Sonnenschutz: 10 Fragen an Dr. Sommer

Fühlen Sie sich in Sachen Sonnenschutz eigentlich richtig aufgeklärt? Drei Experten verraten, wie Sie die Sommermonate geschützt und doch gebräunt genießen können

1. Trägt man den Sonnenschutz über oder unter der Pflege?
Wer ein Serum benutzt, trägt dieses zuerst auf. Dann folgt die Tagescreme - und danach der Sonnenschutz. Wer will, gibt darüber noch Foundation oder Puder. "Für den Fall, dass eine medizinische Creme aufgetragen werden muss, gehört diese direkt auf die Haut und das Sonnenschutzmittel darüber", sagt Dr. Simone Presto, Medical Manager Beiersdorf.

2. Wird man mit LSF 50 überhaupt braun?
Keine Sorge, auch wer durchgehend einen Filter 50 nutzt, kommt nicht als Kalkleiste aus dem Urlaub. Das Bräunen dauert nur etwas länger, wie Dr. Olivier Doucet bestätigt, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung bei Lancaster. Auch Prof. Dr. Volker Steinkraus vom Dermatologikum Hamburg erklärt: "Selbst bei der Verwendung sogenannter Blocker können immer noch genügend UV-Strahlen zu den Zellen gelangen und dort eine Aktivierung der Pigmentsynthese auslösen."

3. Hält Sonnencreme nur eine Saison?
Aus Sicherheitsgründen sollte man sein Herz nicht zu lange an eine bereits geöffnete Sonnencreme hängen. Machen Sie nach einem Sommer Schluss! Die cremigen Schützlinge sind nämlich sehr sensibel: Lichtschutzfilter können sich zersetzen und sind dann nicht mehr wirksam. Tipp: an kühlen, schattigen Orten aufbewahren, früh genug auf Haltbarkeitsdaten achten und den Geruchstest machen. Wenn's müffelt, sofort weg damit!

Für jeden Hauttyp gibt es heute den idealen Sonnenschutz - zum Auftragen oder Aufsprühen.

4. Glänzt fettige Haut mit Sonnencreme noch mehr?
Die Textur macht den Unterschied! Sonnenschutz in sehr reichhaltiger Konsistenz ist nichts für einen Teint, der eh schon ölig glänzt. Gel oder leichte Sprays funktionieren hier besser. Inzwischen gibt es auch mattierende Sonnenschutz-Fluids mit Puderanteil, die überschüssiges Sebum aufnehmen, so Dr. Simone Presto.

5. Warum macht Sonnencreme Flecken?
Dermatologen sagen gern: "Lieber ein paar Flecken auf der Kleidung als Flecken auf der Haut." Schuld an etwaigen Textilverfärbungen sind vor allem die UVA-Filter. Auf die darf aber nicht verzichtet werden. Die einzige Lösung besteht darin, den Sonnenschutz lange genug einziehen zu lassen, bevor man in die Lieblingsklamotte steigt.

6. Reicht Tagescreme mit LSF aus?
Kommt drauf an, ob wir von Stadt oder Strand sprechen. Für Stadtmenschen ist eine Tagescreme mit einem Lichtschutz zwischen Faktor 15 und 20 eine solide Basis. "Wer sich aber am Strand gezielt der Sonne aussetzt, sollte ein spezifisches Sonnenschutzprodukt verwenden, weil nur hier das Verhältnis von UVA- und UVB-Filtern perfekt aufeinander abgestimmt ist", rät Dr. Olivier Doucet.

Für jeden Typ der passende Sonnenschutz! Pflegemuffel haben jetzt keine Ausrede mehr.

7. Kann man sich Schutz anfuttern?
Eine Sonnendiät gibt es nicht. "Selbst die Einnahme von hochdosierten Carotinoiden und anderen Substanzen mit antioxidativen Eigenschaften kann nur die Empfindlichkeit der Haut auf Sonne vermindern", erklärt Dr. Simone Presto. "UV-Strahlen absorbieren solche Substanzen dagegen nicht, und darum verhindern sie auch keine UVSchäden."

8. Hat Öl eine Chance?
Und ob! Der Trend geht sogar eindeutig in Richtung Sonnenöl. Vor allem seit es einigen Firmen gelungen ist, einen richtig hohen und stabilen Filter in die Texturen einzuarbeiten. Inzwischen sind Produkte bis zu LSF 40 im Handel.

9. Machen Medikamente fotosensibel?
Bei Risiken und Nebenwirkungen ... Ganz genau, lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! Denn viele Medikamente können fotoallergische oder fototoxische Reaktionen hervorrufen und zu dauerhaften Pigmentstörungen führen. Das gilt auch für pflanzliche Wirkstoffe wie etwa Johanniskraut.

10. Macht Sonnencreme Pickel?
Da wird oft der Falsche verdächtigt! Schuld hat meistens die Sonne, nicht das Produkt. Dr. Simone Presto: "Etwa 20 Prozent der Bevölkerung in unseren Breitengraden, vor allem Frauen, leiden an Sonnenunverträglichkeit. Bei allergischen Rötungen, Pusteln und Juckreiz spricht man von einer polymorphen Lichtdermatose. Die Inhaltsstoffe, insbesondere Emulgatoren aus Körperoder Sonnenpflege, führen hier in Kombination mit Sonne zu akneähnlichen Symptomen."

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche