VIP-Diät: Irene Danneberg testet die Detlef-Soost-Diät

"Mein Ziel ist sein Versprechen: Straff, schlank, sexy sein. Drei Kilo würde ich gerne hergeben"

Body Change

Detlef D! Soost verspricht mit dem "Body Change"- Programm einen Gewichtsverlust von bis zu 20 Kilo. Schlemmen ist allerdings erlaubt – aber nur eiweißreich. Kartoffeln, Nudeln und Brot weichen kohlenhydratarmem Gemüse und eiweißreichen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Eiern. Obendrauf gibt es Rezepte per Video und zwei harte 20-Minuten-Sporteinheiten. Gegen Diät-Frust darf man einen Tag pro Woche alle Prinzipien vergessen.

Ich habe die neun Tage genossen. Neun Tage Sonne, neun Tage türkises Meer, neun Tage Curry-Gerichte, neun Tage Malediven. Kurzum: Mein Urlaub war der (Schlemmer-) Himmel. Ich habe weitgehend auf Kohlenhydrate verzichtet. Morgens gab es meistens Bohnen mit Würstchen. Ab und an mischte sich da aber auch eine (böse, aber knackige!) Kartoffelecke drunter. Das war es.

Gülcan Kamps vor zehn Jahren

Diese Styling-Sünde bereut sie heute

Gülcan Kamps
Auch Moderatorin Gülcan Kamps hatte in der Vergangenheit den ein oder anderen Styling-Fehlgriff. Bei der Lambertz Monday Night verrät sie uns, was sie heute ganz anders macht als früher
©Gala

Die Mittage und die Abende genoss ich regionale Küche. Und das waren Linsen-Currys, Kichererbsen-Currys, Fisch-, Geflügel-, Lamm-, und Rinder-Currys. Mit Kokosmilch, Koriander, Zimt, Chili, Kardamom, Ingwer, Tomaten, Erbsen, Jackfruit und auch Bohnen. Da meistens um die fünf bis sieben lokalen Gerichte zur Auswahl standen - und ich sie alle wollte - legte ich sie mir in Klecksen auf den Teller. Natürlich gab es keinen Reis und kein Brot dazu. Das wäre einfach nur unnötiger, langweiliger Füllstoff gewesen - und so hätte ich weniger von den leckeren einheimischen Speisen essen können.

Auch Pizza und Nudeln standen zur Wahl. Es gab sogar Eisbein und Sauerkraut. Damit wirklich jeder Urlauber glücklich wird. Wie zum Beispiel die Mäkler, die sich über "komische Gewürze" im Essen beschweren. Bei mir rufen solche Aussagen nur Irritationen hervor: Wer will schon an einem Ort wie diesem, deutsches Essen oder Fastfood in sich hinein stopfen?

Fisch, Fisch, Baby!

Nach dem Essen ist vor dem Sport. Oder nennen wir es lieber Bewegung. Eigentlich habe ich die meiste Zeit unter Wasser verbracht. Flossen an, Taucherbrille auf die Nase, Schorchel in den Mund. Popo in die Höh'. So habe ich das Hausriff unsicher gemacht - und auch weitere Spots außerhalb unserer Insel. Große Haie, kleine Haie, große Rochen, kleine Roche, Drückerfische, Mantas und viele bunt-gemusterte Fische, deren Namen ich nicht kenne, schwammen um uns herum. Kein Wunder also, dass ich meinen Kopf nur schwer wieder aus dem Wasser bekam. Mir hätten Kiemen wachsen können ...

Schön. Quatsch, WUNDERschön. Aber auch sehr anstrengend. Nach manchen Schnorcheltouren kroch ich regelrecht wieder an Land. Atemlos. Hätte manchmal am Strand einfach nur umfallen können. Sicher: Ich lag auch faul auf der Liege unterm Sonnenschirm. Nur nie lange. Weil ich es einfach nicht kann. Vielleicht, weil ich nicht die Ruhe dafür habe. Ich bin kein Typ, der mit zehn Büchern in den Urlaub fährt und 14 Tage ein Loch in die Liege liegt. Am besten noch am Pool! Was ich nie verstehen werde - wenn rund um einen herum die Lagune türkis leuchtet, mit der ich persönlich am liebesten verschmolzen wäre.

Ich muss immer in Bewegung sein, etwas unternehmen, sehen, erleben. Daher habe ich auch bisher in keinem meiner Urlaube zugenommen.

Kilo-Alarm!

Dieses Mal war es etwas anders. Ich kam nach Hause, stieg auf die Waage und hätte am liebsten liebsten geheult. 1,4 Kilo mehr! Woher denn bitte? Natürlich habe ich bei meinem Mann auch mal von den leckeren Nachspeisen gekostet - und auch Rotwein gab's zum Abendessen - aber ansonsten habe ich mich "Body Change"-konform ernährt. Zwei Tage später war alles wieder runter. Sogar noch 200 Gramm mehr waren verschwunden. Damit habe ich noch einmal 200 Gramm abgenommen.

Ich habe keine Erklärung, was der Grund für die Zunahme und die kurz darauffolgende Abnahme war. Vielleicht hatte ich Wassereinlagerungen im Körper. Was es auch war: Es ist weg!

"Weg" ist auch mein Stichwort. Denn die zehn Wochen sind nun vorbei. Und der Speck ist auf und davon. 3,4 Kilo habe ich insgesamt abgenommen. Das ist das Gewicht, das runter sollte. Würde ich mir "Body Change" noch einmal antun? Wenn ich übergewichtig wäre und nicht wissen würde, wie man sich vernünftig ernährt, dann ist dieses Programm ideal. Viele Menschen essen morgens ihr Vollkornbrot, mittags die Vollkornnudeln und abends wieder das Vollkornbrot, und wundern sich, dass sie nicht abnehmen. Sie denken, dass das alles kalorienarm sei. Vielleicht sündigen sie zwischendurch mit einem kleinen Stück Schokolade. Doch auf der Waage tut sich nichts. Klar, wenn man sich dann auch nicht bewegt: Wie soll der Körper da die ganze aufgenommene Energie verbrauchen? In diesem Fall empfinde ich "Body Change" wirklich als passend.

Ein Fazit

Das (Grund-)Sportprogramm von Detlef D. Soost ist für meine Verhältnisse nicht ausreichend. Es sind sehr gute und effektive Übungen, nur brauche ich davon mehr. Also die doppelte Dosis als Einheit, dreimal die Woche. Plus Cardio-Training.

Mein Fazit: Ich persönlich bin einfach ein Käse- und Quark-Junkie und quäle mich daher mit dieser Art Diät ein wenig. Lieber lasse ich den Loadday weg und füge Milchprodukte meinem Speiseplan hinzu. Dann passt das schon.

Tusch, Fanfaren, Trommelwirbel. Ich muss mal eine Durchsage machen: Ich kann Liegestütze. Irre, oder? Wer nun irritiert ist: Ich konnte mich vor ein paar Wochen noch nicht auf meinen Armen halten. Dank meines Trainings mit Detelf D. Soost klappt's. Natürlich nicht so lässig-flockig wie bei Chuck Norris, aber immerhin kriege ich meinen Körper hoch gehievt - wenn auch mit zittrigen Armen. Meine derzeitige Lieblingsübung: Burpees. Am Tag danach schmerzen 90 Prozent meines Körpers. Scheint also effektiv zu sein.

Ohne Käse ist doch alles Käse

Und wie läuft's eigentlich mit der "D!"iät nach geschlagenen sieben Wochen? Eigentlich gut. Jetzt beginnt die achte Woche - und ich habe 3,2 Kilo abgespeckt. Ich passe überall rein, wo ich reinpassen wollte. Das war das Ziel. Wenn ich noch mal 1000 Gramm bis zum Ende "Body Change" abnehmen sollte: Ich werde mich nicht mit einer Pommes-Rot-Weiß-Schranke dagegen stellen. Es gibt noch Vorräte, die verbrannt werden dürfen.

Nun, nach rund zwei Dritteln dieser Ernährungsumstellung, muss ich aber sagen: Das ist nichts für mich - nicht auf Dauer. Für zehn Wochen - okay! Man verzichtet einfach auf viel zu viel. Zu viel Lebensfreude. Und dazu gehört einfach auch gutes Essen - was für mich zum Beispiel Käse beinhaltet. Ziegenkäse. Brie. Camembert. Gruyere. Parmesan, Mozzarella. Ich leide wirklich enorm darunter, keinen Käse mehr mit meinem geliebten Eiweißbrot zu essen.

Es geht nicht darum, sich zum Abendbrot eine Pizza mit Nudeln und Hotdog oben drauf reinzuschaufeln - und Käse-Nachos als Nachspeise mit Cola hinterherzuspülen. Nein, ich achte darauf, was ich zu mir nehme. Vor drei Jahren habe ich mal die Dukan-Diät gemacht - allerdings als Lightversion. Denn reine Eiweißwochen waren mir einfach zu krass (nur Quark und mageres Fleisch) - und die Besorgnis um die eigenen Nieren groß. Und so habe ich mich von kohlenhydratarmem Gemüse, leichten Milchprodukten und fettarmem Fleisch ernährt. Die Kilos purzelten so heftig wie noch nie. Es waren satte acht Kilo in acht Wochen. Dazu muss man sagen: Ich war kein Schwergewicht, sondern nur ein wenig mopsiger. Ein wenig (Un)Wohlfühlspeck hatte sich an mir breit gemacht. In der Dukan-Light-Zeit habe ich mir sogar Eiweißbrot gebacken, was auch Quark beeinhaltet. Nach der Abnahme hob ich meinen Kohlenhydratkonsum etwas an - und das lief prima. Kein Jojo, der hoch schnellte.

Der Kuchen der Kollegen

Doch mit meinem Job hier in der Redaktion lernte ich unsere Kantine kennen. Und die fatalen Backkünste der Kollegen. Was sich mit bis zu fünf Kilo mehr auf der Waage niederschlug. Daher war der "Body Change"-Test wirklich der ideale Anlass, um das Fett zum Schmelzen zu bringen. Nun ist diese Zeit fast vorbei: zwei volle Wochen und sechs Tage noch. Ehrlich: Ich bin sehr, sehr froh darum, dass ich mitmache. Und auch, dass es bald wieder vorbei ist.

Denn vor allem am Frühstück habe ich wirklich keine Freude mehr. Ich esse mittlerweile nur noch, um satt zu werden. Bohnen, Thunfisch, Ei. Das sind die Grundbestandteile eines nahezu jeden morgendlichen Qual-Mahls. Für mich heißt es nur: Runter damit und den knurrenden Magen zum Schweigen bringen, keinen Hunger fühlen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Milchprodukte mein Leid gelindert hätten. Und ich weiß, dass Käse und Co. nach den zehn Wochen wieder auf meinem Teller landen werden - genauso wie mein selbstgebackenes Lowcarb-Brot.

Doch vorerst muss ich noch durchhalten. Auch im Urlaub, der vor der Tür steht. Natürlich, das muss ich zugeben, werde ich mich nicht sklavisch an die "Body Change"-Vorgaben halten. Das wäre Genuss-Harakiri. Nein, ich werde auf Kohlenhydrate verzichten und den Rest essen. Das steht bombenfest. Genauso wie mein Sportprogramm: Das wird aus Schwimmen bestehen. Ja, schwimmen - nicht planschen. Und das ist ja mal so was von effektiv. Wetten, ich habe nach dem Urlaub noch ein Kilo weniger auf der Waage? Wetten?

Ich werde berichten!

Inzwischen habe ich den Berg erklommen und die Spitze hinter mir gelassen. Meint: Die sechste von zehn Wochen ist angebrochen. Leider hat sich zu Beginn der fünften Woche nichts mehr auf der Waage getan. Bis auf 100 läppische Gramm. Insgesamt trage ich nun 2,6 Kilo weniger Ballast mit mir herum.

Das Problem: Dieser Wert verändert sich nicht. Nicht nach oben, nicht nach unten. Und das, obwohl ich standhaft bin: Ich bin der Mount Everest des Pazifischen Ozeans, an dem die tobenden Wellen abprallen wie Köpfe an Gummizellen-Wänden. Dass sich gerade einfach mal Null tut, treibt mich an den Rande des Wahnsinns. Gevatter Frust nagt an mir.

Auf dem Plateau

Die zwei Mini-Macarons, eine Sushirolle und das Duplo am Ende von Woche drei können meinen Stoffwechsel wohl kaum zum Erliegen gebracht haben. Vor allem, weil ich mir danach die Doppel-D!-Dosis Sport gegeben habe. Also: Was ist hier los? Ich logge mich auf meinem "Body Change"-Online-Profil ein. Ich weiß noch, dass da etwas zur berüchtigten Plateau-Phase (Stagnation der Abnahme) stand. Ich will das Gegenmittel! Jetzt!

"Empfehlenswert ist es, viel Wasser zu trinken und eiweißreich zu frühstücken. Das heizt die Fettverbrennung an", steht da als Rat von "Body Change". Viel Wasser ist bei mir eh schon Standard. Ich werde also wieder vermehrt grünen Tee trinken, der gilt ja als Fatburner - und der Verbrennungsmotor soll ja wieder laufen. Chili, Avocado und Zimt gelten auch als Anheizer - und die landen auch immer in meinem Essen, besonders Chili.

Eiweißreich in den Morgen starten, bedeutet für mich: triste Zeiten! Ei, Ei und noch mal Ei. Eijeijei, schon beim Gedanken daran, macht mein Magen dicht. Es steht mir bis zum Halse, wo es ja eigentlich runter soll. Patt-Situation.

In der letzten Zeit gab's daher viel Thunfischsalat oder einfach nur Gemüse zum Frühstück. Und nun werde ich wieder zum Ei genötigt.

Ich hoffe inständig, dass meiner Aversion bald wieder vorbei ist. Außerdem nicht zu unterschätzen: der weibliche Zyklus. Der bringt immer Wassereinlagerungen mit sich. Und schlechte Haut. Und schlechte Laune, die sich durch meinen Nullerfolg potenziert. Diese Woche ist nicht meine.

Schweinehund vs. Motivation

Morgen ist übrigens wieder Wiegetag. Und Sporttag. Ich bin schon sehr auf die beiden neuen Übungen gespannt, die D! da für mich in petto hat. Die von Woche fünf hatten es jedenfalls für mich in sich. Meistens sind es so zwei bis drei verschiedene Trainings, die man machen muss. Kniebeugen, Ausfallschritte, Bauchmuskelübungen und auch Liegestütze. Gerade bei letzteren hänge ich durch wie ein nasser Sack. Das Problem sind meine Arme. So schnell wie ich da einknicke (nur einmal hoch und runter reichen!), frage ich mich, ob die Muskeln an dieser Stelle nur rudimentär vorhanden sind.

Vielleicht bin ich aber auch muskellos? Dann sollte ich diese Übung vielleicht einfach auslassen. Klar, das ist mal eine Idee - wer braucht schon definierte Arme, wenn man Pullis tragen kann, die bis zum Handgelenk reichen?! Ja. So gestalten sich manche meiner inneren Selbstgespräche. Im Duell: Schweinehund vs. Motivation.

Nicht falsch verstehen: Ich bin immer noch motiviert, aber der Schweinehund drückt leicht auf meinen Schultern. Trotzdem mache ich weiter, weil ich weiß: Ohne Fleiß kein Preis. Und weil ich weiß: Auf dem Plateau ist vor der Talfahrt.

To be continued.

Oh, "D!", vergib mir, denn ich habe gesündigt.

Der Geist war so willig und wurde dann vom schwachen (aber leichteren!) Fleisch umgewalzt. Immerhin: Ich bin nicht der sechsten Todsünde, der Maßlosigkeit, verfallen. Ich habe auf dem GALA Fashion Brunch in Berlin zwei Macarons (in meiner Lieblingsfarbe Türkis!) und eine Sushirolle gegessen. Wer da nur müde lächeln kann, dem sei gesagt: Es geht ums Prinzip. Süßes ist nicht erlaubt. Genau wie Sushi.

Dabei ist es völlig egal, ob ich ein Kilo oder ein Gramm esse - ich war einfach nicht standhaft. Und da gibt es nichts zu entschuldigen. Das Schlimme ist: Der Tag zuvor war ebenfalls ein kulinarisches Desaster. Ich aß - nein, schlang - ein Duplo hinunter und versteckte das Papier in meiner Handtasche. Peinlich, oder? Ich weiß. Ich wollte meinem Mann gegenüber nicht eingestehen, dass ich eingeknickt bin, wie die Beine eines frischgeborenen Lämmchens. Dass ich weich wurde, wie ein 30-Sekunden-Ei.

Die Strafe folgt auf dem Fuße

Dafür wollte ich Buße tun: Statt vier "Vater unser" zu beten, legte ich Soosts Übungungen in doppelter Ausführung ab. Klar, damit wurde der Ausrutscher nicht ungeschehen gemacht, aber vielleicht ungesehen - meint Fettpolster auf den Hüften. Denn mit einer doppelten Einheit Sport dürfte die Kalorien-Bilanz wieder bei Plus-Minus-Null liegen. Was aber keinesfalls eine Berechtigung für künftige Zuckerorgien sein soll.

Apropos Schlemmen: Meinen Loadday habe ich mit einem sensationellen Dreigänge-Menü im Rahmen des Hamburger Schlemmersommers verbracht. Es war einfach nur unfassbar: Ein Kräutersalat mit geröstetem Brot und Mozzarella als ersten Gang. Gefolgt vom Hauptgericht: Rinderbavette mit Chili-Maiscreme, Pinienkernkrapfen, Schmorzwiebeln, Spinatspieß und BBQ-Jus. Der Abschluss: Warmes Kokosküchlein, Minzananas und Mojitosorbet. Während des Dinners fühlte ich mich wie von Lukullus geküsst. Und danach als hätte er sich auf mich drauf gesetzt.

Die beiden Workouts in der dritten Woche von je 15 Minuten sind übrigens gut zu schaffen und derzeit noch alles andere als hart. Ich mache zum Beispiel Kniebeugen, Arm- und Beinübungen. Die kann man noch getrost unter Anfängerniveau verbuchen. Und das ist auch okay so. Denn "Body Change" ist ja ein Programm, das auf möglichst viele Menschen passen und nicht nur Sportskanonen ansprechen soll. Als jene würde ich mich zwar auch nicht unbedingt bezeichnen, aber ich bewege mich verhältnismäßig viel und gehe unter der Woche ins Fitnessstudio, wo ich meistens beim Cardiotraining schwitze.

Ohne Fleiß kein Preis

Dennoch merke ich, dass die Sporteinheiten mit jedem freigeschalteten Video an Schwierigkeit zunehmen - wie aktuell die Trainings meiner jetzigen vierten Woche. Besonders eine Übung macht mir zu schaffen: Ich muss die Arme nach oben strecken, das rechte Bein nach vorn stellen, das linke ein Stück zurück, und dann immer wieder in die Knie gehen. So tiiiief es geht. Es zieht ganz schön in den Schenkeln. Dass ich meine Arme weit in die Höhe recken muss, macht alles noch schlimmer. Vor allem, weil ich eine Gleichgewichts-Null bin. Also wackele ich mit zitternden Knien rum, ächze und ärgere mich und versuche, nicht dabei umzukippen. Aber ein viel zitierter Spruch besagt: Wer schön sein will, muss leiden.

Also leide ich, was sich auch lohnt: Die Waage zeigt insgesamt nach dreieinhalb Wochen 2,5 Kilo weniger an.

Auf der Hitliste ganz oben: die Worte "darf" und "nicht". Meistens gibt's sie nicht getrennt voneinander, sondern als mündliches Frust-Paket. Gerade in der glühenden Hitze der letzten Tage bin ich irre heiß auf Eis. Egal in welcher Form! Milchshake, Sahneeis, Parfait - aber ich DARF NICHT. Und wenn ich dann freudig aufjauchze, weil mir ein Fruchtsorbet als perfekte Lösung durch die Gedanken schwebt, muss ich mich in der selben Sekunde wieder enttäuschen. Denn Fruchtsorbet DARF ich NICHT. Sind ja Früchte drin, die wiederum Fruchtzucker haben. Aber eines darf ich dann doch: am Eiszapfen lecken. Oder Eiswürfel lutschen. Natürlich: Am Loadday kann ich reinhauen. Auch kiloweise Eis.

Apropos: An diesem Loaday schlürfte ich selbstgemachten Sangria. Wer da aber an Malleplörre denkt, bitte wieder vergessen. Diese Variante stammt aus Portugal, die macht man mit Weißwein, Früchten, einem Likör (Beirao) und einer Zimtschote. Dazu gab's ein Stück Lasagne. Und morgens eineinhalb Brötchen mit Wurst und Käse. Das war's. Und schön war's. Wird es auch wieder.

Inzwischen rechne ich in Loaddays, hangel mich so durch. Ich glaube, wenn ich diese Möglichkeit nicht hätte, weiß ich nicht, ob ich die zehn Wochen so durchziehen könnte. Vor allem in Zeiten, in denen mein kompletter Wasserhaushalt auf der Wirbelsäule hinunter rauscht. Dann verzehre ich mich nach Abkühlung. Und damit meine ich kein schnödes, pures H2O, das ich brauche, um zu überleben. Oder Ventilatoren.

Ach, lassen wir das armselige Geheule.

Lecker kochen trotz Diät? Geht!

Trotz allem bin ich noch immer sehr motiviert. Vor allem die Küchen-Experimente machen mir richtig viel Spaß. Weil man von Altbekanntem abweichen und umdenken muss. Brot, Käse, Reis, Nudeln: Die anerzogene Standardkost durch kreative Leckereien ersetzen. Das geht. Und wie!

Abends schlemme ich zum Beispiel Garnelen in Knoblauchsud und zimtigen Erbsenstampf. Kürzlich gab's ein Thaicurry: Hähnchen in Kokosmilch, viel Koriander, Karotten, Paprika, Champignons und Chili. Was übrigens erstaunlich lecker war: Kohlrabipommes. Richtig gelesen: Pommes Frites aus Kohlrabi. Ja, auch ich hatte mir ungläubig die Augenbrauen bis zum Haaransatz gezogen. Aber sie machen sich am Gaumen ziemlich gut, verlieren auch das sehr eigene Aroma der Knolle. Statt in Mayo dippte ich meine Pommes in eine Guacamole. Dazu gab's Chickenwings.

Wer ohne Nudeln einfach nicht leben kann, der sollte vielleicht einmal Linsennudeln oder Kichererbsennudeln ausprobieren. Letztere schickte mir das "Body Change"-Team. Ich aß sie mir Garnelen, Kokosmilch und Tomaten. Und ich muss sagen: Sie sind wirklich eine sehr gute Alternative zur ungesunden Weizenmehlschwester.

Mein Dauerbrenner ist und bleibt aber Chili con Carne. Richtig pfiffig wird es, wenn man da dunkle Schokolade und Bier einmischt. Aber genau diese Komponenten werden erst mal aus dem Topf verbannt. Stattdessen streue ich ungesüßtes Kakaopulver ein. Auch gut.

Der Morgen macht mir Sorgen

Nicht gut ist mittlerweile mein Frühstück. Während ich anfangs noch im Bohnen- und Erbsenrausch war, bin ich diese Monotonie mittlerweile (papp)satt. Als pure Variate jedenfalls. Im Chili con Carne ja gern, aber das kriege ich um sieben Uhr in der Früh nun wirklich nicht runter. Tja, und so wechsele ich zwischen Ei, Ei und Ei - und Bohnen mit Thunfisch. Oder einfach nur Schinken und Hähnchenbrust. Das ist mir einfach zu wenig Abwechslung.

Das Problem: Ich muss das noch acht Wochen aushalten. Ich habe erst ein Fünftel der Zeit von "Body Change" hinter mir. Aber, und das ist die gute Nachricht, ich merke defitiv einen Gewichtsverlust! Einige Kleidungsstücke, die vorher Presswurstalarm auslösten, geben nun grünes Licht. Sie sitzen ziemlich entspannt am Körper. Das bestätigt mir auch die Waage ganz offiziell: 1,5 Kilo sind runter.

Da nun die dritte Woche begonnen hat, startet endlich auch mein Sportprogramm. Da sollte es ja wohl ein Klacks sein, die letzten Speckringe aufzulösen. Zwei Workouts (eines leichter, eines schwerer), ein Motivationsvideo (Tschakka!) und ein Kochvideo wurden auf meinem Online-Konto von "Body Change" freigeschaltet. Nun sage ich noch den restlichen 1,5 Kilo (bis meinetwegen auch 3) den Kampf an.

Die Tage fünf bis acht

Morgen ist Samstag! Endlich. Da freut man sich doch ein Loch in den Bauch, das in nicht mal 24 Stunden gestopft werden will. Ab in den Schlemmerhimmel. Samstag ist Supertag. Nur noch diesen Freitag rumkriegen, schlafen und dann morgens mit einem knusprigen Croissant starten, Schokolade auf der Zunge schmelzen lassen und abends in einen Burger beißen. Das ist die Planung. Die steht bombenfest!

Und dieser Freitag? Der startet mit einem Mix aus Thunfisch, Erbsen und Chili. Lecker. Ich weiß schon jetzt: Das wird es öfter geben. Denn es schmeckt. Und ich habe nicht das Verlangen, meinem Mann augenblicklich das Käsebrot aus der Hand reißen zu wollen. Nein, zu meinem Erstaunen bin ich gesättigt und glücklich. Das wird sich aber im Laufe des Tages ändern.

Falafel - das perfekte "Body Change"-Essen

Mittags in der Kantine denke ich: Wenn das mal keine Vorsehung ist – es gibt Falafel! Die sind schließlich das perfekte „Body Change“-Essen! Allerdings mit Minz-Dip, Salat und Brot. Ich verzichte auf die Soße, gebe das Brot an meine Kollegin ab. Von dieser bekomme ich im Gegenzug eine Falafel zugeschoben, doch da klebt etwas Dip dran. Ich kratze ihn ab. Keine Ausnahmen! Ich bleibe hart.

Am Abend geht es mir schlecht. Sehr. Ich habe eine Magen-Darmverstimmung. Und was für eine.

Als ich am Samstagmorgen aufwache, fühle ich mich wie von drei Panzern überrollt (und zwar inklusive Rückweg). Mein Samstag ist ruiniert. Von wegen Loadday! Geladen bin ich trotzem - vor Wut. Denn nun heißt es: Fasten statt Schlemmen.

Jeder Schritt löst bei mir einen Puls von geschätzten 140 Schlägen aus. Die Muskeln zittern, ich habe keine Kraft. Also schnell wieder in die Waagerechte begeben. Der Weg führt mich auf die Couch, wo ich Tee trinke. Es gibt Cornflakes und in Brühe weich gekochte Möhren.

Tage des Leidens

Ansonsten besteht mein Tag aus Fernseher anstellen, "Shopping Queen" mit Guido Maria Kretschmer schauen, ausmachen, schlafen. Und dasselbe wieder von vorn. Nur dass dann das Programm wechselt: Ich gucke die US-Serie "House of Cards" (gut, gut, mega-gut!). Meinem Magen geht's abends schon wieder besser. Ich esse ein Duplo. Und dann noch eins. Und weil's so lecker war ein drittes. Mini-Load sozusagen. Am Tag darauf bin ich wiederhergestellt. Trotzdem hole ich meinen Loadday nicht nach. Ich will meinem Magen jetzt nicht die volle Breitseite geben. Und auch der Sport muss leider vorerst noch ausfallen. Dem Körper nach seinem Kampf zu viel abzuverlangen, wäre dumm.

Am Montag bekomme ich dann endlich wieder Post von Detlef - nach sieben Tagen. Er hat zwei Kochideen für mich. "Ich grüße dich. Ich hoffe, mit den Rezepten läuft alles so, wie du es dir wünscht. Ich denke, mit dem Körper dürfte alles in Ordnung sein und es wird von Tag zu Tag weniger", sagt in einem der beiden Clips zu mir. Juchuu! Ein paar Worte der Ermunterung. Endlich. Dann erzählt "D!", was er für mich parat hält. Ein Omelett mit Lachs und roten Bohnen. Gefällt mir. Wird definitiv nachgemacht. Kochvideo Nummer zwei bietet an: "Rinderfilet im Serrano-Mantel mit Brokkoli". Auch das ist easy zubereitet und sicherlich schmackhaft.

Der Figur-Killer auf den Fersen

Im Büro tobt unterdessen der eiserne Krieg gegen eine der wohl zartesten Versuchungen dieses Universums: S-C-H-O-K-O-L-A-D-E. Kollegin Stefanie ist gerade aus London zurückgekommen. Im Gepäck: 360 Gramm Glückseligkeit (Milchschokolade der allseits beliebten Firma Cadbury). Die Redaktion rastet aus. Vor Freude und vor Frust.

Team Freude gehören an: so ziemlich alle. Team Frust besteht aus Stefanie und mir. Nun ernährt und sportelt Stefanie sich mit Lena Gercke zur Killer-Figur. Da drängt sich die Frage auf: Was bringt die ausgerechnet einen Figur-Killer mit zur Arbeit?! Hier regiert der Teufel. Ich bin in der Hölle - das wird es sein.

Gestatten? Fresssack a.D.

"Gott, würde ich die gern essen", winsele ich und blicke verzehrt vor Schmerz auf die lilafarbene Verpackung. "Mache ich aber nicht", herrsche ich mich an. Auch hinter mir ertönt ein undefinierbares Geräusch. Stöhngemurmel. Oder Gemurmelstöhn. Irgendwie sowas. Dazu der Satz: "Ich muss dauernd an diese Schololade denken." Ständig kommt jemand ins Büro und säuselt verzückt: "Oh, Schokolade". Oder wahlweise auch: "Die ist ja mega-lecker" – um sich augenblicklich die Hand vor den vollen Mund zu halten und dahinter verschämt "Entschuldigung" zu flüstern. Auch ein Kuchen steht noch rum. "Ungewöhnlich, dass der noch nicht gegessen wurde", sagt unsere CVD. Tja, die wahren Fresssäcke sind ja auch außer Dienst.

Man wird also immer und immer wieder daran erinnert, dass sich etwas innerhalb des laufbaren Radars befindet, was man vor der Diät vom Fleck weg inhaliert hätte. Schwupp, war da was?

Ja, der Verzicht ist schwer. Sehr, sehr schwer. Es ist ein ewiges Ringen mit dem Willen. Gerade was diese Zuckersucht angeht. Dennoch merke ich, dass es mir leichter fällt, als noch in den ersten Tagen. Es gibt also Hoffnung. Übrigens werde ich heute an diesem Dienstag endlich wieder Sport machen. Eine Stunde Crosstrainer – Minimum!

Die ersten vier Tage

"Mit dir stimmt doch auch was nicht, oder?" Das war einer der ersten Sätze, die mir von einer Kollegin entgegen geschleudert wurden. Natürlich nicht böse gemeint. Aber dennoch ehrlich fragend. Klar! Denn erst vor einigen Wochen ging ich unter die Steinzeitler, lebte nach Paleo. Viele Kollegen gaben sich da ganz entsetzt: "Was isst du denn dann noch?!" und "Das könnte ich nicht." Irgendwie habe ich die vier Wochen ohne Milchprodukte und Kohlenhydrate überlebt. Wenn auch nur schwer. Natürlich wirkt es da recht ungewöhnlich, sich einer neuen "Tortur" zu unterziehen. Masochistische Züge? Mitnichten!

Um auf obige Frage zurückzukommen: Ja, mit mir stimmt etwas nicht – und zwar der Fettanteil im Körper. Der ist etwas höher als er sein sollte. Nicht gravierend, aber störend. An meinem Bauch sitzt ein Schwabbel, der sich in ein Waschbrett verwandeln soll. Ingesamt sage ich drei Kilo Speck den Kampf an.

Daher bin ich ganz vorn dabei als in der Redaktion rumgefragt wird, wer denn Lust hat, sich einem der Zehn-Wochen-Programme zu stellen.

Ich! Natürlich! Sofort!

Mach mich bitte sexy

Spontan entscheide ich mich für "Popstars"-Drill-Instructor Detlef D! Soost. Die Werbung hat mein Gehirn wohl eindringlich genug mit dem Schlachtruf "I make you sexy dot com" infiltriert. Außerdem gefällt mir sein Versprechen: "Nach ein oder zwei Wochen werden es deine Freunde bemerken und du wirst viele Komplimente bekommen." Hallöchen, sexy Popöchen! Spontan brüllt die "Gala.de"-Bildredaktion: "Whohoo, wir unterstützen dich... aber nur beim Sport!"

Gut! Immerhin. Geteiltes Leid ist schließlich nur halbes Leid - oder wie in meinem Fall gevierteltes. Nachdem ich mich auf www.body-change.de (Kostenpunkt 79 Euro) angemeldet habe, finde ich vier Videos vor. In einem erklärt mir Soost, dass ich meine Körpermaße nehmen und diese ins "Erfolgstool" eintragen soll. Auch mein Gewicht. Jede Woche aufs Neue. Und ein Bild soll ich hochladen. Am besten in Unterwäsche. Ehrlich: Ich glaube, Maße und Gewicht reichen mir da völlig. Das Bild knipse ich zwar trotzdem, behalte es aber wohlbehütet außerhalb digitaler Sphären auf dem Rechner.

Im nächsten Clip erläutert "D!" das Sportkonzept. Es wird zwei wöchentliche Workouts von zwanzig Minuten geben, die sich perfekt in den Alltag integrieren lassen sollen, wie zum Beispiel in die Mittagspause. Jippieh, denke ich, los's geht's! Rein in die Sportklamotte, rauf auf den Teppich, raus mit dem Schweiß. Doch daraus wird nichts.

Denn der 44-jährige Coach fügt hinzu: "In den ersten zwei Wochen verzichten wir auf Sport, damit du dich auf deine Ernährungsumstellung gewöhnen kannst." Ich bin etwas enttäuscht, denn eigentlich bin ich gerade voller Energie, die ich irgendwie irgendwo einbringen will. Leider ist kein Baum in der Nähe, den ich mal eben entwurzeln kann. Hm. Doch verzagen muss ich nicht, nach ein paar Klicks finde ich heraus, dass ich mein herkömmliches Fitnessstudio-Programm weiterhin durchziehen darf - und nicht nur ganz allein auf Detlefs Übungen bauen muss.

Kleine Ernährungskunde

In einem weiteren Video geht's um die Ernährung. Soost erklärt: "Man kann bei der Ernährung unheimlich viel richtig machen, aber auch unheimlich viel falsch. Halte dich an die Art Ernährung wie wir sie miteinander besprechen, dann wirst du schnell Erfolge feiern." Gebongt. Ich lerne, dass es "Abnehmverhinderer" gibt. Wie Kartoffeln, Nudeln, Weißbrot und Reis. Auch Milchprodukte landen bei "Body Change" auf der schwarzen Liste: "Die sind zu vermeiden, egal ob Zucker enthalten ist oder nicht, okay?" Okay. Obwohl: Nein, nicht okay. Ich will wissen, warum das so ist. Das wird an dieser Stelle nicht erklärt. Schade.

Ebenso sind Bananen, Äpfel und Co. tabu. "Denn Obst enthält Fruchtzucker und der macht am Ende wieder dick, wenn man ihn nicht durch Sport verbrennt. Natürlich sind die Vitamine nicht zu unterschätzen, aber die findest du auch in Fisch, Fleisch und Gemüse, okay?" Okay. "Eier sind, entgegen dem, was viele Leute denken, gut. Eier sind gut, okay?" Aha. Und auch zu einem weiteren Lebensmittel hat "D!" eine Meinung: "Butter ist gut. Du kannst Butter essen. Punkt." Auch hier hätte ich mir mehr Informationen gewünscht. "Punkt" ist mir persönlich da als Erklärung einfach nicht ausreichend.

Der Abnehmprozess soll durch kohlenhydratarmes Gemüse, Fleisch, Fisch, Kräuter und Eier gefördert werden. Aber: Auch Bohnen, Erbsen und Linsen sind erlaubt, weil diese Kohlenhydrate langsamer verarbeitet werden und den Blutzuckerspiegel nicht so stark ansteigen lassen. Das freut mich wirklich enorm, denn ich liiiebe Erbsen und Bohnen.

Essen? Aber bitte mit Turbo!

Dann gibt es noch "den Turbo unter den Abnehmlebensmitteln": Chili, Limettensaft, Ingwer, Zimt, grüner Tee, Avocado. Sie sollen den Stoffwechsel ankurbeln. Hier weiß ich: Irgendeines dieser Lebensmittel werde ich ab sofort täglich zu mir nehmen. Völlig egal wie. Hauptsache Turbo! Deswegen gibt's an Tag eins meines "10 Weeks Body Change" auch Chili con Carne. Eines meiner Lieblingsgerichte - mit Kidneybohnen satt! Und viel, viel Turbo alias Chili. Anderer Abend, andere Tellergarnitur: Garnelen, Tomaten und Erbsenstampf mit Turbo-Zimt.

Und mittags? Da geht's ab an die Salatbar, wo ich mich kulinarisch austoben darf. Nur das Dressing aus Joghurt ist verboten, dafür gebe ich Olivenöl über mein Gemüse. Ich esse aber auch warm: Dann ist es Fisch. Oder Fleisch. Mit Gemüse.

Das große Problem stellen die Morgende dar: kein Brot, kein Käse, kein Obst, kein Müsli, keine Milch. Kein, kein, kein. Und was stattdessen? Ei, Ei, Ei. Im letzten Video, das für Woche eins vorgesehen ist, kocht mir Detlelf dann auch ein Rührei vor. Und Bratgemüse: Pilze und Tomaten, wo eigentlich auch als Fatburner Senf rein soll. Doch wann an welcher Stelle kommt er in die Pfanne? Das wird nicht gezeigt. Der Senf steht im Clip zumindest aber auf der Kochinsel. Immerhin.

Detlelf D! Soost betont immer wieder, wie gern er morgens Ei als Kickstart isst. Schön für ihn. Ich auch. Aber jeden Tag? Deswegen wechselt mein Frühstück in diesen ersten Tagen mal zwischen Surf and Turf (Wiener Wurst, Hähnchenbrust und Lachs), Rührei mit Champignons und Thunfisch-Salat (Erbsen, hartgekochtes Ei, Thunfisch). Soost gibt noch den Tipp, morgens Falafel zu essen. Das hört sich doch mal richtig irre an - im Gegensatz zu Ei und Fisch. Meine Geschmacksknospen werden da bestimmt erblühen. Wer nun denkt: "Oh, Gott, ich würde das nie schaffen und nach fünf Tagen aufgeben", dem sei gesagt, dass es noch einen Loadday gibt.

Der Loadday ist meine Rettung

An diesem kann ich Eis schlecken, kiloweise Schokolade konsumieren und in Milch baden. Dieser Tag soll den Stoffwechsel anregen. Ich muss gestehen, dass sich meine Gedanken nur noch um diesen Tag kreisen und ich regelrecht darauf hin fiebere. So als würde ich George Clooney oder Chris Hemsworth treffen. Ich habe mir schon am Montag vorgstellt, wie ich am Samstag (fester Loadday) in einen saftigen Burger beiße, Pommes knabbere, leckeren schönen trockenen Rotwein trinke und Schokoknusperriegel esse. Aber ich weiß auch: Das wird kein Fressgelage. Schließlich ernähre ich mich jetzt bewusster und möchte das alles nicht "versauen" - und ich will nicht nach zehn Wochen mit einer Bilanz von Plus-Minus-Null das Projekt "I make you sexy dot com" beenden. Das wäre äußerst unsexy.

Eine Sache vermisse ich aber noch: Mehr Input. Ich habe mich durch die Videos geguckt, mir die Rezepte-PDF auf meinem Account durchgelesen - und das alles in nicht mal einer Stunde. Nun sind vier Tage vergangen und nichts ist mehr passiert. Kein Video, keine Email - nichts. Gerade in den ersten Tagen muss man aber etwas mehr an die Hand genommen werden, vor allem jene Menschen, bei denen eigentlich Chips, Cola, Brot und Nudeln auf dem Speiseplan stehen. Denn die sind wahrscheinlich schnell überfordert, was zum Verlust der Motivation führt. Wer weiß: Vielleicht habe ich ja morgen endlich eine neue Email im Postkasten.

Fortsetzung folgt.

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