Layering: Schicht für Schicht

Wer schön sein will, muss cremen – am besten gleich mehrere Lagen. "Gala" geht dem Layering-Prinzip auf den Grund

Reiniger, Toner, Serum, Tagescreme – wie viele Lagen machen Sinn?

Eine ganz wichtige Info gleich zu Anfang: Bei der Pflege der Haut kommt es nicht auf die Anzahl der Produkte an, sondern auf deren Formulierung und Textur, auf die regelmäßige Anwendung und das Zusammenspiel. "Die Produkte müssen sich gut vertragen" sagt Prof. Dr. Martina Kerscher, Dermatologin an der Universität Hamburg. "Sonst potenzieren sich ihre Wirkstoffe nicht so wie gewünscht, sondern sie könnten sich sogar gegeneinander aufheben."

Lassen sich alle Gesichtsprodukte layern?

Effekt-Produkte wie Masken, Ampullen oder Peelings, die nicht täglich zum Einsatz kommen, lassen sich gut mischen. Seren mit einem hohen Vitamin-C-Anteil (sie helfen der Abschilferung der oberen Hautschicht) und hoch konzentrierte epidermale Wachstumsfaktoren aus der Gerste (sie wirken in tieferen Hautschichten und stärken den Zellverbund) sollten dagegen nicht direkt kombiniert werden. Epidermale Wachstumsfaktoren empfiehlt Expertin Martina Kerscher als Monoprodukt für abends.

Woran erkennt man, ob Produkte zusammenpassen?

Bilden sich beim Cremen Schlieren oder Ribbelchen, ist entweder die vorherige Pflege nicht richtig eingezogen – oder die Texturen passen einfach nicht zusammen und lassen sich daher nicht vermischen. Das passiert zum Beispiel, wenn eine reichhaltige Creme (Wasser-in-Öl-Emulsion) auf eine Lotion oder ein Gel (Öl-in-Wasser-Emulsion) trifft. Wer sichergehen möchte, bleibt bei einer Pflegelinie: Da sind alle Wirkstoffe perfekt aufeinander abgestimmt.

1. Toner: "Pure Ritual Care-in-Lotion" von Helena Rubinstein, 200 ml, ca. 49 Euro; 2. Softener: "Future Solution – Concentrated Balancing Softener" von Shiseido, 150 ml, ca. 96 Euro; 3. Pigmentregulierer: "Pigmacare Skin Tone Balance" von Louis Widmer, 30 ml, ca. 30 Euro; 4. Serum: "The Lifting Contour Serum" von La Mer, 150 ml, ca. 98 Euro; 5. Sonnencreme bei extremer Beanspruchung: "Cellular Protective Cream For Face SPF 30" von Sensai, 50 ml, ca. 98 Euro; 6. Make-up: "Teint Idéal – Fluid" von Vichy, 30 ml, ca. 23 Euro

Muss man beim Layern eine Reihenfolge einhalten?

Ja, denn nur so unterstützen die Produkte einander. Morgens nach der Reinigung mit einem Toner und abends mit einem reichhaltigeren Softener starten; bei junger Haut reicht der Toner. Beide beruhigen, regulieren den pH-Wert und bereiten die Haut auf die Pflegestoffe vor. Die nächste Lage ist ein Bedarfsserum: beispielsweise mit Hyaluron gegen Mimikfältchen, mit Retinol gegen Konturverlust oder mit Vitamin C gegen Pigmente. Fünf Minuten einziehen lassen. Dann kommt die Tagespflege mit Lichtschutzfaktor und gegebenenfalls Make-up.

Viele Produkte enthalten bereits einen UV-Schutz. Ersetzen Sie die Sonnencreme?

Tagespflege beziehungsweise Make-up mit einem mittleren UV-Schutz (LSF 15–25) reicht in unseren Breitengraden und in der Stadt normalerweise aus. Bei Pigmentregulierern sieht es schon anders aus: Weil sie punktuell aufgetragen werden, ist der Rest der Haut ungeschützt. Expertin Kerscher rät dringend zu einem zusätzlichen Schutz, "da Pigmentflecken durch UV-Licht extrem getriggert werden". Wer sich mehrere Stunden im Freien aufhält – Gartenarbeit, Golf – sollte eine Sonnencreme als letzte Schicht auftragen. So reibt man die UV-Filter nicht ab, und man kann jederzeit nachcremen.

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