Blond? Lockig? Dünn oder voll?: Individuelle Haarpflege

Damit Naturkrause oder Blondschopf ihre volle Pracht entfalten können, ist eine individuell abgestimmte Haarpflege das A und O

Shampoo, Conditioner, Kuren – es gibt so viele Spezialprodukte, dass wir vorm Regal oft überfordert sind. GALA fragte , Haar-Experte bei John Frieda, nach einem Wegweiser durch den Haarpflege-Dschungel. 

GALA: Was sind die häufigsten Fehler beim Shampoo-Kauf? 

Andreas Wild: Die meisten Kundinnen kennen weder ihren Haartyp noch ihr Problem. Oft erlebe ich, dass die Haarstruktur angegriffener ist als die Frauen denken, was häufig an der falschen Pflege liegt. Mein Tipp: Wer unsicher ist, lässt sich beim Friseur unverbindlich beraten. 

GALA: Wie definiert sich denn zum Beispiel "normales Haar"? 

Wild: Wir meinen damit unbehandeltes, noch nie gefärbtes oder mit Strähnchen versehenes Haar. So wie wir sie als Kind hatten. 

GALA: Viele Frauen haben mehrere Haarprobleme gleichzeitig, etwa feines und koloriertes Haar. Was tun? 

Wild: Sich fragen, was mehr stört: der platte Ansatz oder das Rauswaschen der Farbe. Beides lässt sich mit Pflege und Stylingprodukten korrigieren: Wäscht man sich mit einer Volumenserie die Haare, schützt ein UV-Spray die Farbe vorm Verblassen durch Hitze und Sonne. 

GALA: Spezialprodukte oder lieber Alleskönner? Für welchen Haartyp eignet sich was? 

Wild: Produkte, die gezielt ein bestimmtes Haarproblem wie etwa Haarbruch angehen, sind wesentlich höher konzentriert und somit effektiver als "Alleskönner", die gleichzeitig auch noch Volumen und Glanz geben. 

GALA: Braucht jeder Haartyp zwingend Maske oder Conditioner? 

Wild: Es kommt immer auf den aktuellen Zustand der Haare an. Im Winter oder nach vielen Styling-Sessions dursten die Haare nach Feuchtigkeit, dann sind Masken gut. Conditioner immer auf die Bedürfnisse abstimmen und sparsam verwenden. Denn überpflegte Strähnen werden glanzlos und platt.

Jeder Typ braucht seine ganz individuelle Haarpflege

So sieht unser Traumhaar aus: Volumen mit viel Griff und Sprungkraft! Tatsächlich sind solche Prachtexemplare eher selten. Unsere Haare sind so individuell wie wir selbst, sie unterscheiden sich in Farbe, Durchmesser, Krümmung, Elastizität – deshalb braucht jeder Haartyp seine ganz eigene Pflege.

1. Fein & Platt: Pluster dich auf

Auch wenn es anders aussieht – Frauen mit feinem Haar haben nicht weniger, sondern schlichtweg dünneres Haar. Die Crux: Wegen seines geringen Durchmessers (0,04 mm bis 0,06 mm) ist das es anfälliger für Haarbruch und Spliss. Und weil die einzelnen Haare sich wegen des fehlenden Volumens direkt am Ansatz nicht krümmen und von der Kopfhaut etwas abstehen, sondern direkt an der Stirn kleben, wird es schneller fettig. Sprich, das Haar wird in der Regel häufiger gewaschen. Deshalb beim Shampoo unbedingt auf milde Formulierungen mit kräftigenden Inhaltsstoffen wie etwa Proteine achten. Finger weg von reichhaltigen Crememasken und intensiven, silikonhaltigen Spülungen, sie beschweren zusätzlich. Gut sind leichte Feuchtigkeitssprays mit Keratin und Volumen-Booster, die den Ansatz pushen.  

2. Blondiert & strohig: Schutzdienst

Blondinen haben mehr Spaß? Das gilt definitiv nicht für die Haarpflege. Durch das regelmäßige Aufhellen wird die Schuppenschicht regelrecht aufgebrochen, um dem Haar die Pigmente zu entziehen. Das hinterlässt zwar meist einen fabelhaften Blondton, aber mit jedem chemischen Prozess wird die Struktur brüchiger, was man oft daran merkt, dass sich das Haar kaum noch durchkämmen lässt! Hier ist ein Rundumprogramm aus Reparaturarbeit und Farbschutz essenziell, schließlich soll das neue Blond lange strahlen und nicht gelb werden. Nehmen Sie daher konsequent Shampoos, Masken und andere Pflegeprodukte, die Spezialisten für koloriertes Haar sind. Sie kitten und stärken die Haarfasern mit Proteinen, bringen dank nährender Öle Glanz ins Haar und sichern mit blauen oder violetten Pigmenten die Farbintensität.  

Aminata Belli

3. Kraus & frizzy: So geht's glatt

Die gute Nachricht: Frauen mit krauser Mähne haben oft Volumen en masse! Allerdings ist der Lockenkopf die Diva unter den Haartypen – ziemlich wild (Frizz!), mit strohigen Enden und schwer zu bändigen. Krauses Haar produziert zwar nicht weniger natürliche Fette als andere, aber durch die vielen Krissel und Biegungen sowie das erschwerte Kämmen gelangt weniger bis in die Spitzen. Hier gilt ausnahmsweise: Je reichhaltiger die Pflege, desto besser! Setzen Sie ein bis zweimal die Woche auf Intensivkuren (sie beruhigen und glätten die Struktur), verzichten Sie nie auf Conditioner und arbeiten Sie Haaröle oder Anti-Frizz-Helfer ins nasse Haar ein! Außerdem: Lieber föhnen, statt lufttrocknen lassen – das plustert die Pracht nur zusätzlich auf.  

4. Kräftig & schwer: Kontrolle behalten

Klar, in Sachen Fülle haben Frauen mit dickem Haar das große Los gezogen. Allerdings hängt sich beispielsweise ein Lockenstyling durch das hohe Eigengewicht auch viel schneller aus. Zudem liegt die äußere Schuppenschicht nicht glatt an, heißt: Feuchtigkeit dringt schneller in den Haarschaft ein und spült so die natürlichen Pflegeproteine schneller aus, sodass die Haare störrischer und glanzloser werden. Bei der Pflege auf Feuchtigkeits-Booster wie Hyaluronsäure oder Panthenol setzen, die nicht zusätzlich beschweren. Dazu gehören auch leichte Pflanzenöle, die die Haarfasern ummanteln. Und: Zögern Sie die Wäsche ruhig ein paar Tage hinaus, so können die haareigenen Lipide die Schuppenschicht stärken.

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