Gala-Selbsttest: Was taugt ein Permanent Make-up wirklich?

Gala-Redakteurin Jolla möchte wissen, wie gut ein Permanent Make-up wirklich ist und startet den Selbsttest: Hält es, was es verspricht?

Gala-Redakteurin Jolla

Auch schon mal über ein Permanent Make-up nachgedacht? Wahrscheinlich hat das schon jede Frau, die sich regelmäßig schminkt, mindestens einmal in ihrem Leben. Die Vorstellung ist aber auch verlockend: Morgens aufstehen und alles sitzt – der Lidstrich, die Augenbrauen, die Lippen. Wären da nicht die die hohen Kosten für solch eine Behandlung, die Vorurteile und die negativen Erfahrungen, von denen man bereits gehört und gelesen hat. Denn wer kennt sie nicht, die Fotos von älteren Damen mit dicken, roten Umrandungen um die Lippen. So will man natürlich nicht aussehen. Genau deshalb wird es Zeit, mit den bisherigen, teilweise falschen, Vorstellungen einer Permanent Make-up-Behandlung aufzuräumen. Was taugt solch eine Anwendung wirklich? Ist sie das viele Geld wert? Und benötige ich danach kaum noch abwaschbares Make-up? Ich, News-Redakteurin Jolla, möchte es testen.

Schon länger denke ich über Permanent-Make-up nach. Grund ist mein blasses Gesicht, das sich nur mit dementsprechender Schminke ein bisschen aufhübschen lässt. Das wäre ja nicht so schlimm, würde die Schminke wenigstens dort bleiben, wo ich sie am Morgen aufgetragen habe. Doch unbewusst reibe ich mir im Laufe des Tages öfter durchs Gesicht oder schwitze das Make-up einfach weg. So verabschiedet sich die schwarze Farbe auf dem Lidstrich oder den Wimpern schnell und färbt auf meine Augenringe ab, die dadurch noch dunkler aussehen, als sie es ohnehin schon sind.

Und auch in den Augenbrauen, die ich normalerweise mit einem Augenbrauenstift nachzeichne, entstehen nach ein paar Stunden Lücken. Also will ich den Schritt wagen und mir die Schminke einfach dauerhaft auftragen lassen – oder zumindest für ein paar Jahre. Denn es ist ein Irrglaube, dass Permanent Make-up wie eine normale Tätowierung ist und für immer auf der Haut bleibt.

Vor der Permanent Make-up-Behandlung ungeschminkt

Was ist eigentlich Permanent Make-up?

Viele denken, es handle sich bei einer Permanent Make-up-Behandlung um eine Tätowierung. Das trifft nur bedingt zu. Permanent Make-up wird zwar auch als kosmetische Tätowierung bezeichnet, im Gegensatz zu einer normalen Tätowierung dringen die dünnen Nadeln aber nur in die Oberhaut ein und tragen mineralische oder synthetische Farbpigmente auf. Dieser Unterschied macht sich anschließend auch in der Haltbarkeit bemerkbar. Anders als bei Tätowierungen hält die Farbe nicht "für immer", sondern lediglich zwei bis fünf Jahre. Die tatsächliche Dauer hängt von der Exfoliation, also der Hauterneuerung, und dem Lebensstil jedes Einzelnen ab. Bei den Augenbrauen verblasst die Farbe aufgrund der vermehrten Talgproduktion schneller.

Um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, benötigt man zwei bis drei Sitzungen. Da die Haut durch die Pigmentierung verletzt wird, heilt sie in den Wochen nach der Behandlung, wodurch ein Teil der Haut und damit auch die Farbe abpellen kann. In der zweiten und möglicherweise dritten Behandlung werden diese Ungleichheiten ausgebessert.

Was will ich pigmentieren lassen?

Ich entscheide mich für Lidstrich und Augenbrauen. Die Augenbrauen habe ich zwar schon vor einigen Monaten per Microblading behandeln lassen, allerdings ist das Ergebnis bereits ein wenig verblasst. Daher rät mir Visagist und Linergist Wahid Rahimi von "Rahimi Beauty", auch die Augenbrauen korrigieren zu lassen. Ich entscheide mich für diesen Schönheitssalon aufgrund des überzeugenden Online-Auftritts und des sehr sympathischen Telefonats mit Wahid. Bei meinem ersten Besuch bereue ich meine Entscheidung nicht - der Salon und die Mitarbeiter wirken sehr professionell.

Die Lippen möchte ich eigentlich nicht machen lassen. Auch mir spuken die Bilder von dick umrandeten Lippen im Kopf rum. Doch als ich den Salon in Hamburg betrete und mich Wahid begrüßt, schmilzt meine – sowieso schon geringe - Standhaftigkeit dahin. Ja, ich lasse mich schnell überreden, wenn jemand gute Argumente vorweist. Wahid erklärt und zeigt mir anhand von Fotos, dass die pigmentierten Lippen heute viel besser aussehen als früher. Man umrande die Lippen nicht mehr mit einer roten Linie, sondern setzt Schattierungen, so dass das Ergebnis viel natürlicher wirkt. Denn genau das ist mir besonders wichtig: Natürlichkeit. Wahid sucht mir einen leicht rötlichen Farbton heraus, der meine Lippen laut seiner Aussage "schmackhafter" aussehen lässt – wie eine Erdbeere oder Kirsche. Ich bin gespannt ... 

Wahid Rahimi und Gala-Redakteurin Jolla bei der Behandlung

Wie läuft die Behandlung ab?

Wahid Rahimi nennt die Behandlung in seinem Salon "Constant Make-Up", sie ist aber mit einer Permanent Make-up-Behandlung identisch.

Bevor die Behandlung startet, habe ich wenig Bedenken wegen der bevorstehenden Schmerzen, werde aber schnell eines Besseren belehrt. Es heißt, eine Permanent Make-up-Behandlung sei nicht so schmerzhaft wie eine normale Tätowierung. Ich glaube zwar, dass es wirklich so ist, schließlich gehen die Stiche bei einer normalen Tätowierung tiefer. Trotzdem empfinde ich sehr starke Schmerzen und kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass es noch schlimmer geht.

Bei der ersten Behandlung sind es besonders die Augenlider, an denen ich die Prozedur als sehr unangenehm empfinde – auch, weil Wahid das Augenlid nach oben ziehen muss. Außerdem geht Wahid mit den feinen Nadeln immer wieder über dieselben Stellen, wodurch diese durchgehend gereizt werden. Bei der zweiten Behandlung sind es hingegen die Lippen, an denen ich an diesem Tag wohl extrem empfindlich zu sein scheine. Nun muss aber auch dazu gesagt werden, dass die Haut an den Augenlidern besonders dünn ist und das Stechen mit den Nadeln wahrscheinlich deshalb so schmerzt.

So oder so, die Behandlung an sich ist nicht angenehm und dauert lange. Das liegt auch daran, dass Wahid ein Perfektionist ist und seine Arbeit auch dementsprechend durchführt. Den Behandlungsstuhl verlässt man nicht, bevor der Chef nicht vollkommen zufrieden ist. Das trifft natürlich auch auf den Kunden/die Kundin zu. Wahid fragt immer wieder nach, ob ich auch wirklich zufrieden bin und was er möglicherweise noch verbessern könnte. Auch seine bezaubernde Frau Humeira Rahimi, ebenfalls Lindergistin, kümmert sich reizend um mich und steht mir und Wahid mit gutem Rat zur Seite.

Was passiert nach der Behandlung?

Die pigmentierten Stellen sollte man nach der Behandlung ruhen lassen – heißt, so wenig Make-up oder normale Cremes wie möglich verwenden. Außerdem sollte man die Sonne möglichst meiden und versuchen, nicht allzu viel zu schwitzen.

Schmerzen habe ich nach der Behandlung keine, jedoch fühlen sich die Lippen wie bei einem Sonnenbrand an. Dagegen hilft eine Vaseline, die mir Wahid gibt. Und auch die Lider sind gering geschwollen und spannen ein bisschen. Diese Befindlichkeiten sind aber kaum der Rede wert, nach ein paar Tagen fühlt sich alles ganz normal an.

Nach der Permanent Make-up-Behandlung

Was kostet eine Permanent Make-up-Behandlung?

Natürlich kommt es darauf an, was man alles in seinem Gesicht pigmentieren lassen möchte und in welches Studio man geht. In meinem Fall würden folgende Kosten entstehen:

- Augenbrauen feine Härchenzeichnung Microblading 450 Euro

- Lidstrich oben/unten komplett 550 Euro

- Lippen Kontur mit Vollschattierung 750 Euro

Insgesamt wären das dann 1.750 Euro. Das Studio "Rahimi Beauty" bietet aber auch einen Komplettpreis von 1.690 Euro an.

Wahid und Humeira Rahimi mit Gala-Redakteurin Jolla

Wie ist das Ergebnis?

Um das Ergebnis richtig bewerten zu können, muss man ein paar Wochen abwarten. Zu Anfang könnten die behandelten Partien noch geschwollen sein. Außerdem sind die Farben kurz nach der Behandlung viel stärker und verblassen nach einigen Tagen bzw. Wochen um mindestens 25 Prozent. Daher sollte man in der ersten Woche auch keine Panik bekommen, wenn die Farben zu stark leuchten.

Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden. Mein Gesicht wirkt viel frischer und farbenfroher, aber nicht übertrieben angemalt. Lasse ich mir noch die Wimpern schwarz färben, kann ich morgens aufstehen und brauche fast nichts zu tun. Evtl. noch ein bisschen Concealer auf die Augenringe und schon kann ich das Haus verlassen, ohne mir eine Sonnenbrille aufsetzen zu müssen. Würde mich jemand fragen, würde ich eine Permanent Make-up-Behandlung auf jeden Fall weiterempfehlen. Natürlich schreckt der Preis ein bisschen ab und man muss sich schon gut überlegen, ob man bereit ist, diesen zu zahlen. Schließlich besteht auch die Möglichkeit, dass man enttäuscht wird, weil die Farbe aufgrund der eigenen Hautbeschaffenheit kürzere Zeit hält als gehofft. Denkt man aber schon länger über ein Permanent Make-up nach und hat die Möglichkeit, es umzusetzen, sollte man sich meiner Meinung nach dafür entscheiden.

Gala-Redakteurin Jolla im Vorher-Nachher-Vergleich

 

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