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Céline Dion Magersucht mit 50 Jahren?

Céline Dion
Céline Dion
© Getty Images
Céline Dion sieht momentan sehr zerbrechlich aus. Aber kann man mit 50 Jahren überhaupt noch magersüchtig sein?

Als sich Céline Dion in die Front Row von Alexandre Vaulthier setzt, richten sich alle Blicke auf sie. Ihr Gesicht wirkt hager, ihre Silhouette unglaublich schmal. Am nächsten Tag offenbart sich, was man bereits ahnen konnte: Die Sängerin besteht nur noch aus Haut und Knochen. Versteckte sie diese bei der Fashion Show noch unter einem schwarzen Kleid, sieht man sie in ihrem ausgeschnittenen Metallic-Blazer ganz deutlich. Jede Rippe sticht hervor, man kann jeden Knochen sehen.

Céline Dion scheint dünner denn je

Céline Dion sieht nicht gesund aus, sie befindet sich sicherlich im Untergewicht. Seit letztem Sommer muss sie etliche Kilos abgenommen haben. Ganz besonders im Vergleich zu 2015 hat sie sich optisch extrem verändert und wirkt heute nur noch wie ein Schatten ihrer selbst. 

Zwischen damals und heute liegen zwei enorme Schicksalsschläge der Kanadierin: Erst muss sie im Januar 2016 ihren Mann, René Angélil, nach jahrelanger Krankheit gehen lassen und dann muss sie sich nur zwei Tage später von ihrem Bruder verabschieden. Beide Männer sterben an Krebs.

Trauer um ihren Mann und ihren Bruder

Seither scheint die Trauer an dem Gewicht der 50-Jährigen zu zerren. Es scheint ganz so, als hätten diese einschneidenden Lebensereignisse eine Magersucht bei ihr ausgelöst. Eine Ursache, die bei Betroffenen sehr üblich ist. "Essen einschränken hat immer etwas mit Kontrolle zu tun: Ich habe Kontrolle über mein Essen und mich, wenn ich schon über das Leben sonst und über die Dinge, die um mich herum passieren, keine Kontrolle habe", erklärt Martina de Zwaan, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen, gegenüber dem SZ-Magazin.

In 2015 (rechts) sieht Céline Dion noch viel gesünder aus als heute, im Januar 2019 (links). Natürlich ist sie damals auch schon schlank, doch bei weitem nicht so abgemagert wie etwa vier Jahre später.
In 2015 (rechts) sieht Céline Dion noch viel gesünder aus als heute, im Januar 2019 (links). Natürlich ist sie damals auch schon schlank, doch bei weitem nicht so abgemagert wie etwa vier Jahre später.
© Getty Images

Magersucht im Alter - das gibt es!

Auch die Expertin weiß, dass es Magersüchtige im Alter von 40, 50 und sogar 60 Jahren gibt. Die Annahme, nur pubertierende Jungs und Mädchen könnten unter der psychischen Störung leiden, stimmt schlicht und ergreifend nicht. Das räumt auch das Bundesministerium für Gesundheit ein. Es ist zwar richtig, dass Magersucht am häufigsten bei 14-Jährigen ist, aber "die Krankheit kann in jedem Alter auftreten".

Vor allem in den vergangenen Jahren ist die Anzahl von 40 und 50-Jährigen mit der oft tödlich endenden Essstörung extrem gestiegen. In 2017 sollen laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung etwa 6.400 Frauen betroffen gewesen sein. Allein von 2010 auf 2015 wuchs die Anzahl um 20 Prozent.

Das Problem: Spätanorexie - so heißt es im Fachjargon - wird oft damit abgetan, dass die Frauen sich durch ihre Wechseljahre ja eh im Wandel befinden. Magersucht? Nein, nein, das haben doch nur die jungen Mädchen. Das muss dann eher was mit den Hormonen sein. "Das ist eher unwahrscheinlich", erklärt Martina de Zwaan. Sie sieht den Auslöser eher bei den Ereignissen, die gravierend ins Leben einschneiden. 

Es ist also ein psychisches und nicht etwa ein hormonelles Problem und dieses sollte keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden. Betroffene brauchen Hilfe von außen.
Hoffen wir, dass Céline Dions Fashion-Week-Begleiter Pepe, mit dem sie sehr vertraut aussah, ihr nun unter die Arme greift. 

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet ein Info-Telefon für Betroffene und Angehörige an, das bei dem Weg aus der Magersucht helfen soll. Sie erreichen es montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr unter: 0221 982031.

Verwendete Quellen: www.bundesgesundheitsministerium.de, www.spiegel.de, www.gesundheitsstadt-berlin.de, www.sz-magazin.de

ter Gala

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