Po-Vergrößerung: Butt statt Boobs: Po aufspritzen + formen

Der Hype um den Hintern ist neu. Po-Vergrößerungen und das Wissen darum ebenso. Totzdem gibt es bereits Methoden, Schwerkraft und Form mit Messer oder Spritze auszutricksen. Dr. Nathrath erklärt, warum er welche Methode er bevorzugt

Kim Kardashian

Der neue Butt-Hype

Der deutsche Durchschnittshintern hat mit Kim Kardashians "Kiste" nur eins gemeinsam: Man kann drauf sitzen. Denn hyperplastische Reformierungen der Gesäßregion (so nennen Ärzte künstlich aufgepumpte Pos in der Größenordnung von Medizinbällen) sind bei uns eher selten, trotz des weltweiten "Belfie"-Tsunamis, den Kims spektakuläre Kehrseite auslöste. In Amerika stieg daraufhin die Zahl der Po-Vergrößerungen in nur einem Jahr um 86 Prozent: Butt statt Boobs – ein Paradigmenwechsel, der vor allem für die internationale It-Girl-Szene Konsequenzen hatte. Denn nun wanderte die Schönheitsoptimierung von der Vorder- auf die Rückseite des Körpers. Eine Challenge, die Butt-Queen Kim Kardashian übrigens 100.000 Follower kostete, als Fotos ihres unretouchierten Hinterteils um die Welt gingen – mit (OMG!) Cellulitedellen.

Po-Vergrößerung in Deutschland

Mit denen müssen sich ihre Stiefschwestern nicht plagen. Die makellosen Pos von Kendall, Kylie & Co. sind dicht dran am PPI, dem Perfekt-Po-Index von 0,7 (Taillen-Umfang geteilt durch Hüft-Umfang). Die gigantischen Hinterteile südamerikanischer Beautys toppen diesen Wert natürlich deutlich, daher der Name Brazilian Butt Lift. Die Po-Vergrößerung per Eigenfett ist inzwischen auch in Deutschland der Renner, ebenso wie Filler-Injektionen. Dr. Sonja Sattler von der Darmstädter Rosenpark Klinik, die unter anderem auf Po-Vergrößerungen mit Eigenfett und Hyaluronsäure spezialisiert ist, sagt: "Mittlerweile führen wir jährlich 150 solcher Behandlungen durch, vor fünf Jahren waren es nur 20." Aber es gibt einen Unterschied zu Südamerika: "Den Brazilian Butt finden die meisten Frauen übertrieben und wünschen sich eine gemäßigte Variante mit symmetrischen Pofalten. Wir sprechen deshalb vom German Butt Lift."

Wunschliste

Bodyformer

Body-Öl Biotherm
Body-Patches Comfort Zone
Körper-Öl Bi-Oil
Körper-Peeling Melvita

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Aufspritzen mit Hyaluronsäure

"Mit Hyaluronsäure kann man den Po besonders gut formen", sagt Dr. Sonja Sattler, "sie bringt nicht nur mehr Volumen und eine schönere Form, sondern auch eine bessere Haptik. Das Gewebe festigt und strafft sich schon während der Behandlung." Die beginnt mit dem Einzeichnen der Partien, die aufgefüllt werden sollen, und wird unter lokaler Betäubung durchgeführt. Dann wird die Hyaluronsäure rasterartig mit der sogenannten Tower-Technik tief in das Gewebe gespritzt. Dabei zieht der Arzt die Spritze immer weiter aus dem Gewebe heraus, wodurch dort kleine Hyaluronsäure-Turmchen entstehen, die den Po aufpolstern. Die Behandlung dauert 60 bis 90 Minuten. Nach drei Monaten erfolgt eine Kontrolle, dann kann gegebenenfalls nachgespritzt werden.

  • Schmerzen: Entstehen auch hier durch Gewebedehnung, halten etwa eine Woche an, sind mit gängigen Schmerzmitteln gut zu lindern.
  • Ausfallzeit: Ein Ruhetag nach dem Eingriff, für vier Wochen muss ein Kompressionsmieder getragen werden, zwei Wochen Sportpause.
  • Haltbarkeit: Zwei bis fünf Jahre
  • Risiken: Schwellungen, Blutergüsse, Infektion, Thrombose
  • Kosten: Etwa 4.000 Euro

Po-Vergrößerung mit Eigenfett

Ein sogenannter Eigenfetttransfer gibt dem Po mehr Volumen, er wird runder, symmetrischer und die schlaffe Haut straffer. Zuerst wird Fett abgesaugt (z. B. am Bauch, Hüften oder Beinen): Für die Liposuktion injiziert der Arzt Tumeszenzlösung in das ausgewählte Areal. Sie besteht aus Wasser, Kochsalz und einem Betäubungsmittelmix und sorgt dafür, dass das Fettgewebe anschwillt und die Fettzellen sich verflüssigen, damit sie sich anschließend per Rüttelkanüle absaugen lassen. Die Kanüle wird über drei bis vier Millimeter lange Schnitte in das Gewebe geführt, das gewonnene Eigenfett aufgefangen, anschließend von der Tumeszenzlösung gereinigt und dann in die vorher eingezeichneten Areale injiziert – etwa 250 Milliliter pro Seite. "Wir verwenden dafür inzwischen ebenfalls die Rüttelkanüle, weil sie das Fett besser in allen Ebenen des Pos verteilt als eine Spritze. Dadurch heilen die Fettzellen schneller an, und das Ergebnis wirkt natürlich", so Dr. Sonja Sattler. Zunächst wird das Behandlungsareal mit Tumeszenzlösung betäubt, die nach dem Eingriff mit dem Urin ausgeschieden wird. Danach bringt der Arzt das Eigenfett über Minischnitte ins Gewebe ein, die er anschließend verklebt. Die ganze Behandlung dauert vier bis fünf Stunden.

  • Schmerzen: Entstehen durch die Dehnung des Gewebes, halten etwa eine Woche an, sind mit gängigen Schmerzmitteln gut zu lindern.
  • Ausfallzeit: Klinikaufenthalt für eine Nacht, anschließend einige Erholungstage zu Hause. Für vier Wochen muss ein Kompressionsmieder getragen werden, zudem ist Sport für zwei Wochen tabu.
  • Haltbarkeit: Dauerhaft
  • Risiken: Schwellungen, Blutergüsse, allgemeine OP-Risiken
  • Kosten: Zwischen 5.000 und 6.000 Euro

Aufpolstern mit Implantaten

"Aufwand und Risiko der Operation stehen in keinem Verhältnis zum Ergebnis", sagt der Münchner Plastische Chirurg Dr. Hans-Leo Nathrath, der, wie viele seiner Kollegen, dem Eingriff ablehnend gegenübersteht. Um ein Implantat richtig zu positionieren, muss es nicht auf oder unter, sondern in den großen Po-Muskel implantiert werden. Eine aufwendige Operation, die neben den allgemeinen OP-Risiken von Vollnarkose, Nachblutungen, Wundheilungsstörungen, Infektionen und Thrombose auch eine Kapselfibrose (Abstoßungsreaktion) auslösen kann, die im Bereich des Gesäßes deutlich störender ist als bei einem Brustimplantat.

Bei der OP wird zunächst über einen etwa fünf Zentimeter langen Schnitt in der Gesäßfalte der Muskel eingeschnitten. In diese "Tasche" implantiert der Chirurg ein Silikonkissen aus nicht flüssigem, sogenanntem Kohäsivgel. Die Operation dauert zwei bis drei Stunden, ist sehr blutig und ist mit starken Schmerzen verbunden, die mindestens eine Woche anhalten.

Für Dr. Nathrath gibt es nur eine Indikation, bei der man ein Implantat überhaupt in Erwägung ziehen könnte – wenn ein Patient extrem schlank und ein Eigenfetttransfer unmöglich ist. "Aber selbst dann rate ich zu Hyaluronsäure-Injektionen, für den Patienten ist es der schonendere und risikoärmere Eingriff."

Der Po der Stars

Hallöchen, Popöchen!

So viele Po-Backen – da weiß man ja gar nicht, wo man zuerst hingucken soll! Model Devon weiß genau, welche ihre Schokoladenseite ist. Und die ihrer Freundinnen präsentiert sie ihren 1,7 Millionen Instagram-Followern gleich mal mit, denn die können sich mindestens genauso sehen lassen. Da werden die personalisierten Bikinis, die die Girls hier so fleißig bewerben, fast zur Nebensache.
Zumindest dürfte Suki Waterhouse bei ihrem entspannten Tag zuhause im Bett keine kalten Füße haben. Einen heißen Anblick bietet ihre Rückansicht allemal. 
Aurora Ramazzotti, Tochter von Michelle Hunziker und Eros Ramazzotti, ist das beste Beispiel dafür, dass gute Gene kein Mythos sind. Die hübsche 22-Jährige urlaubt mit ihrem Freund auf der griechischen Insel Koufonisia und zeigt ihren Followern, wie schön eine Rückansicht sein kann. 
Am Bug einer Jacht schaut sich diese Schönheit den magischen Sonnenuntergang Italiens an. Lediglich mit einem Bikinihöschen bekleidet, steht die 46-Jährige barbusig am Fahnenmast und präsentiert ihre Traumsilhouette – samt trainiertem Po. Ein Schnappschuss, aufgenommen von Tom Kaulitz, der hier seine Liebste, Heidi Klum, in Szene setzt.

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