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Kaktus-Hype Die können viel mehr als piksen

Hautpflege: Kakteen vor rosanem Hintergrund
© Eugenia Porechenskaya / Shutterstock
Wüstenpflanzen sorgen für den heißesten Hautpflege-Trend des Sommers. So stillen Sukkulenten & Co. jetzt den Beauty-Durst. 

Produkt-Einöde im Badezimmerschrank? Muss nicht sein! In dieser Saison sorgen Hautpflege-Heroes mit exotischen Pflanzenwirkstoffen aus der Wüste für viel Belebung. Prominente wie Drew Barrymore oder Olivia Palermo schwärmen von der heilenden Kraft aus der Aloe vera. Star-Köchin Nigella Lawson wiederum schwört genauso wie Celebrity Facialist Joanna Czech auf den aufpolsternden Effekt des Feigenkaktus. Und noch mehr dieser Wunderpflanzen sorgen jetzt für den begehrten "Desert Glow".

Haut im Sommer: Trocken wie die Wüste Gobi

Raue Oberfläche, dazu ein unangenehmes Spannungsgefühl: In der Hitze kann unsere Haut knochentrocken werden. Sylvia Enders, Director Training bei Clarins, erklärt, woran das liegt: "Die Haut besteht zu 80 Prozent aus Wasser. Sie benötigt es zum Leben und um jung zu bleiben. Im Sommer und bei Sonnenschein verdampft die Feuchtigkeit in der Haut schneller, um uns auf Temperatur zu halten. Sie ist sozusagen unsere körpereigene Klimaanlage."

Aloe, Kaktus & Co.: Speichermedium

Extreme Trockenheit kennen auch Aloe, Kaktus und Akazie gut. Sie wachsen in schwierigen Klima- und Bodenverhältnissen und vor allem dort, wo sonst keine Pflanze freiwillig Wurzeln schlagen würde: in der Wüste. "Diese wasserspeichernden Pflanzen können extrem lange Trockenzeiten überstehen, weil sie sich mit kreativen Techniken ihrer Umgebung angepasst haben", erklärt die Expertin. "Einige Arten nehmen Feuchtigkeit über Wurzeln und Blätter auf, andere 'saugen' Feuchtigkeit aus dem Nebel über ihre Blätter oder fangen mit Dornen oder Härchen Tautropfen auf, um sie zu den Wurzeln zu leiten."

Hautpflege: Aloe vera in einem Bluemntopf
Auch die pure Aloe vera tut der Haut Gutes. Einfach ein Stück des Blattes schälen und einfrieren – fertig ist der kühlende Pflege-Cube!
© Eirene Fagus / Shutterstock

Hautpflege: Ab in die Tube!

Was die feuchtigkeitsspeichernden Pflanzen können, wollen wir auch! Die Kosmetikfirmen haben das inzwischen erkannt und packen die Kraft des Wasserbunkerns in ihre Cremes, Masken und Seren. "Ganz unterschiedliche Teile der Pflanzen werden für Kosmetikprodukte verwendet", so Sylvia Enders: "Wurzeln, Blätter, auch Blüten oder Knospen." Durch aufwendige Prozesse wie etwa die Wasserdampfdestillation werden die Aktivstoffe aus den Pflanzen gewonnen.

Durstlöscher

Warum liebt unsere Haut diese Aktiv­stoffe aus Kaktus & Co. so sehr? Sylvia Enders: "Ähnlich wie Pflanzen hat auch die Haut einen natürlichen Wasserspeicher. Er liegt in der Hornschicht. Wenn wir feuchtigkeits­spendende Pflege benutzen, saugt sie sich wie ein Badeschwamm mit Wasser voll." 

Und es gibt so viel Auswahl! Hydratisierendes Aloe-­Gel etwa, das drei­ bis viermal schneller als Wasser in die Haut eindringt. Auch die Rose von Jericho stoppt den Feuchtigkeitsverlust. Der Aktivstoff der neu eingesetzten Goethe­Pflanze hilft der Haut, ihre Feuchtigkeits­speicher selbst wiederherzustellen. Johann Wolfgang von Goethe ist Namensgeber des Gewächses, weil er es im Botanischen Garten Belvedere in Weimar entdeckte. Er war fasziniert und schrieb eine wissenschaftliche Abhandlung und ein Gedicht über die buschige Sukkulente.

Hautpflege: Blühendes Kaktusblatt
Manche Kakteen kommen mehrere Monate ohne Wasser aus. Diesen Speichereffekt nutzen immer mehr Kosmetikfirmen
© unjiko / Shutterstock

Kerne & Blüten

Auch der Klassiker unter den Wasserspeichern füllt die Depots in vielen Formen auf: der Kaktus. Als vitaminreiches Kaktusfeigenöl aus den Kernen der Pflanze, als er­ frischender Extrakt der Kaktusblüte oder dank des zusätzlich entzündungs­hemmenden Chlorophylls kommt er zum Einsatz. Das Öl der Narapflanze, ein dorniger Strauch der Wüste Namib, wirkt barrierestärkend und bewahrt die Feuchtigkeit.

Richtig bunkern

Zwei bis drei Liter Wasser soll man täglich trinken. Aber wie viel Feuchtig­keit braucht die Haut? Leider kann sie Wasser nicht über Monate speichern – es verdampft. Wir müssen also nach­ legen. "Morgens und abends sollte man cremen und zweimal pro Woche zusätzlich eine Maske machen", so die Clarins-­Trainerin. "Spätestens, wenn es spannt oder juckt, wenn Knitter­ fältchen und rote Flecken auftauchen, schreit die Haut nach Feuchtigkeit." Dann heißt es: nachcremen und Wüstenwirkstoffe tanken!

Gala


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