Caro Daur: "Ich verstelle mich nicht"

22 Jahre jung, 1,2 Millionen Follower, Stil-Ikone: Deutschlands bekannteste Influencerin Caro Daur über ihre Arbeit, Familie und den Moment, wenn das WLAN streikt …

Caro Daur

Caro Daur

Sie ist auf die Minute pünktlich. Bestens gelaunt und top gestylt betritt , wie verabredet, um 14.20 Uhr das Restaurant "L'Avenue" in der Pariser Avenue Montaigne. Sie bestellt einen grünen Salat. "Ich esse überwiegend gesund", sagt die 22-Jährige. Später, beim Blick in die Dessertkarte, wird aber auch klar, dass sie auf Süßes steht. "Es kommt eben immer auf die Menge an."

Wenn man Caro, die in der Nähe von Hamburg bei ihren Eltern wohnt, erlebt, wird schnell klar: Eine wie sie wollen Gleichaltrige unbedingt zur besten Freundin haben. Und das ist sie auch für mehr als 1.200.000 Menschen. So viele Follower (Tendenz steigend) hat Caro Daur auf Instagram. Dort postet sie sich in ihren Looks oder filmt Szenen aus ihrem Alltag. Manche der Produkte, die sie trägt, kauft sie selbst, andere bekommt sie als Leihgabe, und mit manchen Labels hat sie Kooperationen.

Dafür wurde sie von einem Wirtschaftsmagazin kritisiert, doch ihre Gemeinde hat nichts dagegen: Der nach dem Artikel des "Manager Magazins" einsetzende Shitstorm im Netz galt entsprechend nicht ihr – sondern den Reportern. Ganz klar: Die Daur-Beziehung der Instagramer ist so leicht nicht zu erschüttern.

Newcomer

Von diesen Power-Girls werden wir noch hören

Diese neun Newcomer sollten Sie nicht nur kennen, sondern ihnen am besten auch gleich folgen. Es lohnt sich!
MARJAN JONKMAN, 22, @marjanjonkman: "Noch hat die Mode mir mein Lachen nicht genommen.“ Dieses Zitat thront über dem Instagram-Account des niederländischen Models Marjan Jonkman. Warum sollte sie auch? Die 22-Jährige hat bei Model-Aufträgen für Chanel, Kenzo und Chloé sowie mehreren internationalen "Vogue"-Covern allen Grund zum Strahlen.  Ihr edgy Look – weißes Haar, dunkler Kajal um die Augen – begeistert Fans und Mode-Branche gleichermaßen.
COSIMA AUERMANN, 19, @cosima_auermann: Das Talent zum Modeln liegt der Tochter von Nadja Auermann im Blut. Große Fußstapfen, in denen sich die 19-Jährige bereits sicher bewegt. Aktuell ist die Dresdnerin das Gesicht der Marke Rich & Royal – aber auch eine Karriere als Stylistin kann sich Cosima vorstellen. Ein Praktikum bei einem Profi in New York und die richtigen Connections hat sie bereits in der Tasche.
ADWOA ABOAH, 25, @adwoaaboah: Das Londoner Model Adwoa, das schon Cover mit Gigi Hadid und Kendall Jenner zierte, hat mit 25 Jahren bereits ein bewegtes Leben hinter sich. In ihrer Online-Community "Gurls Talk" spricht sie offen über einen Suizidversuch, Drogen- und Alkoholmissbrauch. Heute hilft Adwoa anderen. Einen beeindruckenden Auftritt legte sie kürzlich bei einer Podiumsdiskussion mit Vivian Westwood beim "Bread & Butter by Zalando"-Event in Berlin hin.

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Was haben Sie vor zwei Jahren gedacht, als Sie die ersten 10.000 Follower hatten?

Oooh! Ich war beeindruckt und überrascht. Ich habe mich gefreut, dass Menschen an meiner Person interessiert sind.

Und wie war es bei einer Million Followern?

Eine Million ist ein Meilenstein. Ich war stolz und super glücklich. Es bedeutet für mich aber auch eine große Herausforderung und nicht nur Spaß. Es entwickelt sich Druck, und es gehört auch viel Disziplin dazu. Meine Arbeit wird aber von so vielen Followern belohnt. Es gibt ja in jedem Job positive und negative Seiten.

Was schätzen denn die Follower an Ihnen?

Meine offene, unkomplizierte und alberne Art kommt, denke ich, gut an. Ich bin völlig normal, verstelle mich nicht, bin nahbar und ehrlich.

Warum nennen Sie Ihre Follower nicht gern Fans?

Es sind eher Weggefährtinnen, die mein Leben interessant finden und mich "begleiten" Fans klingt so von oben herab. Aber wir sind auf einer Augenhöhe.

Hat man engen Kontakt zu den Followern?

Ich denke ja. Wenn mich Follower auf der Straße erkennen und ansprechen, sagen viele, sie haben das Gefühl, sie kennen mich schon Jahre – wie eine gute Freundin. Ich antworte auf ihre Fragen via Instagram direct message oder per Mail. Aber meine Follower geben mir auch super Ratschläge in den Kommentaren. Wenn ich zum Beispiel nach Hotspots in Städten frage, die ich noch nicht kenne. Es ist wie eine Community!

Verspüren Sie eigentlich eine Sucht, alles online mitteilen zu müssen?

Sucht ist übertrieben. Ich kann ja auswählen, was ich teilen möchte und was nicht. Ich genieße daher viel Freiheit. Natürlich teile ich viel online – aber es ist ja auch mein Job.

Job ist ein gutes Stichwort. Was macht man eigentlich genau als Influencer?

Influencer ist nur ein Titel, der beschreibt, dass man Einfluss hat. Er wird eher verliehen. Ich selbst mag mich so nicht gern nennen. Ich bin kein Verkäufer im klassischen Sinne, der Waren anbietet, oder sogar ein Werbebanner. Ich bin ein Mensch aus Herz, Kopf und vielen Bauchgefühlen und das alles zeige ich auf meinen Social-Media-Kanälen. Ich präsentiere mich, meine Interessen, mein Umfeld, meine Familie. Dadurch bin ich transparent. Meine Follower begleiten mich durch mein Leben. Ich möchte inspirieren und unterhalten. Dabei stelle ich hohe qualitative Ansprüche an mich, meine Arbeit und die Kooperation mit meinen Partnern.

Caro Daur trägt zur weiten Hose Dior-Sling-Pumps und eine Tasche in Knallfarbe

Caro Daur trägt zur weiten Hose Dior-Sling-Pumps und eine Tasche in Knallfarbe

Sind Infuencer die neuen Stars?

Nein, so würde ich mich nicht nennen. Wir sind eine junge, neue Generation, die ihre Mode und ihren Lifestyle präsentieren möchte.

Sie sind erst 22, gelten in der Branche aber bereits als hochprofessionell. Woher kommt das?

Ich habe nach dem Abi sieben Semester BWL studiert. Das hat mir viel gebracht. Ich muss viel organisieren, konzeptionell denken, Prioritäten setzen. Zudem habe ich zwei Jahre bei der Personalberatungsagentur Michael Page als Werkstudentin gearbeitet. Auch das hat mir sehr geholfen. Ich war aber schon immer sehr organisiert und vor allem zuverlässig.

Wann schauen Sie am Tag zum ersten Mal auf Ihr Smartphone?

Nach dem Aufwachen checke ich direkt Mails.

Wann das letzte Mal?

Wenn ich ins Bett gehe.

Panik-Attacken, wenn es kein WLAN oder Netz gibt?

Nein, dann arbeite ich Mails ab, bearbeite Fotos, beantworte Interviews, schreibe Rechnungen, erstelle Excel-Tabellen und To-do-Listen, überarbeite Terminkalender, schreibe Blogposts, rufe Freunde an – oder schlafe.

Welche Vorbilder haben Sie?

Meine Eltern. Sie leben mir täglich vor, die Werte zu wahren, die wirklich zählen.

Und worauf sind Sie stolz?

Ich bin stolz, dass ich mein Hobby als Beruf ausführen und leben kann. Und dass ich alles allein geschafft habe.


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