Maria Höfl-Riesch: "Ich bin kein Fan von Radikaldiäten"

Maria Höfl-Riesch hat ihr Schlank- und Fitprogramm in Buchform herausgebracht. Wie viel Sport sie heute noch macht, verrät sie im Interview.

Am 20. März 2014 gab Ski-Star Maria Höfl-Riesch (32) ihr Karriereende bekannt. Einige Fans reagierten damals auf ihren Rücktritt mit Unverständnis, sie selbst sagt heute im Interview mit spot on news: Es sei nach dem dritten Olympiagold in Sotschi "genau der richtige Moment" gewesen, um aufzuhören. "Die Entscheidung ist mir zwar nicht leicht gefallen, aber es hat sich richtig angefühlt - und ich bereue es bis heute nicht. Es war der richtige Schritt zur richtigen Zeit, davon bin ich überzeugt."

Auf ihre Laufbahn blickt sie gerne zurück: "Ich bin sehr dankbar für meine Karriere, habe viele schöne Erfolge erlebt, an die ich mich gern erinnere: drei Olympiasiege, zwei Weltmeistertitel, dazu der Sieg im Gesamtweltcup. Aber es gab auch weniger gute Zeiten, die schwerste nach meinen beiden Kreuzbandrissen 2005, als ich nicht wusste, ob ich jemals wieder Skifahren kann. Trotzdem habe ich mich damals zurückgekämpft und danach meine größten Erfolge errungen. Alles in allem ist meine Bilanz überaus positiv."

"Felix ist fast wie ein Bruder"

Noch aktiv sind Felix Neureuther (32) und Lindsey Vonn (32), mit denen Höfl-Riesch mitfiebert: "Felix und ich, wir sind zusammen aufgewachsen, wir waren im gleichen Kindergarten und in der Grundschule in derselben Klasse, er ist fast wie ein Bruder für mich. Da ich als Wintersportexpertin für die ARD meistens bei Herren-Rennen im Einsatz bin, sehen wir uns im Winter relativ häufig. Und, ja, ich fiebere jedes Mal mit, wenn er an den Start geht, drücke ihm fest die Daumen. Auch wenn ich nicht vor Ort bin, verfolge ich die Rennen, natürlich auch bei den Damen. Mit Lindsey ist es ähnlich. Wir sind seit unserer Jugend befreundet, sehen uns jetzt zwar nicht mehr so häufig, sind aber regelmäßig in Kontakt, schreiben uns Mails oder SMS. Vor ihrem neuerlichen Comeback habe ich ihr natürlich Glück gewünscht."

Mit "Maria macht dich fit: Das Schlank- und Fitprogramm" (Gräfe und Unzer, 176 Seiten, 16,99 Euro) hat die ehemalige Spitzensportlerin nicht nur gerade ein Buch auf den Markt gebracht. Für dieses Jahr habe sie sich vorgenommen, "mehr Zeit mit meinem Mann und mit meiner Familie zu verbringen. Als ich vor knapp drei Jahren meine Karriere beendete, dachte ich, ich würde viel mehr Zeit haben. Doch durch die vielen Projekte bin ich jetzt fast genauso oft unterwegs, zumindest in den Wintermonaten. Aber darüber will ich mich nicht beklagen, es ist ja schön, dass es so gut läuft. Gerade ist das Buch erschienen, bei der bevorstehenden Ski-WM in St. Moritz werde ich für die ARD im Einsatz sein. Nach der Weltcupsaison bin ich wieder mit meinem Fitnessprogramm auf der MS Europa 2 unterwegs. Dann gibt es die Fitnesskollektion mit OTTO, für das Skigebiet Obertauern bin ich als Botschafterin tätig, und auch die Partnerschaften mit Head, Audi, Hublot und der DAK-Gesundheit laufen weiter. Also langweilig wird mir nicht".

"Mittlerweile gelingt es mir, auch mal zu entspannen"

In ihrem Buch schreibt Maria Höfl-Riesch auch, dass sie mit Leerlauf noch nie gut zurechtkam. "Ich kenne das nicht anders, seit meiner frühen Kindheit waren die Tage immer durchorganisiert: Schule, Training, Hausaufgaben usw.", erzählt sie. "Später, als ich im Weltcup fuhr und viel reiste, waren die Tage durchgetaktet, praktisch jede Stunde war verplant: Training oder Rennen, danach Regeneration, Physio, Videoanalyse, Teambesprechung. Das ist noch in mir drin. Obwohl es mir mittlerweile schon gelingt, auch mal zu entspannen - am besten in unserem Haus am Gardasee. Wobei Entspannung für mich auch mit Bewegung zu tun hat: wandern, radeln oder mit dem Boot auf dem See fahren. Mich einfach auf die Couch zu legen und nichts zu tun, das kann ich immer noch schlecht."

"Geht es langsam an!"

Die Expertin gibt zudem auch Tipps, wie man den inneren Schweinehund überwindet, wenn der gute Vorsatz zum Jahresbeginn schon wieder verflogen ist: "Viele machen den Fehler, zu ambitioniert an die Sache heranzugehen", erklärt Höfl-Riesch. "Sie stellen sich hohe Ziele und wollen diese in kürzester Zeit erreichen. Dabei überfordern sie sich und ihren Körper und verlieren dadurch schnell die Motivation, weil es nicht wirklich vorangeht. Ich sage: Geht es langsam an, beginnt mit einfachen Übungen und wenigen Wiederholungen. So macht man schnell Fortschritte und bleibt motiviert. Entscheidend ist nicht die Intensität, sondern die genaue Ausführung der Übungen und dass man regelmäßig trainiert. Und Spaß machen soll es natürlich auch."

In dem Programm, das sie in ihrem Buch präsentiert, gehe es darum, "langfristig und nachhaltig etwas für seine Gesundheit und damit für sein Wohlbefinden zu tun. Ziel ist nicht der Traumbody, sondern eine gute Grundlagenausdauer als Basis der Fitness, körperliche Stabilität und Beweglichkeit. Durch ein niedrig-intensives Ausdauertraining - kombiniert mit gesunder Ernährung - wird der Fettstoffwechsel angekurbelt, sodass man auch abnimmt. All das schafft man allerdings nicht von heute auf morgen. Als Orientierung: Mit viermal in der Woche eine Stunde Training erreicht man viel, wenn man es dauerhaft macht".

Die richtige Ernährung

"Ich bin kein Fan von Radikaldiäten", erklärt die 32-Jährige. "Überhaupt halte ich nichts davon, sich sklavisch streng etwas zu verbieten. Dafür bin ich viel zu sehr Genussmensch. Kleine Sünden - ein schönes Stück Kuchen oder eine leckere Nougatpraline - müssen auch mal sein. Trotzdem halte ich mich an ein paar Regeln: Zum Beispiel esse ich am Tag nur drei Mahlzeiten. Morgens gibt es bei mir immer Müsli mit frischem oder getrocknetem Obst oder mit Beeren. Mittags greife ich gern zu einem Salat, und abends verzichte ich möglichst auf Kohlenhydrate, greife stattdessen zu Fisch oder Geflügel. Insgesamt achte ich einfach darauf, dass die Energiebilanz stimmt, also dass ich nicht mehr Kalorien zu mir nehme als ich verbrauche".

Und wie viel Sport steht bei Höfl-Riesch heute noch auf dem Programm? "Natürlich trainiere ich nicht mehr so viel wie während meiner Karriere, aber ich versuche schon, jeden Tag etwas zu tun. Sonst würde ich mich nicht wohlfühlen. Das gelingt nicht immer, gerade wenn ich viele Termine habe und ständig unterwegs bin so wie im Winter. Wenn ich zu Hause bin, gehe ich meistens morgens kurz nach sechs - noch vor dem Frühstück - in unseren Fitnesskeller und strample eine Stunde auf dem Ergometer. Bei schönem Wetter wandere ich auch gern mal auf einen Berg. Das ist ein gutes Ausdauertraining und außerdem Balsam für die Seele - in dieser herrlichen Natur hier in Kitzbühel."

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche