Fakten-Check: Sonne: Sieben Fragen zum UV-Schutz

UV-Schutz ist mehr als der richtige Lichtschutzfaktor. In GALA klären Experten die sieben häufigsten Fragen

1. LSF in der Tagescreme, ja oder nein?

"Sun SPF 50" von Shan Rahimkhan, 30 ml, ca. 28 Euro

Die Kritik: Tagespflegeprodukte mit integriertem Lichtschutz enthalten chemische Filter. Zwar gibt es strenge EU-Richtlinien bezüglich der Werte, Fakt ist jedoch, dass wir unserer Haut dabei täglich enorm viel Chemie zumuten. Zudem beanspruchen die hochkomplexen Filter verhältnismäßig viel Platz im Tiegel, und das heißt, der Anteil an Pflege- und Anti- Aging-Wirkstoffen schrumpft entsprechend. Kurz: Sonnenschutz ist ein Muss – aber nur, wenn wir auch tatsächlich in die Sonne gehen. "Der Trend entwickelt sich zukünftig mehr hin zum Layer-Prinzip. So können wir auch im Akut-Fall nachträglich unseren Schutz auftragen", sagt Kosmetologin Dr. Sabine Gütt. Spezielle Lichtschutztropfen lassen sich unter jede Creme mischen oder ganz pur auftragen. Besonders wichtig beim täglichen Lichtschutz ist die Reinigung mit Schaum oder Gel am Abend, um die Haut gründlich von den Chemikalien zu befreien.

2. Warum hinterlässt meine Creme weiße Schlieren?

Es gibt zwei Arten von Sonnenfiltern: Chemische Filter dringen in unsere oberste Hautschicht ein und wandeln die UV-Strahlen in Wärme um. Mineralische Filter hingegen liegen auf der Hautoberfläche und reflektieren die Strahlung. Das Gute: Mineralische Filter sind chemiefrei. Das dabei verwendete Zink- oder Titanoxid ist nur auf der Hautoberfläche wirkungsvoll. Um richtig funktionieren zu können, muss es einen weißen Spiegelfilm bilden. Neueste Methoden können diese Partikel nun auf Nano-Größe schrumpfen (auf der Inci-Liste als "Zinc Oxide Nano" zu finden). Doch bei einer Größe von 1 bis 100 Nanometern wird vermutet, dass die Kleinstteilchen die Hautbarriere durchdringen. Was diese im Körper anstellen, muss in Langzeitstudien noch geprüft werden.

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©Gala

"Abends die Haut vom LSF befreien ist so wichtig wie der Sonnen schutz selbst"

Dr. Sabine Gütt, Kosmetologin

3. Bekomme ich mit Sonnenschutz genug Vitamin D?

"Photoaging Control BodyLotion" von Eucerin, 150 ml, ca. 22 Euro 

Hier scheiden sich die Geister. Fest steht, dass die Vitamin-D-Synthese durch UVB-Strahlen angeregt wird. Diese wiederum werden durch die Sonnencremes daran gehindert, in die Haut einzudringen. Bis heute ist nicht bekannt, inwieweit dabei die Vitamin-D-Produktion beeinflusst wird. Immerhin sind sich Experten sicher: Durch unsere (meist schluderigen) Auftragsgewohnheiten gelangen immer noch ausreichend verwertbare Strahlen in die Haut.

4. Wie bleibt mein Teint trotz Sonne jung?  

Zugegeben, zarte Bräune lässt uns direkt erholt aussehen. Doch langfristig sind leider Pigmentflecken und Falten die Folge von zu viel Sonne. "Photo-Aging" wird die vorzeitige Hautalterung durch Sonneneinstrahlung genannt. Neuste Formeln mixen Azelain- oder Glycyrrethinsäure mit Hyaluronsäure – das beugt Hyperpigmentierung vor, reduziert Pigmentflecken und bekämpft die Zeichen der Zeit. Doch aufgepasst, nicht jeder Anti-Aging-Wirkstoff ist mit Sonnenpflege kompatibel: "Pflegen mit Retinaldehyd und Fruchtsäuren sollten nicht mit der Sonnencreme kombiniert, sondern lieber abends angewendet werden", rät Dr. Stefanie Häfele, Pharmazeutin und Marketing Director Dermatology bei Pierre Fabre Dermo-Kosmetik. 

5. Wie schützen sich Sensibelchen?

"Sun Sensitive Softening Body Milk SPF 30" von Lancaster, 125 ml, ca. 30 Euro 

"Empfindliche Hauttypen verfügen über weniger natürliche Abwehrkräfte, sie sind oft hell und neigen schneller zu Sonnenbrand als andere Hauttypen", sagt Dr. Olivier Doucet, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung bei Lancaster. Wichtig ist also die Stärkung der Abwehrkräfte. Spezialpflegen setzen hier auf Baumwollextrakt oder Vitamin E. Im Akut-Fall bietet Kleidung aus Naturfasern wie etwa Seide eine SOS-Lösung. Sie liegt nur leicht auf, schützt vor Sonneneinstrahlung und hat einen kühlenden Effekt. 

"Bis zu 90 Prozent der Hautalterung ist lichtbedingt" 

Dr. Simone Presto, Ärztin und Medical Advisor bei Eucerin  

6. Kann man Haut auch ohne Creme schützen?

Hätten Sie es gewusst? 200 Mililiter Tomatensaft oder zwei Möhren pro Tag können nach vier Wochen einen natürlichen Lichtschutzfaktor 4 in der Haut aufbauen. Aber auch Leinsamenöl schmeckt nicht nur dem Gaumen. Aufgetragen auf die Haut, blockt es bereits 30 Prozent der eingehenden UV-Strahlen ab. Für einen Strandtag reichen diese natürlichen Schutzmaßnahmen zwar nicht aus, bilden aber auf jeden Fall eine gute Basis. 

7. Soll ich mein Baby mit LSF eincremen?  

"Edelweiss Sensitiv Sonnencreme Baby & Kids LSF 50" von Weleda, 50 ml, ca. 12 Euro 

Da die Chemikalien der Sonnencreme in die fünfmal dünnere Babyhaut gelangen, hat das Thema Diskussionspotential für verunsicherte Eltern. Fakt ist: Babys gehören nicht in die pralle Sonne, aber der Kontakt mit Sonne lässt sich nicht vermeiden. Eincremen ist darum das A und O. "Am sichersten sind zertifizierte Naturkosmetikprodukte, da diese ausschließlich mineralische Lichtschutzfilter beinhalten", sagt Lilith Schwertle, Naturkosmetikexpertin bei Weleda. Dieser legt sich auf die Haut, ohne sie negativ zu beeinträchtigen. 

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