Kolumne: Call of Beauty: Brauchen Schwangere spezielle Kosmetik?

Jetzt mal ehrlich: Braucht man in den neun Monaten wirklich eine spezielle Pflege?

Schwangerschaft

Nennen wir das Kind gleich mal beim Namen: Die Liste dessen, was ich während meiner Schwangerschaft besser meiden soll, ist lang – ganz schön lang. Zu schaffen macht mir neben dem Verzicht auf Käse aus Rohmilch, Sushi, Mettbrötchen und Joggen – in dieser Reihenfolge – vor allem der Verzicht auf mein Blond.

Haare färben

Frauenärztin und Friseurin haben mir davon abgeraten, im ersten Trimester die Haare komplett aufzuhellen. Seit dem vierten Monat darf ich nun mit Strähnchen weitermachen, denn bei dieser Technik kommt die Blondierung nicht unmittelbar mit der Kopfhaut in Berührung. Beim Haarefärben ist die Sache für mich also klar, aber was geht beautymäßig in den nächsten Wochen gar nicht, und wie kann ich was ersetzen?

Barbara Meier

Erster Red-Carpet-Auftritt als Ehefrau

Barbara Meier
Dass eine Braut schon mal zwei Hochzeitskleider an ihrem großen Tag trägt, ist ja mittlerweile gar nicht mal so ungewöhnlich, aber drei? Barbara Meier konnte oder wollte sich wohl nicht für eines entscheiden.
©Gala

Welche Kosmetik ist unbedenklich?

Mutterseelenallein gelassen fühle ich mich bei meiner Recherche manchmal. Das Problem: Kosmetik wird aus ethischen Gründen nicht an schwangeren Frauen getestet. Entsprechend selten gibt es eindeutige Aussagen dazu, was dem Ungeborenen wirklich schaden könnte.

1. Ohne chemische Filter: "Mineralisches Sonnenfluid SPF 50+ Getönt" von Eau Thermale Avène, 40 ml, ca. 16 Euro; 2. Nagellack frei von Formaldehyd und Phthalaten: "Sarah" von OZN, ca. 15 Euro; 3. Haarspray mit Bio-Inhaltsstoffen: "Starker Halt" von Logona, 150 ml, ca. 9 Euro; 4. Beugt Dehnungstreifen mit Mandel-, Weizenkeim- und Jojobaöl vor: "Schwangerschaftspflegeöl" von Weleda 100 ml, ca. 14 Euro

Anti-Aging-Pflege

Ziemlich einig ist man sich, dass bei der Behandlung von Falten auf Retinol (Vitamin A) und seine Derivate besser verzichtet werden sollte, da es zu Fehlbildungen kommen kann. Das heißt für mich: Bye, bye Lieblingsserum. Vitamin C, auch ein Kollagen-Booster gilt dagegen als unbedenklich und ist meine Alternative. Ohnehin habe ich das Gefühl, dass meine Haut durch die ersten Wassereinlagerungen schön aufgepolstert erscheint.

Finger weg von Haarspray

Meine Haare dagegen sind derzeit an manchen Tagen eine Katastrophe und haben mir schon Vergleiche mit Albert Einstein eingebracht. Haarspray allerdings, so legt eine aktuelle Studie nahe, kann insbesondere bei männlichen Embryos zu Missbildungen führen. Deshalb verwende ich bei Bedarf nur eine Bio-Variante.

Öle und Sonnenschutz

Dehnungsstreifen hatte ich bereits mit einem Öl vorgebeugt, bevor die Tinte auf meinem Mutterpass getrocknet war. Und darauf geachtet, dass auf keinen Fall Rosmarinöl drinsteckt, denn das kann Wehen fördern, wie übrigens eine ganze Reihe ätherischer Öle auch. Beim Sonnenschutz gelten in der Schwangerschaft einige chemische Filter als bedenklich, deshalb setze ich ab sofort auf rein mineralische.

Bei all diesen Umstellungen versuche ich aber vor allem auch eines: mich nicht völlig verrückt zu machen! Oder ich rufe meine Hebamme an, wenn mir eine Frage unter den jetzt viel schneller wachsenden Nägeln brennt. Ach übrigens: Auf die kommt jetzt erst mal nur noch Lack ohne Formaldehyd und Weichmacher.

Schwangere Stars

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