Hyaluron: Der Wirkstoff, den unsere Haut liebt

Hyaluron ist einfach unschlagbar: Kein anderer Wirkstoff ist so vielseitig einsetzbar, effizient und verträglich

1. Was steckt hinter dem anhaltenden Boom?

Hyaluronsäure hat gleich mehrere Vorteile: Da sie natürlicherweise im Körper vorhanden ist, ist sie extrem hautverträglich – sogar bei Ekzemen, empfindlicher Haut und nach ästhetischen Eingriffen. "Das liegt daran, dass die Struktur des Moleküls in allen Organismen identisch ist", erklärt Prof. Dr. , Kosmetikwissenschaftlerin an der Universität Hamburg. Anders als es der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um eine Säure, sondern um eine Mehrfach-Zuckerverbindung, die in der äußersten Hautschicht für die elastischen Eigenschaften der Haut zuständig ist. In der Lederhaut gibt Hyaluron der Gelsubstanz zwischen den Zellen Struktur. Sie kann nicht nur das tausendfache ihrer Größe an Wasser binden, sie wirkt auch antioxidativ ähnlich wie Vitamin C oder E. Und ganz nebenbei unterstützt der Feuchtigkeitsbooster auch noch die Funktionen der stützenden Kollagen- und Elastinfasern als Anti-Aging-Allrounder.

2. Wie wirkt das Elixier am besten?

Mit Sofortwirkung punkten hochmolekulare Hyaluronsäuren. Sie bestehen aus langkettigen Molekülen, die allerdings die Hautbarriere nicht überwinden können. Nach dem Verdunsten bildet sich ein luftdurchlässiger Film, der die Haut glättet und feucht hält. Im Gegensatz dazu kann niedermolekulare (auch "kurzkettige" oder "fragmentierte") Hya­luronsäure für einen Langzeiteffekt tiefer in die Haut einziehen. Sie fördert langfristig die Speicherung von Wasser im Bindegewebe. Die Haut wird straffer und durch inneres Aufpolstern sichtbar "entfaltet". Die Kombination mit der hochmolekularen Variante macht's: Doppelt hält bei Hyaluron auf jeden Fall besser!

1. Wirkt als Heilbooster nach OPs – mit nur elf Inhaltsstoffen: "Minéral 89"-Serum von Vichy, 30 ml, ca. 18 Euro; 2. Feuchtigkeit meets Vitamin B 5 – für empfindliche Haut: "Hyalu B5 Aufpolsterndes Serum-Konzentrat" von La Roche-Posay, 30 ml, ca. 30 Euro; 3. Make-up, Pflege und UV-Schutz in einem Tiegel to go: "3 in 1 Pflege Cushion" von Nivea, 15 g, ca. 17 Euro

3. Gibt es auch vegane Varianten?

Nachdem das Molekül erstmals 1934 im Glaskörper von Rinderaugen entdeckt wurde, ging es zur weiteren Gewinnung zunächst nur tierisch zur Sache. Meist kamen dabei Hahnenkämme zum Einsatz. Inzwischen gibt es aber gentechnische Alternativen aus Weizen oder Mikroorganismen wie Streptokokken und Pilzen. Das ist allerdings ein recht kostspieliger und aufwendiger Prozess. Da reine Hyaluronsäure in der Haut in der Regel nach 24 Stunden vom Körper abgebaut wird, sorgen zugefügte Stabilisatoren dafür, dass die Substanz haltbarer wird. Als Filler unter die Haut gespritzt, kann sie sogar bis zu einem Jahr wirken.

4. Wo, wie und wann wirkt der Powerstoff am effektivsten?

In der Kosmetik kommt heute kaum ein Produkt ohne Hyaluron aus. Schließlich lässt ab dem 25. Lebensjahr die körpereigene Hyalu­ronsäureproduktion nach, und ihre Qualität wird zunehmend schlechter. Spätestens dann wird zugeführte Hyaluronsäure als Wirkstoff in der täglichen Pflege quasi unverzichtbar. In der Medizin reichen die Einsatzgebiete von den Augen über Gelenke und Schleimhäute bis hin zur Wundheilung nach Operationen. Auch in der ästhetischen Chirurgie ist Hyalu­ronsäure zum Aufpolstern der Haut der letzte Stand der Technik – unter den Füllsubstanzen rangiert sie mittlerweile weltweit auf Platz eins. Für die Haut macht es übrigens keinen Unterschied, ob die Hyaluronsäure vom eigenen Körper gebildet oder künstlich von außen ergänzt wird.

5. Hilft eine hochprozentige Konzentration mehr?

"Prozentangaben bei Produkten mit Hyaluronsäure (zum Beispiel 10 oder 20 Prozent) sind marketingstrategische Augenwischerei. Eine Creme, die diese Mengen des stark wasserbindenden Moleküls enthielte, wäre ein schnittfester Klotz", sagt Dr. , Cosmetic Consultant bei Reviderm. In der Kosmetik kommen vorwiegend Hyaluronsäure-Lösungen beziehungsweise -gele zum Einsatz, und zwar in 0,01- bis 0,1-prozentiger Konzentration.

1. Durstlöscher für trockene Haut mit Hyaluronsäure und Rotalge: "2-Phasen Hyaluron-Shake" von Annemarie Börlind, 50 ml, ca. 20 Euro; 2. Sagt Lippenfältchen den Kampf an: "Lip Line Corrector"-Serum von !QMS Medicosmetics, 15 ml, ca. 180 Euro; 3. Hyaluron zum Trinken: "Regu­latpro Hyaluron“-Set von Dr. Niedermaier, 20 x 20 ml, ca. 70 Euro

6. Woran erkenne ich, ob Hyaluron in meiner Creme ist?

Ein genauer Blick auf die Verpackung genügt. "Bei der Auflistung der Inhaltsstoffe – der INCI-Nomenklatur kosmetischer Produkte – findet man ausschließlich drei Begrifflichkeiten: Hyaluronic acid (langkettig), Sodium Hyaluronate (kurz- und mittelkettig), Sodium Hyaluronate Crosspolymer (quervernetzt). Wobei hier nicht ersichtlich ist, ob es als Träger zum Einschluss anderer Moleküle eingesetzt ist oder nicht", sagt Dr. Sabine Gütt. Grundsätzlich gilt: Je weiter vorn die Hyaluronsäure aufgeführt ist, desto mehr ist auch im Tiegel enthalten.

7. Was ist pharmazeutisches Hyaluron?

Im Bemühen um die beste Qualität kommt medizinisches Hyaluron immer mehr auch in Cremes & Co. zum Einsatz. Im Gegensatz zu kosmetischem Hyaluron (nach den Europäischen Kosmetikrichtlinien kontrolliert) unterliegt die pharmazeutische Option deutlich strengeren Reinheitsprüfungen nach Vorgaben aus dem Europäischen Arzneibuch. Diese extrem aufwendige Kontrolle des Hyalurons sorgt so für einen besonders hohen Reinheitsgrad und eine hohe Sicherheit des Hyalurons – was auch einen höheren Preis rechtfertigt.

8. Wie verbessere ich die Eigenproduktion in meiner Haut?

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und viel Wasser trinken sind das A & O! Yurie Schwarz, medizinisch-wissenschaftliche Leiterin von Frei Öl, sagt: "Je mehr Wasser in der Haut vorhanden ist, desto stärker feuchtigkeitsspendend und volumenaufpolsternd kann Hyaluronsäure wirken. Wichtige Vitamine und Mineralien sind zum Beispiel Biotin, Zink (unter anderem in Fleisch, Schalentieren, Nüssen und Hülsenfrüchten), Vitamin A (unter anderem in Karotten, Spinat, Grünkohl) und Vitamin E (in Mandeln, Sonnenblumen- und Olivenöl). Mit der richtigen Ernährung von innen und täglicher Haut­pflege von außen kann man den natürlichen Alterungsprozess der Haut und den Hyaluronabbau hinauszögern. Dazu gehören unbedingt UV-Schutz (vor allem UVA), Schutz vor Umwelteinflüssen wie Feinstaub, Nikotin sowie tägliche Pflegeprodukte mit antioxidativem Schutz und Wirkstoffen, die Hyaluron abbauende Enzyme hemmen."

Blutegel, Bienengift + Co.

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