Rizinusöl: Darum gilt das beliebte Hausmittel als Geheimtipp unter den Ölen

Die Nachfrage nach Rizinusöl hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das Öl ist ein richtiges Multitalent und wird vermehrt als Naturkosmetikprodukt wahrgenommen. Wie es wirkt und wo Sie es anwenden können, klären wir auf

Rizinusöl gilt als die Wunderwaffe unter den Ölen. In vielen Beauty-Bereichen wird es bereits eingesetzt.

Die folgenden Themen erwarten Sie in diesem Artikel:

Rizinusöl ist ein Pflanzenöl, das aus den Samen des Rizinus, auch als Wunderbaum oder Ricinus communis bekannt, gewonnen wird. Hergestellt wird das dickflüssige, durchsichtige bis gelbliche Öl unter anderem in Indien, Brasilien, Vietnam, Südafrika und China.

Die Samen des Rizinus enthalten Öl und wässrige Bestandteile. Nach dem Pressen wird das Öl raffiniert, also behandelt, um das in den Samen enthaltene toxische, aber auch wasserlösliche und hitzeempfindliche Eiweiß Rizin loszuwerden. Das so gewonnene Rizinusöl ist daher nicht giftig.

Das Öl hat einen schwachen und charakteristischen Geruch und ist sechs bis acht Monate haltbar, wenn es bei Zimmertemperatur in einer braunen Flasche gelagert wird.

Wirkung und Anwendungsgebiete von Rizinusöl

Die Anwendungsgebiete sind vielfältig. Das Öl wird sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Im Mittelalter wurde es noch als Brennstoff benutzt, seit dem 18. Jahrhundert kam eine Anwendung in der Medizin als Abführmittel hinzu. Inzwischen wird es vor allem für industrielle, medizinische und kosmetische Anwendungen hergestellt. Kaltgepresstes Rizinusöl erzielt besonders in der Behandlung von Haut und Haare gute Ergebnisse. Welche Anwendungsgebiete noch dazu gehören und wie sie wirken, erfahren Sie nachfolgend.

1. Hautpflege

Wirkung:

Rizinusöl ist aus der Hautpflege kaum noch wegzudenken. Das liegt vor allem daran, dass das Öl sehr viele positive Eigenschaften mitbringt. Es ist feuchtigkeitsspendend und besitzt eine antioxidative Wirkung. Das Öl dringt tief in die Haut ein, es schützt Ihre Haut vor Umwelteinflüssen und Hautalterung, außerdem regt es die Kollagen-Produktion an.

  • Durch die Verwendung von Rizinusöl werden kleine Fältchen und Augenringe gemildert und die Haut wird insgesamt straffer und weicher.
  • In der Lippenpflege ist Rizinusöl vor allem in Lippenstiften enthalten. Das Öl sorgt für eine bessere Haftung auf den Lippen und verleiht den Lippen Glanz.
  • Durch den Einsatz des Öls bei vernarbten Stellen sollen Narben geschmeidig bleiben.
  • Bei der Anwendung des Öls bei Hautproblemen wie etwa extrem trockener oder schuppiger Haut, Hautrötungen und -reizungen sowie Neurodermitis regeneriert sich die Haut dank des hohen Ricinolsäure-Gehalts wieder.
  • Bei einer Behandlung von Warzen soll das Öl ebenfalls positive Ergebnisse erzielen.
  • Ein weiterer Vorteil: Die Ricinolsäure besitzt eine entzündungshemmende Wirkung, sodass Bakterien bekämpft werden, die Akne verursachen.

Verwendung von Rizinusöl:

  1. Massieren Sie das Öl in kreisenden Bewegungen auf die Haut ein.
  2. Lassen Sie es über Nacht einwirken.
  3. Waschen Sie das Rizinusöl am nächsten Morgen mit kaltem Wasser ab. 

Tipp: Bei regelmäßiger Anwendung soll das Öl helfen, Altersflecken verblassen zu lassen. Dafür können Sie das Öl zweimal täglich mit einem Wattepad auf die betroffenen Stellen auftragen, einmassieren und zehn Minuten einwirken lassen. Danach können Sie wie gewohnt Ihre Tages- oder Nachtcremepflege auf die Haut auftragen.

2. Wimpern- und Augenbrauenpflege

Wirkung:

Rizinusöl ist frei von chemischen Zusatzstoffen, deshalb eignet sich das Öl hervorragend für die Wimpernpflege. Das Öl sorgt neben einem angenehmen Glanz zusätzlich für lange und volle Wimpern.

Auch in der Augenbrauenpflege sollte das Öl nicht fehlen, denn Rizinusöl pflegt nicht nur die Augenbrauen, es stärkt auch das Augenbrauenwachstum.

Testen Sie bitte vor Anwendung am Auge, ob Sie gegen das Rizinusöl allergisch sind. Tragen Sie dafür ein paar Tropfen des Öls an einer anderen Körperstelle auf und warten Sie einige Minuten ab.

Verwendung von Rizinusöl:

  1. Tragen Sie das Öl mit einer Wimpernbürste auf.
  2. Achten Sie darauf, dass das Rizinusöl nicht in die Augen gerät.
  3. Lassen Sie es für etwa ein bis zwei Stunden einwirken, bevor Sie es anschließend mit einem feuchten Tuch entfernen.

Augen + Pflege

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3. Nagelpflege

Wirkung:

Verwenden Sie Rizinusöl nicht nur bei eingerissenen und trockenen Nägeln, denn das Öl eignet sich generell sehr gut für die Nagelpflege. Das Öl versorgt die Nägel und das Nagelbett mit Feuchtigkeit und lässt die Nägel wieder strahlen. Probieren Sie es aus!

Verwendung von Rizinusöl:

  1. Massieren Sie das Öl in den Nagel und der Nagelhaut ein.
  2. Lassen Sie es 20 Minuten einwirken.
  3. Ist nicht alles eingezogen? Kein Problem! Wischen Sie die Reste einfach mit einem Wattepad ab.

4. Haarpflege

Wirkung:

Ob als Zusatz in Kuren und Shampoos oder pur, das Multitalent Rizinusöl ist sehr beliebt bei der Haarpflege. Vorrangig werden Mittel mit Rizinusöl bei sprödem, trockenem oder glanzlosem Haar angewandt. Rizinusöl versorgt die Haare intensiv mit Feuchtigkeit, gibt ihnen Geschmeidigkeit und einen schönen Glanz. Das Öl hilft aber auch gegen Schuppen und soll das Haar dicker machen.

Verwendung von Rizinusöl:

  1. Waschen Sie Ihre Haare mit einem milden Haarshampoo, geben Sie anschließend etwas Rizinusöl in Ihre Handflächen und dann das gewärmte Öl ins Haar.
  2. Massieren Sie es in die Kopfhaut ein.
  3. Lassen Sie das Öl bis zu zwei Stunden einwirken und waschen Sie es mit einem sulfatfreien Shampoo und lauwarmem Wasser aus.

Das Ergebnis wird Sie überzeugen. Ihr Haar wird weicher und glänzender sein. War Ihre Kopfhaut vorher noch gereizt oder sensible, wird sie sich jetzt beruhigen.

Tipp: Wenn Sie das Öl als Kur anwenden möchten, lassen Sie es über Nacht im Haar einwirken, umwickeln Sie dieses mit einem Handtuch und waschen Sie es am nächsten Morgen gründlich mit Shampoo aus.

Qualitätsstufen des Rizinusöls

Drei Verfahren gibt es zur Gewinnung von Rizinusöl: die Kaltpressung, die Heißpressung und die Extraktion aus dem Presskuchen. Auf diese Weise werden Öle unterschiedlicher Qualität erzeugt.

  • Kaltpressung: Bei dieser Herstellungsart werden die Samen erst geschält und dann in einem einzigen Durchgang ausgepresst. Häufig wird das Rizinusöl noch gefiltert, das spiegelt sich dann in der Farbe des Öls wieder.
    Kaltgepresstes Rizinusöl ist auch als natives Rizinusöl bekannt. Es entspricht der ersten Qualitätsstufe und ist damit das hochwertigste Öl, da das Öl nicht erhitzt wird und ihm während des Verfahrens alle hochwertigen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Dazu zählen Ricinolsäure, Vitamin E und essentielle Fettsäuren.
    Pro Verfahren wird immer nur ein geringer Anteil des Öls gewonnen, das spiegelt sich auch im hohen Preis wieder.
  • Heißpressung: Die Heißpressung ist die nächst geringere Qualitätsstufe, dafür aber ertragreicher als die Kaltpressung. Die Samen werden erhitzt und dann mit Schneckenpressen ausgepresst. 
  • Presskuchen: Der Rückstand der Pressung aus dem vorherigen Verfahren ist der Presskuchen. Er enthält lediglich noch 10 Prozent Öl. Das Rizinusöl kann zwar chemisch noch extrahiert werden, das Öl entspricht dann aber der niedrigsten Qualitätsstufe. 

Was ist hydriertes Rizinusöl?

Bei dieser Art des Öls handelt es sich um gehärtetes Rizinusöl. Häufig wird dieses auch als Rizinuswachs bezeichnet. Im Pharmabereich, in der Industrie und in der Kosmetik findet das Öl Anwendung.

In der Internationalen Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe, kurz INCI, lautet die Bezeichnung des Produkts: Hydrogenated Castor Oil. Der Pharmaindex listet unter anderem 457 Präparate auf, die hydriertes Rizinusöl enthalten.

Wann sollten Sie auf Rizinusöl verzichten?

Bedenken Sie, dass Hausmittel auch Nebenwirkungen haben können und generell nicht immer für jeden geeignet sind.

Bei einer innerlichen Behandlung ist es vor allem sehr wichtig, dass Sie das Rizinusöl nur für eine kurze Zeit einnehmen, um mögliche negative Auswirkungen auf Ihren Körper zu vermeiden.

  • Schwangere Frauen sollten bei Verstopfungen auf andere Produkte zurückgreifen. Der Grund: Rizinusöl kann Wehen auslösen.
  • Bei akut-entzündlichen Erkrankungen wie einem Darmverschluss und bei Blinddarmentzündungen sollte kein Rizinusöl verwendet werden.
    Die im Öl enthaltene Ricinolsäure wird im Dünndarm durch körpereigene Enzyme freigesetzt. Durch die Säure wird die Darmschleimhaut gereizt und eine vergrößerte und erweichte Stuhlmenge produziert. Des Weiteren hat die Säure einen abführenden Effekt.
  • Bei Gallenwegserkrankungen, Bauchschmerzen mit ungeklärter Ursache und Flüssigkeitsmangel sollte auf das Öl ebenfalls verzichtet werden.
  • Für die Behandlung bei Kindern unter 12 Jahren ist das Öl nicht geeignet.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, weshalb wir Ihnen dringend ans Herz legen, einen Spezialisten aufzusuchen. Gute Besserung wünscht Ihr GALA.de-Team.

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