Sonnenschutz: 10 Fragen zum Thema Sonne

Sonnengeküsst wie Ashley Tisdale: Wunderschön, aber richtiges Bräunen ist eine Wissenschaft für sich. "Gala" klärt auf, damit Sie sicher auf der Sonnenseite sind

1 Wie lange kann ich mit Sonnenschutz draußen bleiben?

Das können Sie leicht ausrechnen. Die höchstens empfohlene Zeit für ein Sonnenbad ergibt sich, wenn man den Lichtschutzfaktor (LSF) seiner Sonnencreme mit der maximalen Eigenschutzzeit seines individuellen Hauttyps multipliziert. Im Wesentlichen gibt es vier Haut- oder Phototypen. Typ 1, helle Haut, rötliches Haar, sehr viele Sommersprossen: Eigenschutzzeit bis 10 Minuten. Typ 2, meist helle Haut, blondes Haar, häufig Sommersprossen: bis 20 Minuten. Typ 3, hellbrauner Teint, kaum Sommersprossen: bis 30 Minuten. Typ 4, dunkler Teint, braunes Haar, keine Sommersprossen: bis 40 Minuten. Ein Beispiel: Typ 2 mit 20 Minuten Eigenschutzzeit benutzt LSF 30. Multipliziert ergibt das 600. So viele Minuten darf dieser Typ theoretisch in der Sonne verbringen. Mehr dazu bei Frage 3.

2 Öl, Spray oder Gel: Welche Textur soll ich wählen?

Zunächst mal: Das ist in erster Linie nicht abhängig davon, welcher Phototyp Sie sind – es geht um Ihren persönlichen Geschmack. Gute Gründe gibt es allerdings dafür, in Öl zu investieren, denn Öl hat viele pflegende Eigenschaften. Es verhindert, dass die Haut schuppt und spröde wird. Was wiederum bedeutet, dass sich die Bräune schön intensiviert und sie deutlich länger hält. Der Vorteil von Sprays: Man erreicht auch schwer zugängliche Stellen. Fluids und Gele eignen sich aufgrund ihrer Textur besonders fürs Gesicht. Auch wer zu Akne neigt, ist damit gut beraten. Die meisten Männer bevorzugen für den Body ein Gel. Das ist leicht ist und zieht schnell ein.

1. Hochwirksam für die Augenpartie: "Super Stick Solaire SPF 30" von Sisley, 11 g, ca. 83 Euro; 2. Transparentes Sonnenschutzöl mit dem höchsten UV-Schutz "Anthelios XL 50+" von La Roche-Posay, 200 ml, ca. 20 Euro; 3. Intensive Sonnenschutzcreme für die Hände: "SOL Hand Cream SPF 15" von LCN, 50 ml, ca. 26 Euro; 4. Schützt vor UVA- und UVB-Strahlen, Umweltschadstoffen und Freie Radikalen: "UV Essentiel SPF 50" von Chanel, 30 ml, ca. 50 Euro

3 Muss ich wirklich immer wieder nachcremen?

Ja, denn die Wirkung eines Sonnenschutzmittels hält nur für eine gewisse Zeit an. Allerspätestens nach zwei Stunden sollten Sie den Schutz erneuern, um die Filterleistung zu stabilisieren. Außerdem geht der Sonnenschutz durch Schwitzen, den Abrieb durch Kleidung oder den Sand am Strand verloren. Wichtig: Die maximal empfohlene Verweildauer in der Sonne (siehe Frage 1) wird durch das wiederholte Cremen nicht verlängert.

4 Brauchen meine Hände jetzt eine Spezial-Sonnenpflege?

Gesicht und Hände sind der Sonnenstrahlung permanent ausgesetzt und daher besonders anfällig für Pigmentflecken und Falten. Außerdem ist die Haut am Handteller und den Fingern sehr dünn und hat hier kaum stärkendes Unterfettgewebe. Gute Gründe für eine spezielle Pflege - nicht nur im Sommer. Wie Sie es vom Teint gewohnt sind, sollten Sie auch den Händen das ganze Jahr über Pflegeprodukte mit Lichtschutzfaktor gönnen. Übrigens verblassen viele Nagellacke in der Sonne, wie man das von anderen Farben auch kennt. Unser Tipp: Lacke mit UV-Schutz, zum Beispiel "Silicium" von La Roche-Posay.

5 Welche Körperpartien muss ich besonders intensiv schützen?

Superempfindlich sind Stellen, an denen die Haut ganz zart ist und die der Sonne selten ausgesetzt sind. Dazu zählen die Innenseiten der Oberschenkel und die Achselhöhlen. Auch die sogenannten Sonnenterrassen (Stirn, Nase, Kinn, Dekolleté), die Schienbeine und die Oberseiten der Füße können leicht verbrennen. Nicolas B. Hanke, Nationaler Training-Manager Sisley, weist auf die Bedürfnisse der Augenpartie hin: "Speziell für diese Region, auch für die Lider, sollten Sonnenschutzprodukte ohne chemische Filter wie Oxybenzon verwendet werden. Diese könnten die Augen stark reizen." Gefahrenstelle Nummer eins ist und bleibt aber die Kopfhaut. Weil sie oft vergessen wird und ein pflegender Creme-Sonnenschutz angesichts einer Haarmähne kaum möglich ist. Deshalb immer Hut auf!

6 Eignet sich mein Sonnenschutz auch für Kinder?

Die Haut von Kindern hat völlig andere Eigenschaften als die von Erwachsenen, denn die "Lichtschwiele", also die Verdickung, ist bei ihnen noch nicht vollständig ausgebildet. Die Haut ist deutlich weniger geschützt und extrem sonnenbrandgefährdet. Die UVA- und UVB-Strahlen dringen besonders tief ein und können so zu Zellschädigungen führen - das erhöht eindeutig die Hautkrebsgefahr. "Kinder brauchen immer einen LSF 50+ und einen hohen UVA-Faktor", sagt Dr. Katrin Kipper, wissenschaftliche Leitung Vichy. Generell gilt: Kinder unter sechs Jahren sollten nie in die pralle Sonne. Und bei allen Kindern den zusätzlichen Textilschutz, zum Beispiel große Hüte, nicht vergessen.

7 Welche Menge an Sonnencreme sollte ich fürs Gesicht und für den Körper einplanen?

Laut Empfehlung der Europäischen Kommission sind es exakt zwei Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Körperoberfläche. "Grob gerechnet ergibt das für den kompletten Körper circa sechs Teelöffel", erklärt Nicolas B. Hanke von Sisley. Fürs Gesicht ist dabei etwa ein Teelöffel reserviert. Wer weder Waage noch Teelöffel zum Strand mitnehmen will, der geht auf Nummer sicher und trägt beim Sonnenschutz immer etwas mehr Produktmenge auf, als man es von der üblichen Gesichts- und Körpercreme gewohnt ist. Zu dünn aufgetragener Lichtschutzfaktor hat nämlich nicht die volle Schutzkraft. Faustregel: Am Ende eines einwöchigen Urlaubs sollte man eine 200-ml-Flasche Sonnencreme verbraucht haben.

1 Wirkt auf nasser und trockener Haut: "Wet Skin Transparent Sun Spray SPF 30" von Piz Buin, 150 ml, ca. 19 Euro; 2 Sonnenschutz-Aerosol mit kühlender Menthol- Formel "Protect & Refresh Kühlendes Sun Spray 30" von Nivea, 200 ml, ca. 12 Euro; 3 Mineralischer Sonnenschutz für Erwachsene und Kinder "Spray Solaire SPF 50+" von Etat Pur, 190 ml, ca. 20 Euro; 4 Wasserfestes Sonnenschutzöl "Huile Solaire LSF 15" von Biotherm, 125 ml, ca. 26 Euro; 5 "Mineral Radiance UV-Defense SPF 50" von Skin Ceuticals, 50 ml, ca. 39 Euro.

8 Muss ich mich eincremen, obwohl ich nur im Schatten liege?

Ja, definitiv. Denn der Sonne ist es ziemlich egal, ob Sie in der Stadt über einen großen, freien Platz laufen oder am Strand unter einem Sonnenschirm liegen. Die Hälfte der UV-Strahlung kommt im Schatten an. Die Eigenschutzzeit verdoppelt sich hier zwar, ist aber trotzdem begrenzt. Hinzu kommt, dass Sand je nach Farbe zwischen 10 und 25 Prozent der UV-Strahlung reflektiert.

9 Chemisch oder mineralisch: Welcher Filter ist besser?

Beide schützen heutzutage gleich gut, nur eben nach unterschiedlichen Prinzipien. Chemische Filter dringen in die Haut ein und absorbieren das UV-Licht. Die so erzeugte Wärme kann empfindliche Haut reizen. Mineralische, also physikalische Filter liegen dagegen auf der Haut und reflektieren das Sonnenlicht. Sie sind allgemein gut verträglich. Ihr Nachteil bestand bislang darin, dass maximal LSF 20 erreicht werden konnte - neue Formulierungen gehen bis 50. Den berüchtigten Weissel-Effekt vieler mineralischer Produkte muss man immer seltener befürchten. In "Etat Pur" beispielsweise werden die weißen Partikel von einer Ölhülle umschlossen. Übrigens: In vielen Cremes steckt ein Mix aus chemischen und mineralischen Filtern.

10 Bringt es etwas, sich auf nasser oder schwitzender Haut eincremen?

Wasser und Schweiß erschweren die Aufnahme der Sonnencreme. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Haut aufgrund der Verwässerung zu wenig Produkt verwerten kann. Die Empfehlung von Dr. Katrin Kipper von Vichy: "Lieber erst abtrocknen oder gleich duschen und dann die getrocknete Haut gründlich eincremen, damit ein kompletter Sonnenschutz garantiert ist. "Neuartige Produkte, zum Beispiel von Lancaster, lassen sich aber auch auf nasser Haut auftragen. Hier sorgt die "Wet Skin Application"-Technologie dafür, dass das Wasser an der Hautoberfläche verdrängt wird. Das Sonnenschutz-Spray zieht in die Haut ein und blockt dort die Strahlen ab. Nicht nur Wassersportler dürften davon begeistert sein.

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