Cerascreen im Selbstversuch: Bestimmung von Allergien ganz ohne Arzt

Kennen Sie es nicht auch? Obwohl man ausgeschlafen ist und ausreichend getrunken und gegessen hat, fühlt man sich an einigen Tagen einfach platt. Häufig ist dies auf bestimmte Lebensmittelunverträglichkeiten zurückzuführen. Die Firma cerascreen bietet Selbsttests an, ganz ohne Arzt. Gala hat's getestet

Der "Lebensmittel Reaktionstest"

Was ist cerascreen?

Lassen wir cerascreen am besten selbst sprechen. So beschreibt sich das Unternehmen auf seiner Webseite: "Cerascreen bietet Gesundheits-Diagnostik, -Beratung und -Versorgung aus einer Hand. Und das alles einfach, bequem und schnell von zu Hause aus. Mit Hilfe eines einfachen Blut-Rücksende-Tests, der von einem Laien ohne fremde Hilfe zu Hause durchgeführt werden kann, wird von unserem Labor aus nur wenigen Tropfen Blut ein exaktes Ergebnis nach Goldstandard ermittelt. Aus den Daten eines ergänzenden Fragebogens und der Erfahrung tausender durchgeführter Tests in den vergangen 10 Jahren stellt cerascreen jedem Kunden einen individuell angepassten Befundbericht zusammen, der die Ergebnisse verständlich erklärt, wichtige Informationen liefert und individualisierte Empfehlungen für eine Verbesserung der Gesundheit beinhaltet."

Was mich zum Selbstversuch bewegt hat

Erst einmal war die Neugier da. Wie funktioniert das und was wird wohl dabei herauskommen? Ist das seriös? Aber ich wollte auch schon seit Jahren einen Allergietest machen, finde aber meistens nur dann die Zeit zum Arzt zu gehen, wenn das Fieberthermometer wirklich hoch ansteigt und dann vergisst man eben die anderen Dinge, die man schon so lange machen wollte. Wie die meisten Menschen mache ich mir viel Gedanken um Gesundheit und Ernährung und hatte bei einigen Lebensmitteln immer das Gefühl, sie täten mir nicht besonders gut. Ein Gefühl, aber keine Bestätigung aus dem Labor.

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©Gala

Der Selbsttest und ich

Ich habe mich entschieden, den Lebensmittel-Reaktionstest zu machen, der 99 Euro kostet und die Verträglichkeit auf 62 Lebensmittel testet - laut der Webseite deckt das 95 % der häufigsten Auslöser von Allergien und Unverträglichkeiten in Europa ab.

Den Test erhalte ich per Post in einem kleinen Päckchen. In der Testverpackung sind zwei Rücksendekarten mit Test-ID zur Registrierung, Desinfektionstücher, Tupfer, Pflaster, zwei Lanzetten, ein Blutauffangröhrchen und ein Transportröhrchen enthalten. Außerdem noch ein Rücksendebeutel, mit dem man seine Blutprobe schließlich kostenlos an das cerascreen-Labor zurückschickt. In einer leicht verständlichen bebilderten Anleitung wird Schritt für Schritt erklärt, wie man die Blutabnahme am besten erfolgreich hinter sich bringt. Kurz zusammengefasst: Man sucht sich einen Arm aus, schwingt ihn am besten zwei Minuten lang, um die Zirkulation anzuregen, hält dann einen Finger unter warmes Wasser, trocknet ihn ab und greift dann zur Lanzette. Jetzt muss man sich selbst pieksen, was ganz kurz Überwindung kostet - dann aber viel Drama um nichts war. Der Schnitt in den Finger ist so minimal, dass er nach der Blutabnahme binnen Stunden abheilt und keinerlei Schmerzen verursacht.

Nach der Blutentnahme registriere ich meine ID online, fülle noch ein paar persönliche Daten aus (Gewicht, Alter, Ernährung) und dann schicke ich das kleine Röhrchen mit meinem Blut los.

Das Testergebnis von cerascreen ist da!

Schon wenige Tage später habe ich im Postfach eine E-Mail von cerascreen. Mein Testergebnis ist da! Mit großer Spannung öffne ich die rund 30 Seiten lange PDF-Datei, in der alle Aspekte sehr ausführlich, aber leicht leserlich und verständlich erklärt sind.

Die gute Nachricht: Eine "starke Reaktion" konnte bei mir bei keinem Lebensmittel festgestellt werden. Dafür aber eine "minimale bis schwache Reaktion" bei Ananas und eine "leichte bis mäßige Reaktion" bei Milchmix-Produkten (Kuhmilch, Schafsmilch, Ziegenmilch), Kasein, Dinkel, Weizen und glutenhaltigem Getreidemix (Gerste, Roggen). Ob ich dies bestätigen kann?

Nun, ich liebe den Geschmack von Ananas. Ich konnte aber noch nie viel davon auf einmal essen, dafür ist mir die Frucht viel zu süß - und jetzt wird's spannend - nach größeren Mengen hatte ich immer ein leichtes Kratzen im Mund- und Rachenraum. Ich habe das bislang aber nie wirklich auf eine allergische Reaktion geschoben, weil es mir nicht schlecht ging - ich dachte lediglich, es würde am bisweilen ziemlich hohen Säureanteil in der Ananas liegen und sei normal. Dieses Ergebnis ist für mich also schlüssig.

Die Reaktion bei Milchmix-Produkten kann ich bestätigen. Ich mag den Geschmack purer Milch nicht und wenn ich beispielsweise einen Milkshake oder White Russian bestelle oder Käse zu mir nehme, reichen kleine Mengen aus, bis das Völlegefühl einsetzt. Meinen Kaffee trinke ich seit Jahren "laktosefrei" und mir geht es besser damit.

Mit Dinkel-Spaghetti hatte ich eine schlechte Begegnug. Sie schmeckten mir nicht und fühlten sich auch wie ein Stein im Magen an. Das wird dann wohl die Unverträglichkeit gewesen sein. Ich würde mir auch nie freiwillig "Dinkelcracker" und ähnliche "gesunde" Süßkram-Alternativen kaufen. Jetzt wäre es natürlich spannend zu erfahren, was ein Allergietest beim richtigen Arzt sagt, aber soweit kann ich gut zustimmen.

Was ich jetzt verändern werde

Ich schätze, ich habe bislang bereits viel richtig gemacht, weil ich die Signale meines Körpers schon immer recht gut deuten konnte und meistens dann aufhöre zu essen, wenn ich bereits satt bin. Mein kleines "Problem" sind glutenhaltige Lebensmittel wie Brötchen, Nudeln und Pizza. Ich muss zwar zugeben, dass ich durchaus spüre, dass mir glutenfreies Getreide wie Quinoa besser zusagt als ein Teller herkömmlicher Spaghetti beispielsweise, aber ich bin nicht bereit, komplett auf Gluten zu verzichten. Muss ich aber auch gar nicht! Eine leichte Unverträglichkeit liegt zwar vor, aber das bedeutet eben nicht, dass ich eine deutlich spürbare allergische Reaktion habe. Was ich allerdings ändern sollte - das wusste ich aber auch schon vor dem Test - ist die Menge an Gluten die ich zu mir nehme. Ich esse zum Frühstück gerne mal ein Brötchen, mittags Nudeln und abends dann wieder etwas glutenhaltiges. Sagen wir mal so: Das berühmte "Kohlenhydratekoma" und ich sind keine Unbekannten. Bislang hab ich das zwar auch überlebt, aber gesünder geht es definitiv, wobei ich das die meiste Zeit meines Lebens auch hinkriege.

Für alle, die deutlichere Reaktionen spüren, sendet cerascreen einen Ernährungsplan in 4-Tage-Rotation mit, bei der die speziellen Befundergebnisse besonders gekennzeichnet sind. Das Ziel ist, dass der Körper sich wieder mehr an die Lebensmittel gewöhnt. So sieht der Plan beispielsweise aus:

Mein Fazit

Einen Arzt wird cerascreen wohl nie ersetzen können - das schreibt das Unternehmen auch auf seiner Webseite. Wer ernste Beschwerden über einen längeren Zeitraum hat, sollte also nach wie vor zum Mediziner gehen. Wer aber hin und wieder das Gefühl hat, dass bestimmte Lebensmittel einem nicht gut tun, aber keine Lust hat, sich mit einem Arzt auseinanderzusetzen, für den ist cerascreen perfekt - wenn man denn auch Lust hat, den Test zu bezahlen Die Preisspanne variiert von 24 bis 197, 00 Euro für unterschiedliche Tests. Komfortabel ist es allemal und die individuelle PDF-Datei mit den Testbefunden ausführlich und zufriedenstellend. Cerascreen bietet eine ganze Reihe an Selbsttest an, so kann beispielsweise auch der Vitamin-D-Wert im Blut bestimmt werden.

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