Alaïa + Lagerfeld: "Ich mag Lagerfelds Mode nicht"

Couturier Azzedine Alaïa macht sich Luft über Karl Lagerfeld. Auch mit Vogue-Chefin Anna Wintour rechnet er in einem Interview ab

Azzedine Alaïa + Karl Lagerfeld

Azzedine Alaïa, einer der großen Couturiers unserer Zeit, hat seine ganz eigene Meinung über die großen Namen der Modewelt und versteht nicht, was manch einer in seinem Geschäft verloren hat.

Dass Karl Lagerfeld sein Gesicht für jegliche Art von Werbung hinhält, findet er bedenklich und empfindet den Modeschöpfer mit pechschwarzer Sonnenbrille somit als schlechtes Vorbild für junge Designer. Aber auch für die Chefin der amerikanischen Vogue, Anna Wintour, findet Alaïa ein paar uncharmante Worte. In einem Interview mit dem Magazin "Virgin" macht sich Azzedine Alaïa richtig Luft:

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Modedesigner Azzedine Alaïa rechnet mit Vogue-Chefin Anna Wintour (l.) und Karl Lagerfeld ab.

Über Karl Lagerfeld: "Ich mag seine Mode nicht und auch nicht seinen Geist und seine Attitüde. Es ist zu viel an Karikatur. Karl Lagerfeld hat in seinem Leben noch nie eine Schere angefasst. Das soll nicht bedeuten, dass er nicht großartig sei, sondern dass er Teil eines anderen Systems ist. Er hat Kapazitäten. An einem Tag fotografiert er, am anderen macht er Werbung für Coca-Cola. Ich würde lieber sterben, als mein Gesicht in einer Auto-Werbung sehen zu müssen. Wir machen nicht die gleiche Arbeit. Ich denke nicht, dass er jungen Stylisten einen Gefallen damit tut. Die könnten denken, dass es auf diese Weise funktioniert. Sie werden aber so bereits scheitern, bevor sie in Rente gehen."

Über Anna Wintour: "Sie führt das Geschäft (Vogue) sehr gut, aber nicht den modischen Teil. Wenn ich schon sehe, wie sie sich anzieht, glaube ich keine Sekunde an ihren Geschmack. Das kann ich laut sagen! Sie hat meine Mode kein einziges mal fotografieren lassen, obwohl ich in den U.S.A ein Kassenschlager bin und bei "Barney's" eine Verkaufsfläche von 140 Quadratmetern habe. Amerikanische Frauen lieben mich; Ich brauche ihre Unterstützung überhaupt nicht. Anna Wintour hat nichts mit Fotos zu tun, sie macht nur PR und Geschäft und sie macht allen Angst. Aber wenn sie mich sieht, dann ist sie diejenige, die Angst hat." lacht Alaïa. "Andere denken wie ich, aber sagen nichts, weil sie Angst haben, dass die Vogue sie nicht mehr fotografieren könnte. Wie dem auch sei, wer wird sich in der Modegeschichte an Anna Wintour erinnern? Niemand...Die Vogue wird bleiben, während ihre Moderedakteure kommen und gehen."

Das zeigt einmal mehr, dass sich im bunten Modezirkus nicht jeder mit einem "Bussi Bussi" begrüßt.

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