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It-Künstlerin Coco Capitán "Es geht darum, heute dafür zu sorgen, dass es morgen noch gibt"

Coco Capitán
Coco Capitán
© PR
Die spanische Künstlerin Coco Capitán gilt als eine der angesagtesten Kunstschaffenden der aktuellen Zeit. Im Interview mit GALA verrät sie, was ihre ungewöhnliche Kunst ausdrücken soll und wie sehr ihr das Thema Umwelt am Herzen liegt.

Ihr Markenzeichen: Slogans in Kritzelschrift mit wichtigen soziokulturellen Fragen oder Statements. Coco Capitán ist eine der spannendsten aktuellen Künstler:innen. Kein Wunder, dass sich die Spanierin mit dem Beauty-Unternehmen Biotherm zusammengetan hat und sie gemeinsam ein wichtiges Zeichen für einen schonenden Umgang mit Ressourcen setzen. So hat Coco die Flacons und Schachteln der Kosmetikprodukte designt und mit vielsagenden Slogans verziert. Sie starten mit "How do you sail ..." (zu deutsch: "Wie soll man segeln..."), was dann zu einem: "Wie soll man atmen ohne das Meer?" korrigiert wird. GALA sprach mit der It-Künstlerin über ihren Anspruch und die soziale Verantwortung.

Coco Capitán im GALA-Interview

GALA: Welche Gefühle möchten Sie mit Ihrer Kunst auslösen?
Coco Capitán: Ich will eher eine Verbindung hervorbringen als zu provozieren. Ich will Leute einladen, kreativ und offen zu sein, ich möchte nicht belehren.

Wie kamen Sie auf Ihre ikonische Schriftart?
Ich hatte schon immer eine chaotische Schrift, versuchte sie aber zu verstecken oder zu verbessern. Das habe ich aber gelassen. Eigentlich habe ich immer in Kleinbuchstaben geschrieben, als ich meiner Kunst mehr Ausdruck verleihen wollte, habe ich angefangen, in Großbuchstaben zu schreiben. Meine Schrift ist tatsächlich schon dieselbe, seit ich Kind bin.

Coco Capitán hat Flacons in ihrem typischen Stil designt.
Coco Capitán hat Flacons in ihrem typischen Stil designt.
© PR

Ihre mutigen Slogans beschreiben den Zustand der Welt. Was wäre der heutige Slogan?
Es geht darum, heute dafür zu sorgen, dass es morgen noch gibt. Sich um die Umwelt zu kümmern heißt, sich um uns zu kümmern. Alles was wir tun, hat einen Einfluss auf die Umwelt. Es geht um Respekt, weil alles irgendwann auf uns zurückkommen wird.

Sie haben gesagt, dass Kunst aus Ihrer eigenen Erinnerung und Ihren Erfahrungen kommt. Wie persönlich darf denn Kunst sein?
Es ist schwierig, sich abzugrenzen. Ich wünschte, ich könnte das besser. Ich lebe mein eigenes Leben mit dieser Neugier, mit der ich auch meine Arbeit gestalte.

Wie suchen Sie aus, mit wem Sie zusammenarbeiten?
Ich habe da bestimmte Prinzipien, ich arbeite nicht mit Unternehmen zusammen, die andere Ziele haben als ich. Im Fall von Biotherm haben wir intensiv darüber gesprochen, was wir zusammen erreichen wollen und was wir auch zurückgeben können.

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Sie nutzen als Künstlerin Social Media. Ist das Fluch oder Segen?
Es ist beides. Es ist toll, dass wir dort gemeinsam demokratisch diskutieren können, vor allem in der Pandemie grade. Und ich kann meine Kunst vielen Menschen präsentieren. Anderseits bringen uns genau diese sozialen Medien auch auseinander und sie kosten sehr viel Zeit. Zeit, die wir für andere Dinge nutzen sollten.

Verwendete Quellen: Eigenes Interview

Gala

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