GALA-Test Diät-Check: Detox Delight

Stefanie Matousch
Stefanie Matousch
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"Im neuen Jahr wird alles anders!" - dachte sich unsere Redakteurin Stefanie Matousch und startete im Frühjahr mit einer Detox-Delight-Diät. Ob sie sie weiterempfehlen würde? Hier lesen Sie von ihrem Selbsttest!

Der Dezember hatte mich fertig gemacht, oder besser gesagt: Er hatte meine Figur ruiniert. Plätzchen zum Frühstück, Stollen und Glühwein in der Mittagspause, abends dann ein üppiges Dinner bei Adventsterminen plus diverse Kaltgetränke. Am 31. Dezember war ich völlig fertig und habe mir geschworen: Im neuen Jahr wird alles anders!

Gesagt getan: Fürs Frühjahr plane ich nun eine Detox-Kur ein. Es stehen gerade keine beruflichen Auswärtstermine an und auch privat ist nichts Großes geplant. Eine Kollegin empfiehlt mir das Münchner Unternehmen "Detox Delight". Ich entscheide mich für eine "Juice & Soup Delight"-Kur. "Der optimale Cleanse für alle, die es herzhaft mögen und die nicht ohne eine warme Mahlzeit auskommen, aber dennoch von den Vorteilen eines reinen Liquid Cleanse profitieren wollen", verspricht mir der Pressetext auf der Internetseite von "Detox Delight". Genau das Richtige für mich. 290 Euro kosten die fünf Tage. Ganz schön viel Geld, aber es geht ja schließlich um meine Gesundheit. Also los!

Tag 1:

Als ich gegen 9 Uhr ins Büro komme, wartet schon ein großes Paket auf mich. Darin enthalten sind die Portionen für die nächsten drei Tage: jeweils vier Säfte und eine Suppe. Mit dabei ist ein persönliches Anschreiben, sowie eine Liste mit Snack-Tipps. Werde ich eh nicht brauchen, denke ich mir siegessicher.

Die Flaschen und der Inhalt sehen ansprechend aus. Ich starte mit dem ersten Saft. Apfel, Wasser und Zitrone – schmeckt super gut und erfrischend. Zwei Stunden und zwei Konferenzen später schlürfe ich den zweiten Drink aus Apfel, Karotte, Orange und Fenchel. Lecker. Die mitgelieferten Strohhalme finde ich super, dadurch nimmt man kleine Schlucke und hat während des Trinkens das Gefühl, wirklich satt zu werden. In der Mittagspause weiß ich nicht, wohin mit mir. Die Kantine ist tabu, schließlich will ich nicht meinen Kollegen beim Essen zusehen. Also mache ich einen großen Spaziergang am Hamburger Hafen. Wie schön! Zufrieden kehre ich in die Redaktion zurück. Der Magen grummelt. Zeit für Saft Nummer drei. Die rote Farbe ist sehr ansprechend und auch der Geschmack von Apfel, Karotte, Orange, rote Beete, Zitrone, Ingwer und Birne mag ich sehr. Die letzte Flasche (grüner Apfel, Gurke, Ananas, Salat, Zitrone) leere ich dann wenige Stunden später, kurz bevor ich nach Hause gehe. Den ganzen Tag schon freue ich mich auf die Karotten-Süßkartoffel-Suppe, die im Glas geliefert wurde und die ich im Wasserbad erhitze. Toll! Ich genieße es, endlich was Warmes zu mir zu nehmen. Das hat mir ehrlich gesagt den ganzen Tag gefehlt. Und außerdem ist es toll, etwas zu löffeln. Meine Freundinnen treffen sich zum Wein trinken und können nicht verstehen, dass ich ihnen absage. Ich bleibe aber viel lieber zu Hause, schaue eine neue Serie und gehe früh ins Bett.

Das Detox-Delight-Starterpaket: jeweils vier Säfte und eine Suppe.
Das Detox-Delight-Starterpaket: jeweils vier Säfte und eine Suppe.
© GALA

Tag 2:

Während der Kur werden Schlacken und Giftstoffe im Körper freigesetzt, wodurch Detox-Symptome verursacht werden können. Eine lange, ziemlich beunruhigende Liste liegt meinem Paket bei: Kopfschmerzen und Übelkeit, Blähungen, Hautirritationen und einiges mehr wird dort aufgeführt. Und wie geht es mir? Fantastisch! Ich wache vor meinem Wecker auf, das gab es schon lange nicht mehr. Gut gelaunt trinke ich den ersten Saft noch im Schlafanzug. Ich habe ihn schon am Abend zuvor aus dem Kühlschrank geholt, denn auf leeren Magen ein kaltes Getränk – nein danke! Den Tag im Büro überstehe ich ganz gut. Zwischen den Säften trinke ich viel, sehr viel mehr als sonst. Kräutertees und Wasser. Hunger verspüre ich nur sehr selten. Am Abend gehe ich zum Yoga. Nicht zur Power-Stunde wie sonst, das traue ich mich nicht. Schließlich hat mir die die liebe Kollegin von "Detox-Delight" empfohlen, in meiner Entgiftungs-Woche keinen exzessiven Sport zu betreiben. Der Körper braucht Ruhe. In der Gentle-Stunde fühle ich mich gut, auch wenn mein Magen zwischendrin sehr laut knurrt. Zurück zuhause nasche ich ein paar Mandeln und mache es mir anschließend mit der Gurken-Miso Suppe vor dem Fernseher gemütlich und gehe für meine Verhältnisse früh ins Bett.

Tag 3:

Nicht mein Tag heute. Zwar habe ich weder Hunger noch Kopfscherzen oder sonstige Beschwerden, aber so langsam nervt es mich, dass ich mich Mittags und auch Abends nicht verabreden kann. Die Vorstellung anderen dabei zuzusehen, wie sie essen, macht mir schlechte Laune. Einziger Lichtblick: die neuen "Detox-Delight"-Snacks, die mir in dem Paket mitgeschickt wurden: Coco Schoko Crisps, mein absoluter Favorit, Pure Veggie Chips und Apple Cinamon Cracker. Nach meiner allabendlichen Suppe verziehe ich mich mit der Packung Schoko Crisps ins Wohnzimmer. Die Pressefrau, mit der ich Tags zuvor telefoniert habe, hat mich darauf hingewiesen, nicht alles auf einmal zu essen. Das ist ja schließlich nicht der Sinn einer Detox-Kur. Hm, was soll ich sagen...10 Minuten, nachdem ich das erste Stückchen geknabbert habe, ist nichts mehr übrig. Ich ärgere mich über mich selbst und gehe etwas verstimmt zu Bett.

Tag 4:

Der morgendliche Blick auf die Wage, lässt mich strahlen. Ein Kilo ist weg! Und das, obwohl ich abends "gesündigt" habe. Tatsächlich fühle ich mich auch schon viel weniger quallig. Im Büro erwartet mich ein neues Paket mit den Rationen für die verbleibenden zwei Tage. Die Säfte sind leicht abgeändert, was ich gut finde. Ein bisschen Abwechslung hat noch niemandem geschadet. Abends schreibe ich mir eine Einkaufsliste für den nächsten Tag. Denn am Samstag, meinem letzten Detox-Tag, gehe ich zum Einkaufen, damit ich mir dann am Sonntag, was leckeres kochen kann. Interessant ist, dass ich überhaupt keine Gelüste auf Süßes oder Fettiges habe, sondern mich auf einen großen Gemüse-Wok freue.

Tag 5:

Klein aber oho: die Detox-Delight-Fläschchen.
Klein aber oho: die Detox-Delight-Fläschchen.
© GALA

Zum letzten Mal trinke ich über den Tag verteilt die Säfte und bin fast ein wenig traurig. Ich habe mich schnell an meine "Mahlzeiten" gewöhnt und außerdem schmecken die Drinks so gut, dass ich die Kur durchaus noch ein paar Tage weiter machen könnte. Im Supermarkt freue ich mich, als ich mit meinem mit Gemüse und Obst beladenen Wagen am Süßigkeiten-Regal vorbeikomme. Normalerweise landen Gummibärchen und Schokolade in meinem Korb. Heute interessieren mich diese Sachen überhaupt nicht, ich habe nur meinen Gemüse-Wok im Kopf.

Fazit:

Ich fange mit dem Negativen an: Das Detoxen ist nicht sozialkompatibel! Eine Woche lang habe ich mich mit keiner einzigen Freundin getroffen, war weder in der Kantine mit den Kollegen noch in unserer Cafeteria. Ich habe das Gefühl, einiges verpasst zu haben. Jedem, der die Kur machen will, würde ich empfehlen, sie dann zu planen, wenn keine sozialen oder berufliche Verpflichtungen anstehen.

Ansonsten gibt es aber nur Positives über meine Woche mit "Detox Delight" zu sagen, denn: Der Verzicht hat sich gelohnt! Ich fühle mich definitiv leichter und gesünder. Insgesamt sind zwei Kilo weg. In Zukunft möchte ich nicht mehr so viele Milchprodukte konsumieren, ein Milchkaffee am Tag ist genug, vielleicht steige ich ja sogar komplett auf Soja um. Und dieses maßlose Essen werde ich wohl auch lassen. Drei Mahlzeiten am Tag reichen, dazwischen muss ich nicht aus Langeweile oder Stress futtern. Mehr Frisches, kein Zucker und alles im Maß ist meine neue Devise!

Stefanie Matousch Gala

Special: Detox


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