Unguis incarnatus: Eingewachsener Zehennagel: Ursache & Behandlung

Ein eingewachsener Zehennagel ist nicht nur unschön anzusehen, er bringt in den meisten Fällen auch Entzündungen und Schmerzen mit sich. Hier erfahren Sie alles zur Ursache und Behandlung von eingewachsenen Zehennägeln. 

Ein Eingewachsener Zehennagel ist in den meisten Fällen sehr schmerzhaft. 

Ein eingewachsener Zehennagel - auch Unguis incarnatus genannt - ist häufig am großen Zeh zu sehen. Er drückt dabei in das Nagelbett und verursacht im schlimmsten Fall eine Entzündung. Ein eingewachsener Zehennagel entsteht zumeist durch falsches oder zu enges Schuhwerk oder falsches Nagelschneiden. Wir erklären Ihnen die Ursache und die Behandlung von eingewachsenen Zehennägeln. 

Eingewachsener Zehennagel: Symptome 

Ein eingewachsener Zehennagel drückt in das umliegende Gewebe, wodurch Schmerzen oder eine schmerzhafte Schwellung entstehen. Das Gewebe ist dadurch gerötet und häufig dabei sehr warm. Durch die Reizung ist die Haut gleichzeitig anfälliger für Bakterien. Die Haut entzündet sich und es bildet sich sogenanntes "wildes Fleisch", auch Granulationsgewebe genannt. das bei der Heilung zu wuchern beginnt. Bei einem eingewachsenen Nagel entstehen meistens große lokale Schmerzen - selbst das Tragen von Strümpfen oder auch das Aufliegen der Bettdecke kann zur Qual werden. 

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Ein Fehler, den viele Menschen mit eingewachsenen Zehennägeln begehen: Sie schneiden den Nagel aufgrund von Schmerzen noch kürzer und runden ihn dabei oval ab. Dies sollten Sie unbedingt vermeiden, denn schon durch leichten Druck bohrt sich der Nagelrand ins Gewebe und verursacht erneut ein Einwachsen des Zehennagels. Hier sollten Sie dringend einen Arzt oder eine medizinische Fußpflege aufsuchen, um aus dem Teufelskreis wieder herauszukommen. Denn im fortgeschrittenen Stadium kann ein eingewachsener Zehennagel gerne auch einmal Blutungen verursachen, die Eiter mit sich bringen. 

Ursachen von eingewachsenen Zehennägeln 

Eingewachsene Zehennägel können verschiedene Ursachen haben. Der häufigste Grund ist dabei das falsche Schneiden des Nagels. Wird er nämlich an den Seiten zu sehr abgerundet, also oval geschnitten, kann er schneller in das umliegende Nagelbett einwachsen. 

Frauen neigen insbesondere dazu, zu enges Schuhwerk zu tragen, was durch den Druck auf Zehennagel und Haut das Einwachsen fördern kann. Auch Schwitzen kann dies begünstigen: Dadurch weicht die Haut um den Nagel herum auf und macht es dem Nagel leichter einzuwachsen. Aber auch genetische Bedingungen können die Ursache sein: So haben manche familiär bedingt von Natur aus ein breiteres Nagelbett als andere.  

Eingewachsene Zehennägel: Diagnose 

Mit den oben beschriebenen Symptomen, können sie zumeist selbst erkennen, ob die Schmerzen an ihrem Fuß durch einen eingewachsenen Zehennagel entstanden sind. Ansonsten kann Ihnen ein gut ausgebildeter Podologe schnell weiterhelfen. Ist das Gewebe entzündet oder gar blutig, ist der Gang zum Arzt unumgänglich. 

Wie werden eingewachsene Zehennägel behandelt? 

Bei eingewachsenen Zehennägeln gibt es zwei Möglichkeiten der Therapie: Die konservative, nicht-operative Methode oder durch eine Operation. Grundsätzlich reicht eine konservative Therapie aus: Als erste Maßnahme wird der eingewachsene Zehennagel mit einem Pflasterstreifen zwischen Nagel und dem entzündeten Nagelwall getaped. Ee wird dabei so um den Zeh gezogen, dass Haut und Nagel atmen können. Die meisten Patienten erfahren mit dieser Behandlung sofortige Linderung ihrer Beschwerden. 

Gleichzeitig kann ein eingewachsener Zehennagel mit antientzündlichen Salben, zum Beispiel aus Jod, behandelt werden. Auch Fußbäder können Erleichterung bringen. Sie weichen das umliegende Gewebe so auf, dass der Nagel besser mit Tapes und Salben behandelt werden kann. 

Behandlung von eingewachsenen Zehennägeln mit der Nagelspange 

Eine besondere, aber auch langwierige Art der Behandlung ist die Nagelkorrekturspange. Hier bringt ein medizinischer Fußpfleger eine Spange aus Kunststoff oder Draht auf dem Nagel an, die an den Nagelrändern befestigt und in der Mitte fixiert wird. Dies passiert vor allem dann, wenn der Nagel an den seitlichen Rändern zu rund geformt ist, was das Einwachsen begünstigt. Er wird somit aus den Tiefen des Nagelbetts wieder nach oben gezogen und wächst in eine neue Form. Deshalb dauert der Prozess in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten. 

In der professionellen Fußpflege, verpasst der Podologe dem eingewachsenen Zehennagel eine Nagelspange. 

Den eingewachsenen Zehennagel selber schneiden 

Grundsätzlich ist davon abzuraten, bei einem eingewachsenen Zehennagel selber Hand anzulegen. Wenn Sie aber geschickte Hände haben, können sie dies ganz vorsichtig versuchen. So geht's: 

  • Weichen Sie Ihren Fuß im Fußbad ein. Das reduziert die Schwellung und macht die Haut weicher.  Danach schieben Sie die geschwollene haut vorsichtig mit ihren Fingern zurück. Dies kann zunächst sehr schmerzhaft sein. 
  • Danach schneiden Sie den Nagel beginnend an den Enden gerade ab. Bloß nicht oval abschneiden, das führt dazu, dass der Nagel nur noch weiter einwächst. 
  • Schieben Sie im Anschluss ein kleines Stück Watte zwischen den Nagel und der Haut. Dies sorgt dafür, dass er nicht wieder in die Haut einwächst. 

Eingewachsener Zehennagel: OP

Unter manchen Umständen muss ein eingewachsener Fußnagel auch operativ behandelt werden. Hier werden unter lokaler Betäubung die eingewachsenen Nagelecken aus dem gewucherten Gewebe entfernt und anschließend verbunden. Dabei ist es wichtig, den Verband regelmäßig zu wechseln und zu kontrollieren, ob der Nagel nicht wieder erneut eingewachsen ist. 

Bei manchen Patienten wächst der Zehennagel leider immer wieder erneut ein, wodurch eine operative Verkleinerung des Nagelbetts notwendig werden kann. Dabei werden der betroffene Teil des Nagels und der Nagelwall keilförmig entfernt. Durch die Operation wird der gesamte Nagel insgesamt schmaler, was das Einwachsen verhindern kann. 

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