Royale Wedding-Trendsetterin: Wegen Königin Victoria sind Brautkleider weiß

In Sachen Hochzeitskleid gibt es bis heute einen roten beziehungsweise weißen Faden. Doch wer hat den "Traum in Weiß" eigentlich populär gemacht? Ein Tipp: Es war eine Königin, die die Brautmode mit ihrem Kleid nachhaltig prägte.

Auf das Hochzeitskleid von Herzogin Catherine blicken in 2011 etwa zwei Milliarden Menschen. Es dauert nur wenige Stunden, da wird es schon als günstige Kopie im Handel angeboten.

Ob offizielle Verkündungen von Promis, Einladungen von guten Freunden oder sogar die ganz eigene: Wohl kaum jemand entkommt - besonders im Sommer - dem Hochzeits-Fieber. Überall werden Feste gefeiert, die Liebe wird groß zelebriert.

Der Weddinglook von Königin Viktoria aus dem Jahr 1840 ist so prägend für die Hochzeitsmode, dass er im Museum ausgestellt wird. Die Spitzenrobe gehört zu den absoluten Ikonen der berühmtesten Brautkleider.

 Während man sich als Gast die Fragen stellt, was man bloß anziehen soll und ob es absolute Tabus gibt, kann man sich bei der Braut ziemlich sicher sein, dass sie in einem weißen Kleid erscheinen wird. 
Aber warum eigentlich? Wie kommt es, dass Brautkleider (meist) diese eine Farbe haben?

Das weiße Brautkleid hat eine königliche Geschichte

Der Hype um den "Traum in Weiß" führt uns auf eine royale Dame zurück. Nämlich auf Königin Victoria, die bei ihrer Hochzeit 1840 mit der üblichen Tradition brach, Rot zu tragen. Vor ihr gab es in Adelskreisen zwar auch schon den Trend zu hellen Farben zu greifen, doch machte die Britin ihn erst so richtig populär.

Herzogin Meghan

Strahlender erster Auftritt im neuen Jahr

Herzogin Meghan
"Smart Works" ist eine Wohltätigkeitsorganisation, die arbeitslosen und sozial schwachen Frauen hilft, einen Job zu finden. Und genau bei dieser Organisation absolvierte Meghan ihren ersten Termin im neuen Jahr.
©Gala

Ein paar Jahre später zog auch die bürgerliche Bevölkerung nach, die es sich zuvor nie leisten konnte, extra ein Kleid für diesen einen Tag zu kaufen. Erst als Stoffe erschwinglicher wurden, konnten auch sie ihre Brautkleid erstehen, anstatt weiterhin ihre regulären - meist schwarzen - Feiertagsklamotten zu tragen. Und da Weiß auch damals schon für Unschuld und Reinheit stand, setzte sich der Trend auch bei ihnen durch.

Warum eigentlich ein Blumenkranz am Schleier?

Wie bereits Königin Victoria entscheidet sich Grace Kelly bei ihrer Hochzeit mit Fürst Rainier gegen ein Diadem. Stattdessen trägt sie einen mit Spitze besetzten Kopfschmuck, auch "Juliet Cap" genannt.

Aber nicht nur in Sachen Kleid war Victoria stilprägend. Sie war es auch, die den Orangenblüten-Kranz zum Trend machte, als sie bei ihrer Hochzeit auf ein Diadem verzichtete und so ihren Schleier krönte. 
Davon ließ sich etwa 120 Jahre später selbst Grace Kelly inspirieren, die durch ihre Hochzeit mit Fürst Rainier ebenfalls zum Royal wurde. Die Hollywood-Schönheit gehörte jedoch schon zu der Generation "Wachsblüten und Perlen", die echte Blüten am Schleier über die Jahre hinweg ersetzten.

Königin Victoria prägt die royale Brautmode bis heute

Royale Bräute - wie zum Beispiel Herzogin Meghan und Herzogin Catherine - gucken sich von der verstorbenen Regentin übrigens noch heute etwas ab: Königin Victoria ließ ihr Brautkleid damals aus englischer Seide weben, mit englischer Spitze besticken und von dem englischen Maler William Dyce entwerfen.

Das Brautkleid in seiner vollen Pracht: klare Linien, lange Ärmel, ein U-Boot-Ausschnitt und ein langer, bestickter Schleier. 


Ganz nach Victorias "Made in England"-Manier wählt auch Kate 2011 eine britische Designerin - nämlich Sarah Burton - aus. Sieben Jahre später - im Mai 2018 - macht es Meghan ganz genauso. Sie lässt ihr Brautkleid von der Engländerin Clare Waight Keller schneidern.

Verwendete Quellen: "Ein Traum in Weiß: Grace Kelly bis Kate Middleton - Die schönsten Hochzeitskleider" von Eleanor Thompson

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