Kopfhaut-Pflege: Der A-Haar-Effekt

Eine gesunde Kopfhaut ist das A & O für jede Frisur. Wie wir mit der richtigen Pflege im Winter unsere Haarprobleme bei der Wurzel packen, zeigen wir hier

Bad Hair-Days sind gerade in den Wintermonaten bei vielen an der Tagesordnung: Häufige heiße Duschen, Föhn­attacken, trockene Heizungsluft und Mützenalarm sind einfach zehrend. Aber ausgerechnet die Kopfhaut, die Mimose unter den Körperstellen, wird bei der Pflege oft übergangen: Unsere Aufmerksamkeit konzentriert sich meist auf die Gesichtshaut und endet dann kläglich am Haaransatz. Hat sich die natürliche Feuchtigkeit der Kopfhaut verflüchtigt, kann die Hautbarriere nicht mehr als Firewall gegen Schadstoffe funktionieren. Sie gerät aus der Balance, es entstehen Mikro-Entzündungen. Etwa 60 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer haben eine empfindliche Kopfhaut. Sie macht mit Spannungsgefühlen und Brennen auf sich aufmerksam, wenn sie nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird oder die Drüsen nicht genügend Talg produzieren.

Besänftigende Pflege

Spätestens jetzt muss eine typgerechte und Feuchtigkeit spendende Kopfhautpflege in die Bad-Routine mit aufgenommen werden, also milde, tensidarme Shampoos und Konzentrate mit besänftigender Wirkung zum Beispiel durch Bisabolol, Vitamin E, Urea oder Menthol. Denn durch Juckreiz kann die Haarstruktur nachhaltig leiden: "An Stellen, wo man sich ständig kratzt, kann einfach auch kein gesundes, schönes Haar mehr rauskommen. Es wird brüchiger und kann sogar ganz zum Verlust führen, wenn die Haarwurzel ihre Produktion völlig einstellt", erklärt Kirstin Schmeink, Friseurin und Kérastase-Kopfhaut­spezialistin aus Hamburg.

Übertriebene Vorsorge

Stark irritierte Kopfhaut kann auch leicht Schuppen entwickeln: Extremes Schwitzen auf dem Kopf bringt den Säureschutzmantel durcheinander –ein leichtes Spiel für Hefepilze. Die Haut versucht dann durch Überverhornung, sich selbst zu helfen. Es erscheinen Schuppen – für viele eine Horrorvision und ein typisches Phänomen speziell bei Männern: Im kernigen Übereifer verwenden sie schon bei trockener Haut vorsorglich Anti-Schuppen-Shampoos. "Doch wenn mal ein Hautfetzen abfällt, ist das nicht gleich ein Indiz für Schuppen", korrigiert Haarexpertin Schmeink. Wird ein Shampoo falsch eingesetzt, können sich erst recht Schuppen entwickeln.

1. Reinigt selbst sensible Babykopfhaut: "Dermo Capillaire Hypertolerant"- Shampoo von Eucerin, 250 ml, ca. 13 Euro; 2. Beruhigt Spannungsgefühle ohne Silikone, Parabene und Farbstoffe: "Botanicals Lavendel Kopfhaut Pflege- Lotion" von L’Oréal Paris, 150 ml, ca. 10 Euro: 3. Ayurvedische Heilkräuter gegen Haarausfall: "Invati Advanced" von Aveda, 150 ml, ca. 73 Euro

Lupenreine Analyse

Kopfhautspezialist Kérastase nimmt die Kopfhaut mit einer Lichtkamera und bis zu 600-facher Vergrößerung ins Visier. Detailliert offenbaren sich Probleme wie Trockenheit, der Grad des Glanzes, die Stärke und Widerstandskraft des Haares. Auch die Performance der Hautporen werden einem Check unterzogen: Bei einem sehr gut versorgten Schopf können häufig auch drei Haare oder mehr aus einer einzigen Pore sprießen. Stellenweise finden sich aber auch Low-Performer, die nur ein schwaches Härchen hervorbringen. Tritt Letzteres verstärkt auf, kann das ein Hinweis auf Haarausfall sein, sei es durch Stress, nach Krankheit, OPs, zu viel Junk-Food, Hormonschwankungen oder erbliche Vorbelastung. Aber auch die Wechseljahre verändern die Haarstruktur und lassen die Haare zunehmend dünner nachwachsen. Der Analyse folgt ein individuell auf die Kopfhaut abgestimmter Strategieplan. Hier kommt das Know-how der Profis mit entsprechenden Therapien und Wirkstoffen zum Einsatz.

Wake-up-Call fürs Haar

Normalerweise verabschieden sich täglich rund 100 Haare von durchschnittlich 100.000, die der Mensch auf dem Kopf hat. Der natürliche Lebenslauf eines Haars durchläuft einen Zy­klus von drei Phasen: eine aktive Wachstumsphase, eine kurze Übergangsphase, in der sich die Zellen nicht mehr teilen, und eine Ruhephase. Danach fällt das Haar aus, um Platz für einen Nachfolger zu machen. Sinkt der Anteil der "aktiven" Haare unter 80 Prozent und steigt der Anteil der "ruhenden" Haare entsprechend über 20 Prozent an, handelt es sich um vermehrten Haarausfall.

Frühzeitig vorbeugen

Mit der dreimonatigen "Stop & Grow"-Therapie hat Hair­dreams vermehrtem Haarausfall den Kampf angesagt. Im Zentrum steht dabei ein patentierter Wirkkomplex, der das auslösende Hormon DHT hemmt. Ziel ist es, schlafende Haarwurzeln zu wecken und neue Wachstumsphasen einzuleiten beziehungsweise jene der vorhandenen aktiven Haare zu verlängern. Ganz wichtig: Immer vorbeugend handeln! Hat eine Haarwurzel ihren Dienst komplett eingestellt, wird sich dort kein Haar mehr blicken lassen – mit keinem Lockmittel der Welt.

1. Regeneriert Ansatz und Spitzen mit Manuka-Honig: "Repair & Balance" von Guhl, 250 ml, ca 3 Euro; 2. Arganöl und Salicylsäure reduzieren Schuppen: "Dry Scalp Treatment" von Moroccanoil, 45 ml, ca. 33 Euro; 3. Cool-down-Effekt um 2,5 Grad: "Astera Fresh"-Serum von René Furterer, 75 ml, ca. 25 Euro

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