Detox-Test: GALA-Volontärin Janna testet "Pure Plant Detox"

Keine Burger, keine Pasta: Fünf Tage lang komplett auf feste Nahrung verzichten? Janna von GALA fordert sich selbst heraus und testet fünf Tage lang das Detox-Programm von "Pure Plant Detox"

Janna von GALA und die "Pure Plant Detox"-Säfte

Burger, aber bitte mit Pommes

Ich gebe ganz offen zu: Wenn ich die Wahl habe zwischen einem Salat und einem Burger, nehme ich den Burger. Immer. Mit Pommes. Ich habe mir geschworen, wenn ich etwas an meiner Lebensweise ändere, dann sicher nicht meine Essgewohnheiten. Weisheiten wie "Das Geheimnis einer guten Figur besteht zu 30 Prozent aus Sport und zu 70 Prozent aus einer gesunden Ernährung" habe ich gekonnt ignoriert. Kurzum: Wäre in der GALA-Redaktion nicht das "Detox-Fieber" ausgebrochen, wäre ich vermutlich nie auf die Idee gekommen freiwillig grüne, rote oder weiße Säfte zu trinken.

Halte ich das durch?

Durch meine entgiftungsbegeisterten Kolleginnen war meine Neugier geweckt und ich entschied mich, die Herausforderung anzunehmen und ganze fünf Tage komplett auf feste Nahrung zu verzichten. Ich wollte wissen, wie sich das anfühlt und natürlich, ob ich eine solche Kur überhaupt durchhalte.

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Balance? Kann ich gebrauchen

Bei meiner Recherche stoße ich auf eine Detox-Kur von "Pure Plant Detox", einem noch recht kleinen Anbieter. "Balance yourself" ist der Slogan des Hamburger Unternehmens, der mich sofort überzeugt. Damit ist zwar wohl der Säure-Base-Haushalt meines Körpers gemeint. Doch wer mich kennt, weiß, dass mir ein bisschen "Balance" auch so nicht schadet.

Weitere schöne Nebeneffekte beim Entgiften: Das ein oder andere Kilo purzelt, man soll sich frischer und ausgeglichener fühlen - und auch danach aussehen. "Ist gekauft", denke ich mir.

Lokal und gesund

"Pure Plant Detox" bietet drei Cleanse-Stufen an: vom Anfänger bis zum Profi. Je höher die Stufe, desto mehr grüne Gemüsesäfte beinhaltet das Programm. Außerdem gibt es eine große Auswahl an einzelnen Säften. Die kaltgepressten Säfte bestehen hauptsächlich aus Obst und Gemüse, sind nicht pasteurisiert und enthalten auch sonst keinerlei Zusatzstoffe. Die Kaltpressung sorgt für den höchstmöglichen Nährstoffgehalt der Säfte. Außerdem stammen die Zutaten, soweit es möglich ist, von lokalen Bauern. Das finde ich super!

Ich teste alle drei Cleanse-Stufen

Ich will natürlich das volle Programm testen und frage an, ob ich gleich alle drei Stufen ausprobieren könne. Kein Problem. Mein Plan für die kommenden Tage sieht also so aus: Am ersten Tag starte ich mit dem "Vitalizer Cleanse", probiere von Tag zwei bis vier den "Purify Cleanse" und beende die Kur mit dem "Super Green Cleanse", die intensivste Detox-Kur, die zum Ende der Kur noch einmal für einen Chlorophyll-Schub sorgen soll.

  • Kostenpunkt: Eine fünftägige Detox-Kur, wie ich sie plane, kostet bei Pure Plant Detox (inklusive zwei Lieferungen der frischen Säfte) 238 Euro. Wenn man die Säfte selbst abholt, reduziert sich der Preis auf 218 Euro

Die Vorbereitung

Spätestens einen Tag vor der Kur, am besten jedoch 2-3 Tage vorher solle ich vor allem auf tierische Produkte, industriell zubereitete Speisen, Salz, Kohlenhydrate, gezuckerte Lebensmittel, kohlensäurehaltige Getränke, Koffein, Alkohol und Nikotin verzichten, erklärt mir "Pure Plant Detox"-Inhaberin Christiane von Krogh - kurzum alles, was lecker ist. Glücklicherweise rauche ich nicht und konsumiere Alkohol auch nur in Maßen. Dieser Verzicht wird mir also recht leicht fallen.

Wie? Keine Cola Light?

Problematischer wird es allerdings beim Thema Koffein: Es gehört zu meiner täglichen Routine, mit meinen Kollegen nach der Morgenkonferenz erst einmal einen Kaffee oder schwarzen Tee zu trinken und zu plaudern. Genauso selbstverständlich ist für mich die tägliche Cola Light nach dem Lunch in der Kantine. Darauf verzichten? Nahezu unvorstellbar.

Daher verkürzt sich meine Vorbereitungszeit auf genau einen Tag vor der Kur, da ich an diesem Tag Urlaub habe und mich ganz entspannt auf die kommenden fünf Tage einstellen kann.

Ganz so einfach möchte ich es mir aber nicht machen. Ich denke mir: Wenn schon, denn schon - und führe zudem eine Glaubersalz-Anwendung durch. Auf Einzelheiten verzichte ich an diesem Punkt lieber.

Es geht los: Tag 1

Mehr oder weniger euphorisch starte ich meinen ersten Detox-Tag (Dienstag), der vor allem darin besteht, erst einmal nichts außer Wasser und Tee zu mir zu nehmen. Glücklicherweise werden die Kuren von "Pure Plant Detox" frisch zubereitet und direkt vor die Tür beziehungsweise bei mir ins Büro gebracht. Dafür bin ich sehr dankbar. So gibt es auch für bequeme Leute (Soll es ja geben..!) oder unter Zeitdruck keine Entschuldigung. Die Flaschen werden in 0,5 Liter großen Glasflaschen geliefert, die nach der Kur auch wieder abgeholt werden. Ein großer Pluspunkt in Sachen Umweltschutz, gut sehen die Behälter zudem auch noch aus.

Los geht es mit dem "Vitalizer Cleanse"

Stufe 1: Der "Vitalizer Cleanse" ist für Einsteiger ideal

  • 09.00 Uhr Spinat, Gurke, Petersilie, Apfel, Limone
  • 11.00 Uhr Acai, Limone, Zitrone, Cayenne, Stevia, gefiltertes Wasser
  • 13.00 Uhr Gurke, Minze, Ingwer, Limone, Apfel
  • 15.00 Uhr Rote Bete, Karotte, Ingwer, Apfel, Limone
  • 17.00 Uhr Himbeeren, Chiasamen, Hanfsamen, Stevia, gefiltertes Wasser
  • 19.00 Uhr Cashewnüsse, Vanille, Zimt, Kardamom, Maca, gefiltertes Wasser, Himalaya Salz

Der erste Schluck ist etwas komisch. An den Geschmack der Gemüsesäfte muss ich mich zugegebenermaßen erst einmal gewöhnen. Eine Kombination aus Spinat, Gurke, Petersilie, Apfel und Limone habe ich so noch nie zu mir genommen. Doch nach ein paar Drinks freue ich mich schon auf den nächsten Saft. Das einzige Manko bislang: Der Verzicht auf meine geliebte Cola Light.

Lecker, Lasagne! Nicht für mich...

Doch dabei bleibt es nicht: Am Abend wartet schon die nächste Challenge: Meine Kollegin Kathrin hatte zum Lasagne-Essen eingeladen. Auf den Abend mit guten Freunden will ich trotz Detox nicht verzichten und entscheide mich für die gesellige Runde statt für mein Bett (das ziemlich laut nach mir ruft). Trotz der wirklich großen Versuchung alles abzubrechen, halte ich durch und klammere mich an meine Cashewmilch mit Vanille und Zimt, während um mich herum das Besteck klimpert. Doch ich halte durch.

Zwei Stunden später liege ich im Bett und bin stolz: Der erste Tag ist geschafft. Abgesehen von leichten Kopfschmerzen fühle ich mich gut, auch meine schlechte Laune hält sich in Grenzen. Jetzt schaffe ich die kommenden vier Tage auch noch, bin ich mir sicher.

Tag 2 - 4: Detox-Stufe 2, der "Purify Cleanse"

An Tag 2 startete ich mit der zweiten Stufe meiner Kur: dem "Purify Cleanse".

Stufe 2: Der "Purify Cleanse"ist was für Anfänger und erfahrene Detoxer

  • 09.00 Uhr Gurke, Spinat, Kohl, Petersilie, Sellerie, Römersalat, Apfel, Limone, Ingwer
  • 11.00 Uhr Limone, Zitrone, frischer Kurkuma, gefiltertes Wasser, Stevia
  • 13.00 Uhr Fenchel, Gurke, Limone, Minze, Apfel, Ingwer
  • 15.00 Uhr Blaubeeren, Himbeeren, Ananas, Kohl, Chiasamen, gefiltertes Wasser
  • 17.00 Uhr Karotten, Rote Bete, Rucola, Apfel, Petersilie, Limone
  • 19.00 Uhr Mandeln, gefiltertes Wasser, Datteln, Himalaya Salz

Mein Kopf platzt!

Das ändert sich jedoch schneller als gedacht: An Tag 2 (Mittwoch) wache ich mit wirklich starken Kopfschmerzen auf, einer der negativen Nebeneffekte einer Detox-Kur. Laut "Pure Plant Detox" sind die Schmerzen ein Zeichen dafür, dass der Körper auf die reduzierte beziehungsweise nicht vorhandene Zuckerzufuhr und den Koffeinentzug reagiert und die Ernährungsumstellung verarbeitet.

Diese Erklärung beruhigt mein Gemüt und ich rede mir ein, dass das ja ein gutes Zeichen sei und mein Körper arbeite. Das hatte ich mir schließlich von der Kur auch erhofft. Da mir den ganzen Tag über auch ziemlich kalt ist und ich laut Aussage meiner Kollegen ziemlich blass aussehe (Herzlichen Dank!), gönne ich mir am Abend eine heiße Badewanne, schlüpfe schnell unter die Bettdecke und schlafe für meine Verhältnisse recht früh ein. Die richtige Entscheidung, wie sich an Tag 3 (Donnerstag) heraustellt: Ich wache mit deutlich besserer Laune auf und fühle mich sehr viel frischer und kraftvoller als die Tage davor - und fasse daher auch den Entschluss an meinem wöchentlichen Fitnesskurs teilzunehmen.

Sport? Na klar

Auch wenn während der Detox-Kur eigentlich nur leichte Sporteinheiten erlaubt sind, fühle ich mich fit genug, um meinen wöchentlichen "Functional Fitness"-Kurs durchzuhalten. Überraschenderweise tut mir der anstrengende Sportkurs sogar ziemlich gut. Ich kann fast alle Übungen problemlos mitmachen, nur zwischendurch schwächele ich und brauche eine kurze Pause. Glücklicherweise hat auch mein Trainer Nachsehen und lässt mich langsam machen.

Burger vs. Detox

Nach dem Sport wartet allerdings schon wieder die nächste Challenge auf mich: ein Burger-Essen mit Freunden. Für mich der absolute Horror, da ich es mir zur Lebensaufgabe gemacht habe, alle Burger in Hamburg zu probieren. (Wirklich! Ich liebe Burger!) Und dann das: Alle essen Burger, nur ich sitze daneben und esse NICHTS! Es ist gar nicht mal der Hunger, der mich herausfordert, sondern vielmehr mein Gefühl. Gedanken wie "Was denken die Leute, wenn ich als Einzige am Tisch nichts esse und nur eine Flasche Wasser trinke?" gehen mir durch den Kopf.

Doch allein aufgrund meines Stolzes zwinge ich mich dazu durchzuhalten und nicht schwach zu werden - trotz der wirklich lecker aussehenden Gerichte, die meine Freunde bestellen. Als ich spät am Abend ins Bett falle, bin ich wieder einmal ziemlich stolz auf mich: Ich habe keiner Versuchung nachgegeben und sogar mein Fitnessprogramm durchgezogen.

Ich fühle mich so leicht

Voller Elan wache ich am nächsten Morgen auf und das nicht nur, weil mittlerweile Freitag ist, sondern weil es mir einfach gut geht. 1,5 Kilo habe ich schon verloren. Eine Tatsache, über die ich mich freuen kann, auch wenn Gewichtsreduktion nicht unbedingt meine primäre Motivation für den Test war. Irgendwie zaubert mir die schöne Zahl auf der Waage ein Lächeln ins Gesicht. Sprudelnd vor guter Laune starte ich meinen Tag in der Redaktion und halte problemlos den Lunch mit Kollegen aus. Während sie Country Potatoes und ein leckeres Steak genießen, schlürfe ich meine "Fenchel-Gurke-Limone-Minze-Apfel-Ingwer"-Kreation.

Saft statt Sekt

Erst beim freitäglichen Umtrunk werde ich wieder etwas wehmütig. Wie gerne würde ich jetzt mit einem Gläschen Sekt statt Rote Beete-Karotten-Rucola-Saft mit meinen Kollegen anstoßen. Aber ich sage mir: Nur noch einen Tag durchhalten, dann habe ich mein Ziel erreicht, fünf Tage lang meine Mahlzeiten durch Gemüse- und Obstsäfte und Nussmilch-Kreationen zu ersetzen. An Tag 5 erwartet mich allerdings die größte Herausforderung von allen: Nur noch grüne Säfte und eine Nussmilch. Ob ich tatsächlich durchhalte - auf der nächsten Seite finden Sie mein Fazit nach fünf Tagen Detox.

Endlich geschafft! Mein Detox-Fazit

Ich kann vorab verraten: Ich habe durchgehalten. Fünf Tage lang habe ich nichts außer Wasser, Tee und den täglichen sechs Säften von "Pure Plant Detox" zu mir genommen. Das ist für mich wohl der größte Erfolg. Denn, wenn ich ehrlich bin, war die Versuchung sehr oft sehr groß, einfach abzubrechen. Nicht, weil ich Hunger hatte oder die Säfte nicht mochte, vielmehr hatte ich einfach Lust darauf, etwas zu essen. Das ist ja meist auch das größte Problem: Wir essen nicht, weil wir Hunger haben oder weil es uns besonders guttut, sondern weil wir Langeweile haben oder uns der Burger so anlacht.

In den fünf Tagen habe ich gelernt, dass ein Verzicht gar nicht wehtut. Er tut sogar sehr gut. Ich fühlte mich leicht, konnte gut schlafen und war abgesehen von leichten Kopfschmerzenanfällen topfit. Eine Auszeit von Fast Food und Co., die mein Körper mir mit Wohlbefinden gedankt hat - und die ich auch jedem weiterempfehlen würde.

Und doch muss ich nun niemandem vorgaukeln, mein Leben habe sich nach der Kur grundsätzlich geändert. Am Sonntag (Tag 1 nach der Kur) habe ich mich direkt wieder zum Burgeressen verabredet. Dazu gab es Pommes und selbstverständlich Cola Light - für den Moment ein tolles Gefühl, nach fünf Tagen "Essensentzug" eine Wohltat für den Gaumen. Doch die Reue kam schnell. Ich fühlte mich wieder viel zu vollgestopft.

"Pure Plant Detox" empfiehlt, die Kur als einen "Kickstart für eine gesundere Ernährung" zu sehen. Ein Rat, der für mich nach den fünf Tagen aber einfach zu schwer zu beherzigen war. Mittlerweile überlege ich aber, wie ich auf ungesunde Lebensmittel verzichten kann und durch andere, gesündere ersetzen kann. Das klappt zwar nur peu à peu, aber um herauszufinden, worauf man am leichtesten verzichten kann, ist eine Detox-Kur definitiv ein guter Start.

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