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Experten-Tipps Das sollten Sie beachten, wenn Sie ein Parfüm verschenken

Parfüm als Weihnachtsgeschenk
Parfüm als Weihnachtsgeschenk
© Shutterstock
Über ein Parfüm unter dem Weihnachtsbaum freuen sich die meisten von uns. Und doch stellt es den Verschenkenden häufig vor eine große Herausforderung, denn bei der Auswahl des richtigen Dufts kann man auch mal daneben greifen. GALA hat die Experten gefragt, was Sie beim Duft-Kauf beachten sollten.

Warum Parfüms insbesondere zu Weihnachten gerne verschenkt werden, liegt eigentlich auf der Hand: Meist in einem wunderschönen Flakon gehüllt, verschenkt man mit einem Duft nicht nur ein besonderes Accessoire, sondern auch ein bestimmtes Lebensgefühl. Blumig, verführerisch, frisch - die Auswahl dabei ist riesig und den Geschmack des Beschenkten zu treffen, nicht immer einfach. 

GALA hat mit drei Experten gesprochen und das Thema von allen Seiten beleuchtet. Fanny Bal, Anne Flipo und Dominique Ropion haben als Duftexperten und Parfümeure von Givenchy nicht nur den perfekten Riecher für neue Duft-Trends, sondern wissen genau, worauf Sie beim Düfte-Verschenken achten sollten. 

Givenchy-Parfümeure im GALA-Interview

GALA: Ganz allgemein: Was sollte man beim Verschenken von Düften beachten?
Fanny Bal: Das Wichtigste ist, dass Sie die Person kennen, der Sie ein Parfüm schenken wollen. Versuchen Sie, im Voraus das ein oder andere über Duft-Vorlieben, Lieblingsparfüms etc. herauszufinden. Damit bekommen Sie eine Ahnung nach welcher Art von Duft Sie suchen sollten. Und dann folgen Sie Ihrem Instinkt. 

GALA: Ist es hilfreich, einen Blick ins Badezimmer des Beschenkten zu werfen, um Duftvorlieben zu bestimmen?
Anne Flipo: Ja, warum nicht. Die Geschmäcker bei Parfüms sind so persönlich, dass es Ihnen die wichtigsten Anhaltspunkte darüber gibt, welches Parfüm Sie auswählen sollten, wenn Sie wissen, was eine Person bereits trägt (und liebt).

GALA: Macht es Sinn, sich bestimmte Eigenschaften der Person vorzustellen, um den richtigen Duft zu finden?
Dominique Ropion: Ja, absolut. Wenn Sie zum Beispiel jemanden beschenken wollen, der sehr schüchtern ist, könnte man wahrscheinlich vermuten, dass diese Person beispielsweise kein sehr schweres Parfüm mit einer dominanten Duft-Komponente tragen möchte. Aber am Ende ist es wirklich die beste Lösung, mit dieser Person zu sprechen, denn es ist auch möglich, dass sie ein schweres Parfüm gerade deshalb gut findet, weil sie damit ihrer zurückhaltenden Persönlichkeit ein Gegengewicht geben kann.

GALA: Wenn ich unsicher bin: Welche Düfte passen in den meisten Fällen?
Fanny Bal: Es gibt leider kein Geheimrezept für ein Parfüm, das den Geschmack jeder einzelnen Person trifft. Wenn es das gäbe - vertrauen Sie mir - würde ich es bei mir haben (lacht).

Welche Duftkomponenten sind für Frauen und welche für Männer geeignet?

GALA: Kann man denn pauschal sagen, welche Duftkomponenten Männer am liebsten riechen?
Dominique Ropion: Normalerweise werden Düfte aus der Familie Fougère (Anm. d. Red.: zu Deutsch "Farnkraut") von Männern sehr gut angenommen. Sie setzen sich aus Lavendel, Geranie, Vetiver, Bergamotte, Eichenmoos und Kumarin zusammen.  

GALA: Und welche klassischen Komponenten riechen Frauen am liebsten?
Anne Flipo: Gewöhnlich sind blumige Noten bei Frauen sehr beliebt, besonders, wenn sie mit orientalischen Essenzen und einer holzigen, sinnlichen Komponente vermischt werden.

GALA: Welchen Duft empfehlen Sie, wenn das Parfüm-Geschenk vielleicht auch etwas ungewöhnlicher ausfallen darf?
Dominique Ropion: Für Leute, die ungewöhnlichere Düfte mögen, kann es interessant sein, wenn sie einen Duft mit einer starken Ausprägung eines Inhaltsstoffes geschenkt bekommen. Dies verleiht dem Parfüm eine sehr starke Persönlichkeit.  

GALA: Gibt es auch absolute No-Go-Düfte, die sich eher nicht als Geschenk eignen?
Fanny Bal: Nein, die gibt es nicht. Jeder Duft findet seinen Träger, allein deswegen schon, weil es so viele unterschiedliche Geschmäcker gibt.

GALA: Sollte ich mich eher für ein "Eau de Toilette" (EDT) oder ein "Eau de Parfum" (EDP) entscheiden?
Dominique Ropion: Eau de Toilette sind in der Regel etwas leichter und weniger intensiv als Eau de Parfum. Für l'Interdit zum Beispiel, haben wir das EDP als warmen Blumenduft entwickelt. Er ist intensiv und warm – dank des weißen Blumenbouquets, welches im Kontrast zu einer kühnen holzigen Essenz aus Patchouli und Vetiver steht. Bei der EDT haben wir die Leuchtkraft dieses weißen Blumenstraußes forciert, um dem Duft mehr Frische zu verleihen. Außerdem haben wir der Rezeptur Moschus hinzugefügt, um das Ergebnis insgesamt weicher zu machen. Dementsprechend sind es zwei komplett verschiedene Interpretationen desselben Themas geworden, die aber unterschiedliche Geschmäcker ansprechen.  

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GALA: Was macht den Duft so besonders und warum ist er vielleicht eine unverfängliche Wahl?
Fanny Bal: Wie Dominique schon sagte, haben wir zwei sehr unterschiedliche Interpretationen des Duftes durch die EDV und den EDT kreiert. Und jetzt neu gibt es auch die Intense-Version des Duftes. Für diese neue Version haben wir die Sinnlichkeit und die Kontraste noch weiter vorangetrieben, indem wir Vanille hinzugefügt haben. Am Ende dürfen Sie zwischen diesen drei Düften wählen, um Ihre Liebsten oder sich selbst zu erfreuen!  

GALA: Woher hat der Duft seinen Namen?
Fanny Bal: L'Interdit hat seinen Namen von Audrey Hepburn, für die das Parfum ursprünglich 1957 kreiert wurde. Als Herr Givenchy sie fragte, ob er es in Geschäften verkaufen könne, sagte sie: "Je vous l'interdis" (zu Deutsch: Ich verbiete es Ihnen)! 
Anne Flipo: Der Duft ist jedoch eine völlige Neuerfindung des Parfüms von 1957. Wir haben bei Null angefangen und eine moderne Version dieser Ikone geschaffen. Es spiegelt unsere Zeit wider, es ist ein neues Kapitel.
Fanny Bal: Die drei Versionen von L'Interdit sind unsere Interpretation der verschiedenen Frauen. Das Eau de Parfum ist das Spiegelbild einer starken Frau, die dem Verbotenen trotzt. Mit dem Eau de Toilette fühlt sie den Nervenkitzel, nachdem sie das Verbotene getan hat. Und mit dem Eau de Parfum Intense hat sie den Nervenkitzel gekostet und ist nun süchtig danach. 

Audrey Hepburn und Hubert de Givenchy im Januar 1991
Audrey Hepburn und Hubert de Givenchy im Januar 1991
© Getty Images

Verwendete Quellen:Experteninterview 

jku Gala


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