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Businessmode Hosenanzug oder Kostüm?


Beide sind Klassiker in der Businessmode. In dieser Saison werden sie mutig neu interpretiert

Androgyn

Kombiniert mit einer Smokingjacke machte Marlene Dietrich den Hosenanzug in den 30er-Jahren salonfähig. Das Ensemble aus Jacke und Hose unterstreicht den starken und selbstbewussten Charakter der Frau - bis heute.

Oder ist es Zufall, dass Angela Merkel sich von der Hamburger Designerin Bettina Schönbach ausschließlich Hosenanzüge auf den Leib schneidern lässt?

Die Neu-Interpretationen der Designer zeigen, dass der Hosenanzug längst nicht mehr nur als Business-Look funktioniert. Durch mutige Farben, Prints und Schnitte eignet er sich sogar für Abendveranstaltungen, wie der Brokatanzug von Halle Berry. Besondere Details, etwa der Spitzeneinsatz an den Schultern bei Blake Livelys Dress oder der breite Taillengürtel bei YSL, machen den Klassiker trendy und zugleich weiblicher.

Die Stylingregel, ausschließlich High Heels zum Hosenanzug zu tragen, ist passé: Bei Model Agyness Deyn gehören flache Schuhe zum guten Ton - immer. Und Miuccia Prada schickte ihre Models für Miu Miu in Seidenanzügen über den Laufsteg, die sie mit Blusen im Seventies-Look und Rüschenkrawatten kombinierte, um das burschikose Image des Hosenanzugs zu brechen. Sängerin Janelle Monáe bringt es auf den Punkt: "Ich will einfach zeigen, dass man sexy aussehen kann, ohne in kurzen und tief ausgeschnittenen Kleidern herumzulaufen."

Feminin

Ursprünglich aus England stammend, hat das Kostüm derzeit wieder Hochkonjunktur in der Modewelt. Dabei sind verschärfte Schnitte angesagt, wie sie in den 40er-Jahren schon Doris Day trug.

Designerin Stella McCartney zum Beispiel zeigte in ihrer Herbst/Winter-Kollektion eng taillierte Blazer mit ausgestellter Hüfte zum Minirock - sexy und doch bürotauglich. Schmale Taillen und feminine Schnitte sind für einen modernen Twist dieser Garderobe unverzichtbar, ob schlicht durch einen Gürtel betont wie bei Marc Cain oder im Kleinmädchenstil mit ausgestelltem Rock und besticktem Jäckchen wie bei It-Girl Alexa Chung.

Natürlich kann ein Kostüm auch ganz formell wirken, bei offiziellen Anlässen sollte man zur klassischen Variante in Schwarz greifen wie Angelina Jolie. Wichtig ist, auf eine typgerechte Rocklänge zu achten. Dabei gilt generell: Knieumspielend ist immer die richtige Wahl, es wirkt weder zu brav noch zu sexy. Mode-Ikone und US-"Vogue"-Chefin Anna Wintour unterstreicht ihre strenge Attitüde nicht nur durch einen akkurat geschnittenen Bob, sondern auch durch ein klassisches Tweedkostüm. Trotzdem sieht sie dabei nicht bieder aus. Der Mix macht's: High Heels, Clutch und Statement-Collier nehmen dem Look seine Strenge und beweisen Gespür für guten Stil.

Fazit: Unabhängig von Alter und Beruf - das Kostüm bietet heute attraktive Looks von sexy bis formell.

Saskia Völker gala.de


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