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Recep Tayyip Erdogan Jetzt geht es den Frauen an die Beinbehaarung

Wütende Frauen bei einer Demonstration am 01. Mai 2017 in Ankara
Wütende Frauen bei einer Demonstration am 01. Mai 2017 in Ankara
© Picture Alliance
Der türkische Präsident Tayyip Erdogan hat seit dem Putschversuch vom Juli 2016 den Ausnahmezustand verhängt. Dies lässt ihn jetzt auch in Bereiche eingreifen, die wenig mit Politik oder Umsturzaktivitäten zu tun haben

Man kann von seiner Politik halten, was man will. Eines scheint dieser Tage allerdings unumstritten: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will nach dem gewonnenen Referendum mit sofortiger Wirkung über das Leben seiner Mitbürger bestimmen.

Wie nun bekannt wurde, hat der stark kritisierte Politiker bereits neue "Notstandsgesetze" erlassen - und die betreffen die Beinbehaarung türkischer Frauen und das nationale Fernsehprogramm.

Epilation ist ausdrücklich erwünscht

Schon Ende März unterzeichnete der mächtigste Mann der Türkei bei einem offiziellen Termin mit Kosmetikerinnen nach Berichten von "Bild.de" ein Dekret, das die Methoden zur Haarentfernung reguliert - angeblich "für eine schönere Türkei". Das Recht, Haare durch Lasertechnologien zu entfernen, war bislang Schönheitskliniken und Krankenhäusern vorbehalten. Erdogan sorgte nun dafür, dass auch Schönheitssalons die Prozedur durchführen dürfen.

In Zeiten anhaltender internationaler Proteste gegen seine Person und öffentlich geäußerte Zweifel an der demokratischen Ausrichtung seines Regimes eine durchaus interessante Priorität.

Recep Tayyip Erdogan
Recep Tayyip Erdogan
© Getty Images

Erdogan verbietet Datingshows

Der türkische Präsident hat seit dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 den Ausnahmezustand über sein Land verhängt. Dieser erlaubt es ihm, per Notstandsdekret gegen die vermeintlichen Ursachen des Umsturzversuches vorzugehen. Doch dies reicht ihm scheinbar nicht, denn am 29. April wurden zudem die in der Türkei sehr beliebten Datingshows im Radio und Fernsehen verboten.

Der allmächtige politische Übervater

Aber warum beschäftigt sich Recep Tayyip Erdogan überhaupt mit so vermeintlich abwegigen Themen? Die Antwort ist laut "Al-Monitor"-Kolumnistin Pinar Tremblay ebenso einfach wie erschütternd: weil er es kann. Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Dekrete eher eine Ausnahme bilden.

tbu / kst

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