Kaffee Viel besser als sein Ruf - findet der Experte


Kaffee ist für viele ein treuer Begleiter. Autor Dr. Malte Rubach erklärt, wie er nicht nur lecker schmeckt, sondern auch noch gesund macht.

Kaffee, Kaffee, Kaffee! Für viele ist das schwarze Gold im Alltag nicht wegzudenken, manche Menschen behaupten sogar, sie wären süchtig danach. Dass das leckere Gebräu nicht nur entwässert, sondern tatsächlich auch gesund sein kann, erklärt Dr. Malte Rubach in seinem neuen Buch "Gesund mit Kaffee". Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verrät der Experte, dass Kaffee bei verschiedenen Krankheiten helfen kann. Außerdem erklärt er, was es mit der "Kaffeesucht" auf sich hat und inwiefern sich Filterkaffee von Espresso unterscheidet.

Oft heißt es, Kaffee sei ungesund. Sie sagen das Gegenteil, warum?

Dr. Malte Rubach: Zunächst mal, ungesund ist, was krank macht. Dabei kommt es bekanntermaßen auf die Dosis an und natürlich auf die gesundheitliche Gesamtverfassung. Nach den neuesten Erkenntnissen hat Kaffee sehr viele positive Effekte bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen und neurologischen Erkrankungen. Und ganz wichtig: Kaffeegenuss per se macht nicht krank. Die Menge macht den Unterschied.

Bei welchen Krankheiten hilft Kaffeekonsum?

Rubach: Es gibt Anzeichen dafür, dass Kaffeekonsum bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen einen positiven Effekt hat. Das gilt für die Elastizität der Gefäße und auch das seltenere Auftreten von Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Außerdem sind Kaffeetrinker seltener von Lebererkrankungen betroffen. Bei degenerativen Erkrankungen des Nervensystems wird ebenfalls berichtetet, dass Kaffeekonsum das Risiko für Parkinson und Alzheimer senkt. Ein weiteres großes Feld sind Tumorerkrankungen. Häufig steht die Wirkung im Zusammenhang mit dem Coffein. Allerdings ist interessant, dass auch entkoffeinierter Kaffee in vielen Fällen eine Wirkung gezeigt hat. Es kommt also offenbar auf den gesamten Mix an Inhaltsstoffen an.

Welche weiteren positiven Nebeneffekte bietet Kaffee?

Rubach: Sagen wir es mal so: Mit jeder Tasse Kaffee nehmen Sie einen Cocktail an natürlichen pflanzlichen Inhaltsstoffen auf, am besten erforscht ist natürlich das Coffein, das der Wachmacher schlechthin ist. Dazu ist Kaffee eine gute Quelle für Vitamin B3.

Manche Menschen sagen, sie seien kaffeesüchtig. Was ist an dieser Aussage dran?

Rubach: Ich würde eher sagen "auf den Geschmack gekommen". Fakt ist, dass das Auftreten von typischen Suchtindikatoren bei Abstinenz ausbleibt. Durch den Genuss werden zwar durchaus die Belohnungszentren im Gehirn stimuliert, jedoch treten keine suchttypischen Entzugserscheinungen auf, wenn man sich vornimmt auf Kaffee zu verzichten. Coffeinpflaster analog zu Nikotinpflastern sind daher bis jetzt auch noch nicht erfunden worden.

Auf der anderen Seite behaupten manche Menschen, sie würden Kaffee nicht vertragen. Woran liegt das?

Rubach: Unverträglichkeiten können bei jedem Lebensmittel und jedem Menschen auftreten. Das ist leider sehr individuell und für die Betroffenen im Alltag nicht immer einfach. Beim Kaffee liegt es häufig am Coffein, so dass der Kreislauf Kapriolen schlägt oder der Magen überreagiert. Alternativ sollte man es mal mit entkoffeiniertem Kaffee versuchen oder einfach die Menge reduzieren. Bisweilen hilft auch schon ein Sortenwechsel oder der Wechsel zu einem Instantprodukt.

Ist Espresso denn gesünder als Filterkaffee?

Rubach: Die Menge macht's. Und hier ist der Espresso natürlich im Vorteil: Eine kleine Menge, die schnell und mit hohem Druck extrahiert wurde und dazu meist aus dunkel gerösteten Bohnen stammt. Je schneller der Kaffee extrahiert wird, desto mehr wasserlösliche Bestandteile gehen in das Extrakt über. So gelangen auch weniger potentielle Reizstoffe ins Getränk. Kaffeefilter sorgen zwar auch für diesen Effekt, aber man ist doch geneigt, größere Mengen zu trinken. Zudem scheinen dunkel geröstete Bohnen auch etwas bekömmlicher zu sein.

Wie viel Kaffee am Tag ist gesund?

Rubach: Das ist sicher individuell sehr unterschiedlich, aber in den meisten Studien wurden die positiven Effekte bei bis zu fünf Tassen am Tag gemessen. Aber auch unterhalb dieser Menge ist mit jeder Tasse Kaffee eine Zunahme des Effektes gemessen worden. Im Alltag sollte man sich aber einfach unbeschwert am Genuss orientieren und es dabei nicht übertreiben.

SpotOnNews

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