Der Schein trügt: So leiden die Stars für die Schönheit

Viele VIP-Ladys zahlen einen hohen Preis für ihre Schönheit – nur viel Schlaf und viel Wasser reichen da nicht aus. In GALA beichten sie die ungeschminkte Wahrheit

Es sieht so einfach aus, unbeschwert und fröhlich: Die Stars zeigen ihr schönstes Lächeln, wenn sie über dir roten Teppiche flanieren. Bei der Oscar-Verleihung zum Beispiel oder kürzlich während der Filmfestspiele in Cannes. Millionen Frauen beneiden Schönheiten wie Doutzen Kroes oder Christina Aguilera um diesen Auftritt, um diese Momente, in denen sich die Welt nur um ihre glitzernden Roben und glänzenden Haare zu drehen scheint.

Alle bringen große Opfer

Was würde man dafür geben, einmal an ihrer Stelle zu sein! Na ja, vielleicht doch nicht … Denn: Für die große Show bringen diese Frauen viele Opfer. Sie fasten, trainieren, lassen sich stundenlang schminken, frisieren – oder gar operieren. Und riskieren trotzdem, dass sie sich blamieren. Mit einer falschen Geste, einem schiefen Blick oder einem Kilo zu viel auf den Hüften. Was für ein Beauty-Stress!

Sylvie Meis: "Mein Körper ist ein Teil meines Kapitals"

Sylvie Meis über den Beauty-Druck

Ein perfektes Äußeres präsentierte uns in den vergangenen Wochen wieder TV-Strahlefrau Sylvie Meis, 39, jeden Freitag in der RTLShow "Let's Dance". Zusätzlich arbeitet die niederländische Moderatorin an ihrer eigenen Wäschekollektion. Im Gespräch mit GALA gesteht sie: "Der Druck der Branche ist enorm." Und sie führt aus: "Um ein hartes Training und ein gewisses Maß an Disziplin komme ich in meinem Job nicht herum. Ich lebe zurzeit wie eine Profisportlerin." 

Ruth Moschner und Sonya Kraus

Ihre Kollegin Ruth Moschner, 41, sieht es ganz ähnlich. Ihr ist ebenfalls klar, wie sehr ihr Body im Fokus der Öffentlichkeit steht. Moschner: "Am Anfang meines Fernseh-Jobs, mit etwa 20, wurde mir geraten abzunehmen. So eine Situation ist alles andere als angenehm." Dass die Showbranche knallhart ist, weiß auch Sonya Kraus, 43. "Wer geliebt werden will, sollte sich nicht ins Rampenlicht stellen", sagt die Kult- Blondine. "Als Model lernt man, dass dem einen Kunden die Nase zu groß ist, dem anderen der Hintern zu klein. Dem nächsten sind die Haare zu lang und die Hüften zu schmal."

Beauty-OP als Lösung?

Für Werbe-Ikone Verona Pooth kein Problem, denn es gibt Lösungen. Sie sagt: "Ästhetische Eingriffe sind für mich okay. Warum auch nicht, wenn man sich danach besser fühlt? Manchmal riskiere ich dabei auch eine dicke Lippe." Ihren Körper optimieren möchten auch die Patientinnen von Dr. Volker Rippmann, Facharzt für plastische Chirurgie. "Wer sich entschlossen hat, ein öffentliches Leben zu führen oder einfach bekannt ist, der wird das bestimmt schon das ein oder andere Mal bereut haben", resümiert der Leiter der Metropolitan-Aesthetics-Kliniken in Köln und Berlin. Auch wenn sich deshalb nicht jede prominente Frau gleich unters Messer legt – den wenigsten gelingt es, öffentliche Kritik einfach abprallen zu lassen.

Botox + OPs

Du siehst so anders aus!

Vor 10 Jahren sah das sympathische Lächeln der Schauspielerin, Autorin und Scientology-Kritikerin Leah Remini noch richtig natürlich aus.
Bei ihrem Auftritt auf dem roten Teppich der Creative Emmy Awards irritiert Leah mit ihrer maskenartig und übermäßig gestrafft wirkenden Mimik.  Bevor der natürliche Charakter eines Gesichtes mit Botox + Co. lahmgelegt wird, sollte man auf weitere Besuche beim Beauty-Doc vielleicht doch eher verzichten.
Sofia Richie im zarten Alter von 16 Jahren. Ein typischer Teenie, der nicht so recht Lust aufs Rampenlicht hat. Natürlich sieht die Tochter von Lionel Richie vor fünf Jahren noch aus, heute ist davon nichts mehr zu erkennen ...
Nur vier Jahre später hat sich Sofia Richie quasi selber neu erfunden – offensichtlich mit der professionellen Hand eines Schönheitschirurgen. Nase, Lippen, Wangenknochen – was man im zarten Alter von gerade einmal 21 Jahren an sich selbst schon optimieren kann, das weiß das Starlet ganz genau. Ihrem 15 Jahre älteren Lover Scott Disick scheint es zu gefallen.

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Gnadenlose Kommentare

Die ehemalige First Lady Bettina Wulff, 43, etwa gibt ehrlich zu, wie schwer ihr die öffentliche Aufmerksamkeit während der Amtszeit ihres Mannes Christian Wulff als Bundespräsident gefallen ist. "Als der Fokus auf meiner Person lag, hat es mich schon unter Druck gesetzt. Damit habe ich mich sehr unwohl gefühlt." Die sozialen Medien verschärfen die Situation zusätzlich. In der Anonymität des Internets kommentieren User die Fotos ohne jede Rücksichtnahme, beleidigen VIPs, als wären sie Freiwild.

Lady Gaga beim Super Bowl

Lady Gaga, 31, machte diese Erfahrung erst kürzlich. Als sie für ihre 13-minütige Halbzeit-Show beim Super Bowl mehrmals das Outfit wechselte, gab es nicht nur Anerkennung für den tollen Auftritt – im Netz entbrannte ein Wettstreit der Häme. Ihr klitzekleines Röllchen, das sich den Weg über die silberfarbenen Hotpants bahnte, geriet zum Gegenstand unzähliger Kommentare. Bei dem "Geschwabbel" könne man sich ja nicht auf die Show konzentrieren, postete da jemand. Ein anderer bezeichnete die Sängerin als "fett" und riet ihr zu Bauchübungen. Lady Gaga, selbstbewusst und unerschrocken, ließ sich von soviel Gemeinheit höchstens kurz verunsichern und antwortete dann: "Ich bin stolz auf meinen Körper, und ihr solltet es auch sein!"

Für ihre Show in der Super-Bowl-Halbzeitpause erntete Lady Gaga heftige Kritik, nur weil sie der Welt kein Super-Sixpack präsentierte

Kritik an kurviger Figur

Auch ihre Kollegin Rihanna, 29, sieht sich derzeit der Kritik an ihrer Figur, dem sogenannten Bodyshaming, ausgesetzt. Seit einigen Monaten zeigt sie sich an Bauch, Beinen und Po deutlich kurviger als zuvor. Prompt wurde spekuliert, ob sie schwanger sei oder "das Fettsein zum neuen Trend machen will", wie der Sportjournalist Chris Spagnuolo auf dem Blog "Barstool" frauenfeindlich spekuliert. Die RiRi-Fans indes feiern ihr Idol für die neu entdeckte Sinnlichkeit. Hatte die aus Barbados stammende Sängerin doch schon 2013 ihr Alter Ego "Thickanna" vorgestellt, eine vollere Version ihrer selbst, die vorzugsweise um die Sommerzeit erwacht, wenn sie sich auf den Karneval in ihrer Heimat einstimmt.

Stars als Teil des Problems

Es sind die Stars, die unser Schönheitsideal prägen und jede "normale" Frau schnell mal an sich zweifeln lassen, wenn die eigenen Maße nicht den vermeintlichen Idealen entsprechen. Das thematisiert auch aktuell die Kino-Dokumentation "Embrace – Du bist schön" von Nora Tschirner. Nationalen wie internationalen Prominenten wird ihre Vorbildfunktion dabei immer mehr bewusst. "Ich weiß, dass ich Teil des Problems bin", analysiert Model Doutzen Kroes, 32, im Gespräch mit GALA. "Ich mache mir permanent Gedanken darüber, welches Ideal ich verkörpere. Ich nehme die Verantwortung an." Statt mit dem gängigen Spruch aufzuwarten, sie verdanke ihre Optik nur "viel Wasser und Yoga", will sie ehrlich sein. "Ich möchte zeigen, wie viel Arbeit in diesem Köper steckt."

Späte Genugtuung

"Die einen sind eben dazu geboren, Miss Bikini zu werden, die anderen können Menschen zum Lachen bringen", sagt die kurvige TV-Schönheit Ruth Moschner. Sie hat "brutale Zeiten" erlebt. "Eine Modefirma wollte mich nicht ausstatten, weil ich in den Klamotten angeblich wie eine Presswurst aussah. Und ich erinnere mich auch noch gut an die Blicke mancher Stylisten, wenn sie völlig verzweifelt auf meine von Größe 34 weit entfernten Hüften geblickt haben und sich fragten, wie sie diese kaschieren können." Heute betont die auf vielen Sendern erfolgreiche Moschner ihren Körper gern mit enger Kleidung. Und spürt eine gewisse Genugtuung, wenn sie hört, welche Designer sie ausstatten möchten – auch das besagte Label.

Sie ist eine Ausnahme

Überzogene Ansprüche ans Äußere kennen auch Hollywood-Stars. Sich davon zu lösen, fällt vielen nicht leicht. Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence, 26, ist da eine Ausnahme: Obwohl ihr Regisseure schon häufiger nahegelegt haben, ein paar Kilo abzunehmen, beugt sie sich dem Diktat nicht: "Ich stehe dazu, dass ich eine Genießerin bin." Wie ein Hungerhaken herumzulaufen, komme für sie nicht in Frage, "lieber sehe ich auf der Leinwand etwas fülliger aus".

Mehr Selbstbewusstsein

Damit spricht sie das Problem aller TV- und Filmstars an. Dass man auf dem Bildschirm oder der Leinwand rund fünf Kilo fülliger aussieht, ist keine lahme Entschuldigung diätfauler VIPs, sondern Fakt. Durch das Weitwinkelobjektiv wirken die Darsteller tatsächlich verzerrt. Die perfekte Ausleuchtung in den Studios lässt Schatten, und somit jede Plastizität, zusätzlich verschwinden und Gesichter flächiger erscheinen.  Für manche Stars kommt dieses neue Selbstbewusstsein zu spät. Melanie Griffith, 58, etwa beugte sich jahrzehntelang dem Hollywood-Schönheitsideal der ewigen Jugend – und bereut ihre vielen Operationen heute öffentlich. Eine Ehrlichkeit, zu der noch nicht viele bereit sind.

Aber der Anfang ist gemacht.

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