Low-Carb: Wie viele Kilos purzeln mit der Diät?

Warum lässt sich mit Low-Carb abnehmen und wird der Ernährungstrend zu Recht kritisiert? Hier antworten zwei Experten.

Topmodels wie Adriana Lima setzen auf Low-Carb

Hollywood-Stars haben die Ernährungsform in Mode gebracht, Experten warnen inzwischen vor Gesundheitsrisiken: Low-Carb zählt in Deutschland dennoch zu den beliebtesten Diät-Formen. Bücher wie "Low Carb für Einsteiger" oder "Low Carb für Berufstätige" erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch Andreas Meyhöfer und Diana Ludwig feierten mit ihrem Ratgeber Erfolge, jetzt erscheint dazu "Schlank mit Low-Carb - Das Kochbuch" (Riva). Warum Low-Carb so gefragt ist, verraten die beiden im Interview mit spot on news.

Sie haben inzwischen eine große Low-Carb-Community. Woran liegt es, dass diese Ernährungsform zu so einem beliebten Ernährungstrend geworden ist?

Meyhöfer/Ludwig: Low-Carb bedeutet gut und gesund zu essen, ohne auf etwas zu verzichten. Zudem ist eine smarte Low-Carb-Ernährung ausgewogen und macht auch noch Spaß. Sie lässt sich wunderbar in den Alltag integrieren und ist dazu auch noch familientauglich. Zudem spüren "Umsteller" recht schnell die gesundheitlichen Vorteile und ein deutlich verbessertes Wohlbefinden.

Für wen ist Low-Carb geeignet?

Meyhöfer/Ludwig: Low-Carb ist für jeden Menschen geeignet, der sich auf diese Ernährungsform ohne Vorurteile einlässt und nicht glaubt, er dürfe "keine Kohlenhydrate" essen. Gerade das ist nämlich ein Vorurteil, welches sogar von sogenannten "Experten" verbreitet wird.

In "Schlank mit Low-Carb - Das Kochbuch" gibt es weitere 160 Rezepte von Ihnen. Wie entwickeln Sie diese und was essen Sie davon selbst am liebsten?

Meyhöfer/Ludwig: Es gibt im Grunde kein Geheimnis. Wir kochen schon unser ganzes Leben. Viele Gerichte entstehen, indem wir klassische Rezepte auf Low-Carb umwandeln. Andere Rezepte entstehen durch Forschungsdrang, Spaß am Kochen und simple Rekombination. Die Kreativität entsteht beim Kochen. Aber auch unsere tolle Community liefert uns natürlich auch regelmäßig Inspiration.

Für Menschen, die vor allem ihr Gewicht reduzieren wollen: Haben Sie einen Richtwert, wie viel man in einem bestimmten Zeitraum mit Low-Carb abnehmen kann?

Meyhöfer/Ludwig: Seriös betrachtet kann es keinen Richtwert geben. Jeder Mensch hat eine andere Ausgangslage. Es gibt Menschen mit 120 Kilo Übergewicht, die nach vier Wochen bereits 12 Kilo verlieren. Andere haben aufgrund von Stoffwechselerkrankungen oder Medikamenteneinnahme einen deutlich längeren Weg vor sich. Auch das Ausgangsgewicht spielt natürlich eine große Rolle. Die Antwort kann also nur lauten: "Es kommt darauf an ..."

Welche Vorteile bietet eine langfristige Ernährungsumstellung auf Low-Carb?

Meyhöfer/Ludwig: Ersetzen wir den Begriff "langfristig" durch "dauerhaft". Viele sehen Low-Carb aktuell leider als reine Reduktionsdiät. Wir haben aufgrund unserer großen Community wunderbare Erfolgsgeschichten. Diabetes Typ 2 Patienten brauchten kein Insulin mehr, Allergien verbesserten sich, Bluthochdruck wurde gesenkt, das allgemeine Wohlbefinden verbesserte sich ... Alleine über die positiven Aspekte ließe sich stundenlang referieren.

Was kann man bei einer Heißhungerattacke tun - oder wenn das Gefühl aufkommt, der Körper benötigt schnelle Energie?

Meyhöfer/Ludwig: Wenn man sich vollkommen auf Low-Carb eingestellt hat, gehören Heißhungerattacken in der Regel der Vergangenheit an. Auch das Energieproblem ist bei einer ganzheitlichen Low-Carb-Ernährung ein Relikt vergangener Zeiten. Die meisten "Low-Carber" fühlen sich energiegeladener und deutlich leistungsfähiger als zu ihrer "High-Carb"-Zeit.

Viele Menschen lieben Nudeln und Brot: Sind Rückfälle in alte Muster nicht vorprogrammiert, wenn es "verbotene" Lebensmittel gibt?

Meyhöfer/Ludwig: Vorprogrammiert hört sich so endgültig an. Zuerst sollte man von dem Gedanken weggehen, dass etwas verboten ist. Auch in der Low-Carb-Ernährung kann man Brot und Nudeln essen. Sie werden nur anders hergestellt - und das mit deutlich hochwertigeren Zutaten. Sind wir doch ehrlich, die meisten Pasta- und Brotprodukte sind leere Kalorien ohne Mehrwert für den Konsumenten. Zudem berichten viele Menschen, dass sie ihre alten Nahrungsmittel nicht mehr vermissen. Am Ende ist es eine Sache der Selbstwirksamkeit.

Warum sollte ein gesunder Mensch auf Getreideprodukte verzichten?

Meyhöfer/Ludwig: Die Frage ist zuerst, wie wir "Gesundheit" definieren. Die meisten Menschen verstehen Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit ist jedoch weitaus mehr. Es gibt Menschen, die fühlen sich krank, sind aber aus medizinischer Sicht vollkommen gesund. Betrachten wir zum Beispiel das Thema Gluten. Nicht wenige Menschen haben eine Unverträglichkeit, obwohl das Vollbild einer Zöliakie nicht vorliegt. Sie wissen also nichts von ihrem "Glück" einer Unverträglichkeit. Folgen sind Nährstoffdefizite, Depressionen, Schlafstörungen und andere Beschwerden, die sich negativ auf das Wohlbefinden auswirken. Auch der Mikronährstoffanteil von Getreide ist im Gegensatz zu vielen Gemüsesorten eher gering. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen und würde hier den Rahmen sprengen. Die richtige Frage ist: "Warum sollten Menschen Getreide essen?"

Kritiker von Low-Carb warnen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu viel Aufnahme von Fett und Eiweiß sei bedenklich, heißt es. Was sagen Sie zu solchem Gegenwind?

Meyhöfer/Ludwig: Zu jeder Bewegung gibt es eine Gegenbewegung. Das gehört quasi schon zum guten Ton. Von Gegenwind kann man aber kaum sprechen - nennen wir es eher ein laues Lüftchen an einem warmen Sommerabend. Am Ende gibt die Empirie den Ausschlag und nicht irgendwelche Kritiker, die oftmals ohne echte Fakten ihre Behauptungen aufstellen oder mit Studien aufwarten, die mehr Löcher enthalten als ein Schweizer Käse. Am Ende gilt: Wer heilt, hat Recht.

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