VIP-Diät: Bettina Klee testet die Franzi-van-Almsick-Diät

"Wenn mir Franzi die Übungen auf den Rechner schickt, kann ich früh morgens sporteln - hoffe ich"

VIP-Diät: Bettina Klee testet die Franzi-van-Almsick-Diät

mybod-e

In zwölf Wochen 16 Kilo verlieren? Goldfisch Franzi verspricht das. Die Ex-Profischwimmerin hat nach der Geburt ihres zweiten Kindes so wieder eine Topfigur erreicht. Dazu bietet das Online-Portal sechs Fitness-Checks mit zwölf Trainingseinheiten mit Franzi und weiteren zwölf mit einem Trainer. Dazu gibt es Ernährungstipps (etwa wie man Süßigkeiten mit natürlichen Zutaten wie Honig ersetzt) und einen persönlichen Ernährungsplan.

Ich verlängere

Zwölf Wochen im Franzi-Modus hießen: kein Zucker, wenig Kohlehydrate, viel Sport. Die ersten zehn Tage ohne Süßes waren hart, dafür war ich von den Videos sofort angefixt. In Woche 10/11 das Motivationstief: Plötzlich sporteln wir auf Champions League-Niveau, ich pruste, schwitze, fluche. Der innere Schweinehund knurrt wieder. Immerhin weiß ich: Am ersten Tag hätte ich all diese Übungen nicht ansatzweise geschafft. Dass ich trotzdem solch höllischen Muskelkater habe, macht mich fertig und lässt mich das erste Mal zu Frust-Keksen greifen. Ich merke: Alles schön und gut, aber nachhaltig ist das noch nicht. Franzi hat 14 Kilo abgenommen, ich zehn: Für mich heißt das: "The show must go on!"

Woche elf

Da hätte ich doch fast meinen Rechner geknutscht! "Dein Taillen-Hüft-Verhältnis ist hervorragend", ergibt die Auswertung und Vermessung meines Körpers am Ende von Woche zehn. Ganz diplomatisch gibt es keinen Kommentar zu meinen Oberschenkeln, da könnte schon noch was runter, schließlich fängt jetzt wieder die Hosen-Saison an. Dennoch: Der Fitness-Check nach Woche elf zeigt mir, welchen Weg ich zurückgelegt habe: Die Eingangsübungen, die mir vor gut zwei Monaten Schweißperlen auf die Stirn trieben, gehen mir locker von der Hand. Unterarmstütz? Was, nur 30 Sekunden? Ich könnt wohl noch ein Weilchen. Beweglichkeit 5 von 5, Kraft 3 von 5 und Ausdauer 4 von 5, also Leistungssteigerung auf der ganzen Linie. Damit liegt mein Mybod-e-Index bei 84 – und nicht mehr bei den anfänglichen 34.

Und dann so was: Beim Training in Woche elf legt Derek noch mal eine ordentliche Schippe drauf, viele Sprungübungen und eine amtliche Schlagzahl der Übungen. Ich habe den schlimmsten Muskelkater seit Woche eins und keuche wie ein Kettenraucher. Aber so kurz vor Schluss will ich den Anschluss auch nicht mehr verlieren, also Zähne zusammenbeißen – auch wenn meine Kolleginnen mit ihren Fitnesstests schon durch sind und ich als einzige noch bis Ende Woche zwölf machen muss.

Woche zehn

Meine Pumpe läuft auf Hochtouren, aber dennoch fühlt sich der erste Sport nach zehntägiger krankheitsbedingter Pause an wie die Begegnung mit alten Freunden – da sind sie wieder, Jump-Squats, Unterarmstütz und die tanzende Krabbe.

Und natürlich mein Lieblingstrainer Derek. Ich beschließe, die vergangene Woche einfach zu streichen, also bin ich, auch wenn ich schon eine Woche länger dabei bin, in Woche zehn. Die Waage zeigt noch mal ein Kilo weniger an – hey, und das ohne Sport, jetzt nur nicht leichtsinnig werden!

Der Ernährungsplan sieht übrigens vor, einmal pro Woche nach Herzenslust zu schlemmen. Aber das lasse ich lieber, denn ich kenne mich: Dann kommt dieser eine Tag pro Woche plötzlich schon nach fünf Tagen wieder und dann nach drei …

Woche neun

Ich bin krank, deshalb in Woche neun kein einziges Training. Immerhin auch wenig Appetit. Vor dem Wiedereinstieg graut mir jetzt schon. Und vor dem nächsten Wiegetag.

Woche acht

Wie schön, Trainer Derek prustet jetzt auch beim Training! Für mich das Signal, dass wir hier richtiges Fitnesstraining und keinen Couch-Potatoe-Sport machen. Und dann sagt er auch noch ständig, dass die nächste Übung "echt knackig" wird – ich komme trotzdem mit und brauche anschließend kein Sauerstoffzelt. Franzi geht es genauso. In ihrem Tagebuch schreibt sie, wie sie die wieder erwachende körperliche Fitness genießt.

Brauche ich dennoch einen Kick, schaue ich auf die Klickzahlen: In Woche 1 turnten bisher 6528 Home-Trainierer das Video nach, in Woche 7 nur noch 600.

Die Waage zeigt jetzt sieben Kilo weniger. Da wäre ich natürlich gern weiter, aber immerhin: Ein kleines Schwarzes, das ich eigentlich schon fast aussortiert hatte, passt wieder. Juhu!

Woche sieben

Am Ende von Woche 6 war Bergfest. Was bei mybod-e soviel bedeutet wie bei der Besteigung des Mount Everest: Basislager 2, weiter geht's.

Ich gebe zu, ich habe eine Weile dort oben auf dem Gipfel abgehangen, genauer gesagt: die ersten Tage meines Urlaubs. Anderer Tagesablauf und insgesamt die Stimmung eher auf lazy statt busy. Auch der Ernährungsplan gerät durcheinander, ab und zu ein Glas Wein auf der Terrasse am Sommerabend ... und keine Waage weit und breit. Immerhin: Bis auf den Alkohol bleibe ich bei gesunder Ernährung und ignoriere Eisdielen inzwischen ohne Diskussionen mit dem inneren Schweinehund, egal wie heiß es ist.

Und jetzt, am Ende von Woche sieben, habe ich im Urlaubsmodus Tritt gefasst. Morgendliche Laufrunden, abendliche Video-Einheiten, Franzi wäre stolz auf mich. Wenn sie mich bei meinem Trainingsplan beobachten könnte so wie ich sie. Wobei ich mir nicht mehr wirklich die Zeit nehme, ihr Trainings-Tagebuch zu lesen. Keine Zeit, muss Sport machen.

Woche sechs

Faszinierend: Auf meinem linken Quadrizeps wächst ein Muskel. Auf dem rechten ebenfalls, nicht ganz so stark ausgeprägt. Eine harte Schicht, deutlich zu ertasten und zu sehen. Das kommt von den Squats und Olympia-Kniebeugen. Einerseits toll. Andererseits sehe ich mit Bangen dem Ende der Sommerkleidersaison entgegen, wie soll ich dann in meine Hosen passen?

Das Trainingsvideo mit Franzi ist diese Woche so lahm (und in einem stylischen Möbelhaus gedreht - warum?), dass ich es abbreche, und dafür gleich die ambitioniertere Variante mit Derek wähle. So kurz vorm Bergfest merke ich schon, es ist doch ein bisschen fad, immer allein vorm Rechner zu turnen.

A propos Bergfest: Derek weist schon mal vorsorglich darauf hin, dass es am Ende von Woche sechs, wenn wir auf dem Gipfel sind, nicht bergab geht ­ sondern anders als in der Natur ­ weiter bergauf.

Deshalb bleibt mir auch keine Wahl, als den Trainingsplan strikt zu befolgen, sonst komme ich nächste Woche nicht mehr mit. Dranbleiben!

Woche fünf

Ich wollte mehr Sport - ich mache mehr Sport. Viermal pro Woche turne ich nach, was Franzi vormacht. Und ich gehe zum Workout im Sportverein! Außerdem: Treppe statt Lift und nichts Süßes, dafür viel Obst, Gemüse und Wasser. Fünf Kilo weniger! Könnte mehr sein, jammert meine Ungeduld. Trost von mybod-e: Der Körper baut Muskeln auf, die wiegen mehr als Fett.

Woche vier

Ich bin fremdgegangen. Nach einem langen verregneten Sonntag am Computer musste ich abends einfach raus, echte Menschen sehen und laute Musik hören. Also radelte ich zum Sportverein meines Herzens und powerte mich bei einen Bauch-Beine-Rücken-Po-Kurs aus. Kommt mir doch intensiver vor als im Wohnzimmer. Franzi hat im Video zu Woche 5 gar nicht gesportelt, sondern Esti machen lassen und dabei Trainer Arne Fragen zur richtigen Ausführung der Übungen gestellt. Die drei hatten Spaß zusammen, vielleicht kam daher mein Bedürfnis nach Sport in Gesellschaft.

Und dann, Asche auf mein Haupt, kam tags drauf prompt das üppige Geschenk für den ersten Monat Mybod-e (siehe Foto). Jetzt bin ich bestens ausgerüstet als Mybod-e und fühle mich den Leuten im Computer voll verbunden. Weiter geht's. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, und offenbar auch die Motivation.

Eine kleine Überraschung für den ersten Monat.

Eine kleine Überraschung für den ersten Monat.

Erste Erfolge

Öffentlich so ein Fitnessprogramm durchzuziehen, hat Vorteile: Die Kollegen blicken streng, wenn ich mir in der Kantine etwas anderes als Salat auf den Teller lade und flöten nach dem Essen ganz selbstverständlich: "Du nimmst ja die Treppe!" Und bei den obligatorischen Schuljahresabschlussgrillpartys sagen die GALA-Leserinnen gern: "Ach, Du Arme, darfst ja keine Bratwurst!" Bei so vielen Aufpassern kann ich gar nicht schwach werden. Und dann kommt es endlich, das erste positive Feedback: "Ich finde, man sieht schon was" sagt eine befreundete Mutter an der Schule – Claudia, you made my day!

Drei Wochen sind um

Seit drei Wochen bin ich im Franzi-Modus, ein Viertel ist geschafft. Pünktlich an Tag 1 in Woche 4 kommt eine Mail, die für das Ende der Woche eine Überraschung verspricht. Hm. Terraband? Haargummi?

Wenn Franzi neben der winzigen, zarten Esti trainiert, wirkt die 1,80 Meter-Frau nicht so schlank wie sonst. Ob das Absicht ist, damit ich mich motiviert fühle? Motiviert fühle ich mich vor allem davon, dass die Liegestütze besser klappen. Immer noch auf Knien, aber ich komme weiter runter. Langmut und Geduld, Langmut und Geduld, Langmut und Geduld. Mein Mantra für diese Woche.

Kleine Erfolge

Immerhin, weiter abgenommen, noch mal zwei Kilo. Aber offenbar nicht an den klassischen Abnehmstellen, an denen ich sonst immer zuerst Gewicht abwerfe. Inzwischen schaue ich nur noch zu Beginn jeder neuen Woche den Film mit Franzi, sonst trainiere ich direkt mit Arne. Für jeden Wochenplan gibt es nämlich noch ein hochkonzentriertes Training, das die Übungen, die Franzi vorgeturnt hat, aufgreift. Meine Lieblingsübungen: Jumping Jack und Sumo-Squats für Oberschenkel und Po. Immerhin, ich habe Lieblingsübungen! Und ich greife abends inzwischen selbstverständlich zu Salat und Gürkchen, den Ernährungsplan habe ich ganz gut verinnerlicht. Alles kleine Erfolge, aber mein ungeduldiges Naturell hätte es gern spektakulärer.

Morgen ist Wiegetag

Nach einem Tag krankheitsbedingter Pause habe ich erstaunlich viel Power. Offenbar ist ein Ruhetag gar nicht so schlecht und regeneriert die Muskeln wirklich. "Durchkommen" ist nicht mehr die Devise, sondern ich führe die Übungen bewusster und exakter aus. Auf die Oberschenkelübungen freue ich mich sogar. Und wenn Trainer Arne unbeschwert-fröhlich ruft: "Kommt, wir pulsieren jetzt alle gemeinsam 16 Mal", dann löst es in mir keine Aggression auf so viel unverschämte Sportlichkeit mehr aus. Herrlich ist immer wieder die Flunsch von Franzi, wenn sie keinen Bock auf Übungen hat. Arne staucht sie zusammen, sie müsse an ihrer Motivation arbeiten. Ob ich ihr das jetzt so abnehme? A propos: Auf die Waage stelle ich mich nur einmal die Woche – morgen ist es wieder so weit.

Saure-Gurken-Tage

Leichter Dauermuskelkater macht ein angenehmes Körpergefühl. Alles gut - bis ich mich wiege. Vorher fühle ich mich locker vier Kilo leichter, doch dann sind es nur Minus zwei. Gefühlt sind das nun plus fünf. Dafür, dass ich meine Kekse zum Kaffee immer meiner Begleitung rüberschiebe und abends hungrig ins Bett gehe, ein maues Ergebnis. Ins Training gehe ich entsprechend demotiviert. Ich sehe schon, so einfach ist das alles nicht.

Tag 8

Das Expresstraining (10 Minuten Beine) hat es in sich und setzt auf den normalen Muskelkater noch was drauf. Kein schlechtes Gefühl. Das Training mit Franzi startet in Woche 2 auch anspruchsvoller, insgesamt schneller, aber bleibt machbar. Sympathisch: Franzi prustet auch, genau wie ich. Überhaupt kommen die Videos mit ihr sehr natürlich rüber, absolut nicht gestellt. Das Geplänkel zwischen ihr und dem Coach lenkt ab. Und ich als User werde immer auch direkt angesprochen. Die ganze Sache fängt an, mir richtig Spaß zu machen. Könnte auch damit zusammenhängen, dass der Hosenbund weniger spannt.

Tag 6-7

Zum Einwöchigen gibt es von Mybod-e eine Gratulationsmail – mit Hausaufgaben (Mache ab jetzt zusätzlich dreimal wöchentlich ein Expresstraining) und Ernährungstipps (Saisonales essen, zum Beispiel Beeren pürieren und mit fettarmer Milch mixen). Die Sportmatte (in Mybod-e-Farbe Grasgrün) und eine Trinkflasche sind inzwischen auch angekommen. Langsam habe ich den Überblick und fühle mich bei Mybod-e nicht mehr wie ein Greenhorn: Bei den Fitness-Videos kann ich aus den Rubriken "Body & Mind", "Bodyworkout" und "Dance & Cardio" auswählen. Als Gewohnheitstier nehme ich zweimal hintereinander Bodyworkout. Zusätzlich könnte ich mir ein Live-Training buchen. Insgesamt ist das Programm recht preiswert: Die Jahresmitgliedschaft kostet 99 Euro, der Monatsbeitrag alternativ 9,90 Euro. Das topt kein Fitnessstudio.

Tag 4-5

Tag 4 und 5 sind laut Trainingsplan Ruhetage – für die Regeneration der Muskeln. Aber da meine Hauptbeschäftigung aus Sitzen vorm Computer besteht, schiebe ich eine Runde Joggen an der Außenalster ein. Das Ziel: durchhalten. Halbe Stunde. Geht. Herausforderung an Tag 5: Den ganzen Tag beruflich unterwegs, Flugzeugfutter und die üblichen Weißmehlbrötchen als Mittagessen für die Journalisten. Gesunde Ernährung geht anders. Verstohlen ziehe ich meine mitgebrachten Nüsse aus der Tasche. Ich stelle fest: So ein Tag ohne Bewegung ist anstrengender als einer mit.

Tag 2-3

Ja, Franzi und ihr Trainer haben recht: Es gibt nichts schöneres als Muskelkater, der sich an Tag 2 einstellt. Das Gefühl, den Körper und manchen vergessen geglaubten Muskel wieder zu spüren. Heute kein Sport, so sieht es der Trainingsplan vor. Das Ernährungsplan zum abnehmen setzt auf die klassische Ernährungspyramide – viel Flüssigkeit, Obst nicht mehr am Abend, Vollkornprodukte, wenig Süßes. Das finde ich gut, kein Schickimicki, sondern solide gesunde Ernährung. Meine Herausforderung: auf Zucker verzichten. Wenn mir das gelingt, und bisher ist es so, dann habe ich auch insgesamt weniger Hunger. An Tag 3 trainiere ich nicht mit Franzi, ganz nach Trainingsplan, sondern wähle mir aus dem Angebot Bodyworkout aus. Hier und da mache ich schlapp, meistens bei Oberarmübungen. Insgesamt ist hier die Schnelligkeit höher und auch die Wiederholungsfrequenz, aber komplett lasse ich mich nicht abhängen. Weiter so.

Die ersten Tage

Der Schmerz in den Oberschenkeln ist gar nicht so unangenehm, als ich mit dem Rücken zur Wand und den Beinen im 45-Grad-Winkel versuche, auf einem imaginären Stuhl zu sitzen. Dabei immer fest den Monitor meines Rechners im Blick, denn von dort kommt das erlösende Wort: fertig. Und dort, auf dem Rechner, schwitzt auch Franziska von Almsick bei der gleichen Oberschenkelübung. Sie hat nach eigenen Angaben seit einem Jahr keinen Sport gemacht. Trotzdem hat sie als ehemalige Leistungssportlerin natürlich ein ungleich festeres Bindegewebe und eine ganz andere Muskelbasis als ich. Das merke ich bei den Liegestützen, bei denen sie schon neun hat, als ich noch mit Nummer fünf kämpfe. Klar, sie war Schwimmerin. Dennoch schwitzt, nörgelt und schimpft Franzi bei der 45-minütigen Einheit ähnlich wie ich. Ein lustiger Dialog mit ihrem (und somit meinem) Fitnesstrainer entsteht (und lenkt mich ab).

Nach 30 Minuten habe ich das erste Mal den Killer-Blick, ausgerechnet Knee-Lifts im Sprint-Tempo, verflucht, aber ich will sie schaffen. Das Motivationsloch vom Vorabend, als ich den Fitness-Eingangstest gemacht habe, verflüchtigt sich. Nach einer Dreiviertelstunde ist die erste Trainingseinheit geschafft. Ich schnappe mir meinen iPod und gehe noch eine Runde joggen. Heute hat Franzi schon mal geschafft, was ich mir erhoffe: Spaß am Sport.

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