Vitamine: Die Beauty-Turbos

Gutes Essen - oder Pillen und Drinks: Was ist das bessere Rezept für glatte Haut, volles Haar und einen straffen Body? Die einen schwören auf den täglichen Apfel, doch Stars wie Hilary Swank oder Cindy Crawford setzen auf sogenannte Nutricosmetics

Was gibt es in einer Vitamin-Bar

- Obst oder Pillen? Die Antwort hängt ganz klar davon ab, wo die Frage gestellt wird. In Deutschland steht "Vitamin-Bar" vor allem über Safttheken, die frisch gepresstes Obst und Gemüse anbieten. In New York, London oder Schanghai bekommt man dagegen Tabletten, Pülverchen und Drinks, die fitter, jünger und leistungsstärker machen sollen.

Schönheit von innen versprechen beide Varianten. Denn nur wenn der Körper optimal mit lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt wird, können sich Haut und Haare in voller Pracht präsentieren. Spezielle, für die Bedürfnisse der Hautzellen maßgeschneiderte Pillen sind deshalb en vogue, zumindest außerhalb Deutschlands. 175 Päckchen solcher Nutricosmetics werden statistisch pro Jahr in Großbritannien von 100 Menschen gekauft. Hierzulande sind es 31 Einheiten - man ist den Nahrungsergänzungsmitteln gegenüber skeptisch. Sie seien nicht nur nutzlos, sondern sogar schädlich, konnte man in jüngster Zeit häufig lesen.

Nahrungsergänzungsmittel als Beauty-Booster

1. Antioxidantien: Samenkern-Tabletten von Intelligent Nutrients, 180 St., ca. 57 Euro
2. Damit der Haarausfall ausfällt: "Phytopanère" von Phyto, 120 St., ca. 33 Euro
3. Auf dass die Haare üppig sprießen: "Bio Fanelan Synergie" von La Biosthétique, 60 St., ca. 28 Euro
4. Soll der Leber beim Entgiften helfen: "Koa Koa Detox" von Valeopharm, 60 St., ca. 50 Euro


Seriöse Studien belegen allerdings, dass bestimmte Vitamine, Fettsäuren und Nährstoffe zum Beispiel den Eigenschutz der Haut gegen Sonne und freie Radikale steigern können. Das, so Nutricosmetics befürwortende Experten, setzt aber voraus, dass man lange und regelmäßig hochwertige Tabletten einnimmt. Denn eines ist klar: Mal eben ein paar Pillen einzuwerfen bringt genauso wenig wie eine Handvoll Äpfel pro Jahr.

Gen-Analysen für die perfekte Diät

Nutrigenomiker streiten nicht über die Frage "Obst oder Pille?", sondern wollen durch DNA-Analysen die Gültigkeit aller generellen Ernährungsregeln widerlegen. Ihr Credo: Unsere Gene geben individuell vor, mit welcher Nahrung und welchen Nährstoffen wir unsere Gesundheit positiv beeinflussen können.

Neuerdings wird gezielt die Schönheit ins Licht gerückt. Die Luxemburger Firma Laboratoires Reunis warb gerade auf der Anti-Aging-Messe in Monaco um Dermatologen und Chirurgen. Deren Kunden sollen im Rahmen einer Anti-Aging-Behandlung eine Nutrigenetic-Analyse (Kosten: je nach Arzt 60 bis 1900 Euro) vornehmen lassen, um ihr Hautbild zu optimieren, ihr Gewicht besser zu halten oder die Wirkung eines Anti-Aging-Eingriffs zu verlängern. Der Patient gibt eine Speichel- oder Blutprobe ab, die in Luxemburg analysiert wird. Retour kommt eine Empfehlung für die individuelle Gen-Diät –falls nötig, auch mit Nahrungsergänzungsmitteln.

Beauty-Looks

Zeitlos schön

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Nahrungsergänzungsmittel

1. Anti-Aging- Granatapfel-Drink: 2Naïs Q102, 250 ml, ca. 4 Euro
2. Wasser de luxe mit Kieselsäure: 2Daily Beauty to go", 500 ml, ca. 2 Euro
3. Soll die Fettverbrennung pushen: "Delipidrink" von Ella Baché, 500 ml, ca. 36 Euro
4. Diese Kur verspricht glatte Haut: "Collagen Booster" von Thalgo, 10 Ampullen, ca. 63 Euro


Bittere Pillen
Achtung bei Schnäppchen aus dem Internet! Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat Pillen getestet, die angeblich risikofrei ("100 Prozent Natur") beim Abnehmen helfen. Fakt ist: Die Tabletten enthalten teilweise Stoffe wie Sibutramin, das nach zwei Todesfällen 2002 verboten wurde. Unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten!

Wie viel Gutes steckt wirklich im Essen?

Selbst wenn man es schafft, täglich Obst und Gemüse zu essen, ist die Nährstoffversorgung nicht zwangsläufig perfekt - die Frage, wie viel Nährstoffe wirklich in unserer Nahrung stecken, erhitzt die Gemüter. Offizielle Stellen wie die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel beteuern zwar, dass Gemüse und Obst heute genauso viele Wertstoffe wie vor 50 Jahren enthalten. Kritiker bemängeln aber, dass vorzugsweise frische und sachgerecht gelagerte Produkte getestet würden. Was erst nach Tagen in der Auslage aus dem Supermarkt bei uns auf dem Teller landet, kann weniger Nährstoffe enthalten.

Ein Beispiel für grünen Wertverlust: Der Vitamin-C-Gehalt eines Kopfsalats sinkt innerhalb von drei Tagen um mehr als 60 Prozent. Besonders stark werden aufbereitete Obst- und Gemüseprodukte kritisiert. Der Ernährungsexperte Sven-David Müller ordnet zum Beispiel die beliebten Smoothies bei den Süßigkeiten ein, weil die lichtdurchlässigen Glasverpackungen die Vitamine nicht ausreichend schützen und die Drinks zudem oftmals Zusatzstoffe wie Zucker enthalten.

Fazit: Nur wenn man regelmäßig frische, hochwertige und unbehandelte Produkte zu sich nimmt, sind Nahrungsergänzungsmittel komplett überflüssig.

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