. Wir finden es unglaublich modern und finden es toll ganz dezent Haut zu zeigen und mit dieser Zurückhaltung eine große Wirkung zu erzeugen.

Gibt es einen Schnitt, der so gut wie jeder Braut steht? 
Der Klassische Fit and Flare Look steht den meisten Frauen, da es ihre Taille betont, aber die Hüften umspielt.

Worauf sollte Ihrer Meinung nach eine Frau achten, wenn Sie sich ein Brautkleid kauft? 
Man sollte sich niemals verkleidet fühlen. Das Kleid muss sich natürlich anfühlen.

Der Wohlfühlfaktor ist oberstes Gebot.

Auch ist die ursprüngliche Vorstellung des Kleides nicht immer die Form, die einem am besten steht. Daher sollte man offen sein und die Kleider ganz individuell für sich entdecken. 

Verwendete Quellen:Interview mit Caroline Gentz

Gala

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