Kolumne: Call of Beauty: Bye-Bye, Stress!

Frauen leben gehetzter als Männer. Welche Folgen die dauerhafte Überbelastung haben kann – und was wir dagegen tun können. Bevor Sie weiterlesen: tief durchatmen ...

Frauen sind oft angespannter als Männer

Täglicher Stress

Gestresst zu sein gehört in unserer Leistungsgesellschaft fast zum guten Ton. In Wahrheit aber ist Stress ein ernsthaftes Problem. Vor allem Frauen sind gefährdet – laut einer aktuellen Forsa-Umfrage fühlt sich jede Fünfte psychisch stark belastet. Und das ist objektiv zu belegen. Morgens die Kinder zur Schule bringen, dann top gestylt zum Meeting hetzen, mittags schnell ein Arzttermin und abends die beste Freundin trösten … Was bis dahin liegengeblieben ist, wird nachts erledigt Mit Kaffee hat man sich eh den ganzen Tag auf Hochtouren gepusht. Am Abend hilft ein Glas Rotwein, um kurz runterzukommen und danach weiterzumachen mit der To-do-Liste. Erschöpfung und Gereiztheit werden zum Dauerzustand.

Unterschiede bei Männern und Frauen

Als "Rushing Woman"-Syndrom bezeichnet die australische Biochemikerin und Buchautorin Dr. Libby Weaver das Phänomen, nie zur Ruhe zu kommen. "Die Gesundheit und das Verhalten von Frauen haben sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert. Mit Job, Ehe, Hausfrauen- und Mutterrolle ist die Frau von heute mehrfachbelastet. Hinzu kommt, dass sie versucht, allem und jedem gerecht zu werden. Dieser ständige Druck, von innen und außen, sowie das irrwitzige Tempo unserer heutigen Zeit können für Frauen extreme körperliche und psychische Folgen haben." Von Natur aus ticken Frauen anders als Männer. Sie sind perfektionistischer und können oft nicht Nein sagen. 

Dr. med. Alexandra Kautzky-Willer, Professorin für Gender-Themen an der Medizinischen Universität Wien, forscht schon seit vielen Jahren über die gesundheitlichen Unterschiede beider Geschlechter. Stress entsteht im Gehirn", erläutert sie. "Hier ist das Stresssystem der Frau wesentlich empfindlicher als das des Mannes. Zusätzlich sind ihre Bewältigungsstrategien schlechter." Frauen neigen zum Stress-Essen, oder sie greifen schneller zur Zigarette.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass das Stresshormon Kortisol bei Frauen und Männern unterschiedlich aktiviert wird. Geraten bei einer Frau die Sexualhormone aus dem Gleichgewicht, wird sie zum wandelnden Pulverfass. Kommen dann noch Probleme wie ein finanzieller Engpass oder gar ein Schicksalsschlag hinzu, kann das Leben ein echter Kampf werden.

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Hier wird es gefährlich

Dabei ist Stress zunächst der Helfer in der Not, ein freundlich gemeintes Alarm-Signal: Der Organismus versetzt sich als Reaktion auf besondere Belastungen selbst in einen Ausnahmezustand. Ein Schutzmechanismus, begleitet von kurzfristigem Herzrasen und verstärktem Schwitzen. Wird die Ausnahme zur Regel, wird die Sache problematisch. Wir verlangen dann ständig "Überstunden" von unserem Gehirn und von Entgiftungsorganen wie Leber und Nieren. Die Folgen: Schlafstörungen und Gewichtsprobleme, Prämenstruelles Syndrom (PMS) und Menstruationsbeschwerden, Migräne und Angstzustände bis hin zum Burn-out.

Auslöser für chronische Krankheiten

Dauerstress steht in enger Verbindung mit vielen chronischen Krankheiten. Forscher haben herausgefunden, dass er die Entstehung von Typ-2-Diabetes begünstigt. Auch das Risiko für Bluthochdruck sowie das Auftreten von Darmbeschwerden steigt durch anhaltende Belastungsphasen nachweislich an. "Frauen haben viel häufiger einen Reizdarm", sagt Dr. med. Alex Witasek, der die weltweit erste Mayr-Kur für die Frau ausgearbeitet hat. "Prinzipiell haben Frauen ein schwächeres Verdauungssystem, können schwere Kost schlechter verdauen." Das genetisch bedingte schwache Bindegewebe lässt zudem einen gefüllten Darm gern mal durchhängen, was zu einer gestörten Muskeltätigkeit führt. Dieser Fakt wiederum wirkt sich unmittelbar auf die Wirbelsäule aus.

Das können Sie tun

Die australische Biochemikerin Dr. Libby Weaver weiß, wie sich der Dauerlauf im Hamsterrad auf unser Seelenleben auswirkt. "Das Rushing Woman Syndrom" (Trias Verlag, 280 S., 19,99 Euro)

Höchste Zeit, etwas gegen das "Rushing Woman"-Syndrom zu tun! "Um aus der Abwärtsspirale herauszukommen, spielt die innere Haltung eine wesentliche Rolle", sagt Dr. Libby Weaver. Wer an allen Baustellen des Lebens gleichzeitig 100 Prozent Leistung abliefern will, hat den falschen Ansatz. Das gibt das Leben einfach nicht her. Stellen Sie sich immer die Frage, was Sie persönlich glücklich macht und lassen Sie sich dabei nicht von ihrem Umfeld beeinflussen. Sind es die Kinder, der Partner, Hobbys oder die Freude am Job? Und haben Sie Ihre eigene Gesundheit immer im Blick?

Wer die Aufgaben, die daheim oder im Büro warten, gern verrichtet und sich in seinem sozialen Umfeld wohlfühlt, ist nachweislich belastbarer. Man kann sich seinen Alltag nicht immer aussuchen. Aber statt sich nach dem Job jeden Tag noch einen knallharten Termin im Gym aufzuhalsen, einfach mal völlig ohne Zeitdruck nach Hause spazieren! Das wirkt Wunder und funktioniert auch in der Großstadt. Hauptsache, Sie haben Spaß.

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