Pflege: Rezepte aus Fernost

Den Porzellanteint asiatischer Frauen, wie von Schauspielerin Lucy Liu, wünschen wir uns doch alle! Höchste Zeit also, die Geheimnisse ihrer Schönheit zu entdecken: von neuen Spezialprodukten bis zu traditionellen Ritualen

Beauty-Boom: Schönheit im Wandel

Die Schauspielerin Zhang Ziyi zählt in Asien zu den absoluten Superstars. Auf der Berlinale war die 34-Jährige gerade in "The Grandmaster" zu sehen.

Eine feine, ebenmäßige Haut gilt als das Schönheitsideal in Asien. Die Frauen dort lassen sich das gern etwas kosten. Im Zuge steigender Lebensstandards ist der asiatische Kosmetikmarkt in den vergangenen Jahren weltweit am schnellsten gewachsen. Allein der chinesische Online-Beauty-Markt ist heute neunmal so groß wie der amerikanische und fast genauso groß wie der gesamte Beauty-Markt Frankreichs.

Kosmetikfirmen wie Estée Lauder, Shiseido und L'Oréal Paris setzen vermehrt darauf, den asiatischen Konsumentinnen näherzukommen, indem sie die aktuellen asiatischen Stars der Modelszene in ihren Werbekampagnen zeigen. Die schönen Gesichter von Ji Hye Park, Sui He oder Yumi Lambert, einem belgisch-japanischen Model, kurbeln die Kauflust an: Chinesinnen geben inzwischen mehr Geld für Kosmetik und insbesondere Hautpflege als für Mode aus.

"Love Island"-Kandidatin Julia

Sie erfüllt sich den Traum einer neuen Nase

"Love Island"-Kandidatin Jules
In der zweiten Staffel der Dating-Show "Love Island" suchte Kandidatin Julia die große Liebe. Obwohl die 23-Jährige ihren Traumprinzen im TV nicht gefunden hat, erfüllt sie sich jetzt einen anderen Traum selbst: Sie lässt sich die Nase operieren. GALA begleitet sie nach Berlin, wo Dr. Mathias Kremer-Thum von Medical One Berlin sie operiert. Was sie dazu bewegt hat, welche Ängste sie hatte und wie die Operation ablief, erfahren Sie im Video.
©Gala

In China ist diese Entwicklung neu, Japanerinnen und Südkoreanerinnen dagegen investieren seit jeher in eine schöne Haut, und zwar in zweierlei Hinsicht: Sie benutzen eine - aus westlicher Sicht - Unmenge von Spezialprodukten. Und sie wenden viel Zeit für die Pflege auf. Ausgiebige Beautyrituale haben Tradition, fünf Schritte jeweils morgens und abends sind Minimum.

Morgenritual

Viele Japanerinnen gönnen sich sogar sieben Schritte zum Schutz der Haut
1. Reinigungsschaum
2. Feuchtigkeitslotion
3. Anti-Spot-Serum
4. Anti-Aging-Creme
5. Sonnenschutz
6. Nahrungsergänzung
7. Sonnenhut/ Sonnenschirm

Edle Essenz

Zu den in Asien beliebtesten, bei uns bislang aber eher unbekannten Spezialprodukten gehören Lotionen - auch als Softener oder Essenzen bezeichnet -, deren flüssige Konsistenz Gesichtswassern ähnelt. Doch sie sind nicht für die Reinigung, sondern für die Versorgung mit hochkonzentrierten Wirkstoffcocktails und Feuchtigkeit zuständig. Sie werden sanft mit den Händen in die Haut gedrückt und machen diese seidenweich.

1. Verbessert die Zellfunktionen: "Ultimate - The Lotion" von Sensai, 125 ml, ca. 250 Euro
2. Neuauflage des Klassikers von 1897: "Eudermine Revitalizing Essence" von Shiseido, 125 ml, ca. 55 Euro
3. Mit Antioxidantien und Kollagen: "Priming Lotion" von Astalift, 150 ml, ca. 38 Euro

Rituale - Teil der Pflege: Achtsamkeit

"Regelmäßigkeit bei der Pflege ist wichtig. Ich trage zum Beispiel dreimal in der Woche eine Gesichtsmaske auf." - Schauspielerin Gong Li

Entspannung finden, neue Energie tanken - auch das gehört für Asiatinnen zur Schönheitspflege, und dafür nehmen sie sich konsequent Zeit. Wie bei einer Teezeremonie gibt es vorgegebene Abläufe, hat jeder Schritt seine Bedeutung und bereitet auf den nächsten vor. Auch Beständigkeit spielt eine große Rolle: Drei Gesichtsmasken pro Woche, wie bei der chinesischen Schauspielerin Gong Li, sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Lotionen, Cremes und Seren werden in Asien - ganz entschleunigt - in jeweils zwei Schritten aufgetragen: Erst wird eine Hälfte mit den Händen eingeklopft oder massiert, bis sie eingezogen ist, dann die andere. Es ist ähnlich wie beim Wässern von Pflanzen: Die Haut kann die Pflege so besser aufnehmen.

Ihr Gefühl für Ästhetik beweisen asiatische Frauen sogar beim Abschminken. Das wird abends ebenfalls in zwei Schritten zelebriert. Das Make-up wird zunächst mittels eines Öls abgenommen, den Rest entfernt ein Schaum, der mit einem Bürstchen (zum Beispiel von Shiseido) oder Tuch (etwa von Annayake) aufgetragen wird. Kommt ein Tuch zum Einsatz, dann mit einer speziellen Falttechnik. Die sorgt dafür, dass stets die reine und nie die benutzte Seite zu sehen ist.

Von BB zu CC

Die in Deutschland entwickelte BB Cream trat ihren Siegeszug zunächst in Asien an. Ein Zeichen der Globalisierung? Möglicherweise - auf jeden Fall aber widersprüchlich: Schließlich handelt es sich bei Blemish Balms um Multitasker und nicht um einen Spezialisten für eine ganz bestimmte Anwendung, worauf viele Asiatinnen schwören. Doch jetzt zählen nach BB sogar schon CC (Color Control) Creams zu ihren Beauty-Essentials. Diese sollen für eine dauerhafte Verbesserung des Hauttons sorgen und feine Linien und Fältchen langfristig mildern. Die ersten auf dem deutschen Markt gibt es ab Mitte Mai von Clinique.

1. Mit Pflanzen- und Algenextrakten: "Regeneratio Mask" von Ananné, 50 ml, ca. 118 Euro
2. Bringt die Haut ins Gleichgewicht: "Perlenpulver Maske" von My Beauty Diary, 10 Stück, ca. 23 Euro
3. Die "Daywear BB Creme SPF 35" pflegt mit ihrer ölfreien Textur lang anhaltend. Von Estée Lauder, 30 ml, ca. 35 Euro
4. Mit aufhellenden 3-D-Pigmenten und Kiwi-Extrakt: "BB Skin Perfecting Cream SPF 25" von Clarins, 45 ml, ca. 33 Euro
5. In Asien und den USA bereits ein Bestseller: Die "CC Cream" sorgt für Makellosigkeit. Von Chanel, 30 ml, ca. 50 Euro

Anti-Aging: Vorbeugen statt korrigieren

Asiatinnen gehen mit der Sonne ganz anders um als Europäerinnen. Während bei uns nach wie vor ein (zumindest leicht) gebräunter Teint als besonders attraktiv gilt, strebt man in Fernost nach Blässe. Dort gilt sie bis heute als Zeichen für Ansehen und Wohlstand.

Es gibt aber nicht nur soziokulturelle Gründe. Studien haben ergeben, dass in europäischen Gesichtern Falten etwa zehn Jahre früher sichtbar werden als beispielsweise in japanischen. Allerdings beginnt die Haut asiatischer Frauen im Vergleich zum kaukasischen Typ (also unserem) im Schnitt fünfzehn Jahre früher damit, ungleichmäßig Melanin zu produzieren und Pigmentflecken zu bilden.

Asiatinnen setzen deshalb eher auf vorbeugende statt auf korrigierende Maßnahmen. Die Verwendung eines hohen Lichtschutzes gehört nicht nur für Top-Model Liu Wen zur täglichen Beauty-Routine. Mütter sorgen dafür, dass die Kinder bereits frühzeitig Sonnenschutz auftragen, Accessoires wie Hüte und Schirme gehören zum Alltag. Es geht vor allem darum, den Zustand der Haut möglichst lange zu erhalten. Sind allerdings Flecken da, wird auch in Asien nachgeholfen - mit Whitening Cremes, die die Melaninproduktion regulieren und aufhellend wirken.

1. Die "Even Brighter Nachtpflege" stimuliert die hauteigene Regeneration im Schlaf. Von Eucerin, 50 ml, ca. 26 Euro
2. Normalisiert die Melaninproduktion: "Mega Bright Skin Tone Correcting Serum" von Dr. Andrew Weil for Origins, 50 ml, ca. 85 Euro
3. "The Brightening Lotion Intense" gleicht den Hautton aus und spendet Feuchtigkeit. Von La Mer, 200 ml, ca. 90 Euro
4. Minimiert Pigmentflecken mithilfe eines aufhellenden Trios: "Blanc Japan Sérum Éclaircissant " von Annayake, 30 ml, ca. 150 Euro
5. Wasserfest und mit Lichtschutzfaktor 50+ schützt die "Expert Sun Aging Protection Cream". Von Shiseido, 100 ml, ca. 38 Euro
6. Bekämpft Pigmentflecken gezielt und stärkt die Haut mit Omega-3-Fettsäuren: "White Caviar Sport Treatment" von La Prairie, 4 ml, ca. 125 Euro

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