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Deutsche Schwimmstaffel Olympia-Absage, weil sie zu dünn sind

Deutsche Schwimmerinnen + Trainer Henning Lambertz
Deutsche Schwimmerinnen + Trainer Henning Lambertz
© Witters GmbH / Getty Images
Diese Geschichte klingt fast zu verrückt, um wahr zu sein: Der deutsche Bundestrainer der Schwimmerinnen, Henning Lambertz, streicht seine Freistil-Staffel aus dem Olympiakader. Seine Begründung: die Mädchen seien zu dünn

Mit so einer Begründung wurde wohl noch nie ein Olympiaverzicht kommuniziert: Der Bundestrainer der deutschen Schwimmerinnen findet seine Mädels zu dünn.

Zu dünn für die Weltspitze

Henning Lambertz sagte gegenüber "bild.de" nach den Deutschen Meisterschaften in Berlin: "Im Vergleich mit der Weltspitze sehen unsere Mädels aus wie dünne Models und nicht wie Sportlerinnen."

Daher käme es für ihn nicht infrage, seine Staffel über 4 x 100 Meter Freistil nach Brasilien zu schicken. Sie sei schlicht nicht kräftig genug, um ganz vorne mitzuschwimmen.

Für Annika Bruhn (23), Anna Dietterle (19), Helen Scholtissek (19) und Paulina Schmiedel (23), die derzeit schnellsten Schwimmerinnen Deutschlands, eine herbe Enttäuschung.

Enttäuschung und Wut

Anna Dietterle äußerte sich im Bild-Interview enttäuscht: "Ich finde es ein bisschen unfair unsere Figur mit der Weltspitze zu vergleichen, die sind alle fünf bis sechs Jahre älter und auf dem Höhepunkt der Karriere."

Auch ihre Kollegin Helen Scholtissek kann die Verärgerung nicht verbergen: "Ich habe in diesem Jahr pro Woche zehn Stunden im Kraftraum verbracht und das ganze Jahr geackert. Ich stehe erst am Anfang meiner Karriere, ich kann noch gar nicht so aussehen wie die Top-Stars."

Annika Bruhn (ganz rechts) ist nach Meinung des Bundestrainers viel zu dünn.
Annika Bruhn (ganz rechts) ist nach Meinung des Bundestrainers viel zu dünn.
© Witters GmbH

Wie Bundestrainer Henning Lambertz auf die Kritik seiner Schwimmerinnen reagiert, wird sich zeigen. Die Medaillenhoffnung über 4 x 100 Meter müssen wir Schwimmfans jedoch definitiv begraben.

kst / Gala

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