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Bio-Nagellack Bunte Nägel ohne Gewissensbisse

Bio-Nagellack - Bunte Nägel ohne schlechtes gewissen
Gesündere Nagellacke bedeuten nicht, auf bunte Farben verzichten zu müssen. 
© Shutterstock
Lösungsmittel, Weichmacher und giftige Dämpfe - bisher galt: Wer schöne Finger haben will, muss leiden. Bio-Nagellacke bieten jetzt eine gesündere Alternative, doch was steckt dahinter? 

Grün sein ist "in" - das zeigt sich nicht zuletzt an den neusten Beauty-Trends. Produkte sollen jetzt unter anderem paraben- oder silikonfrei sein, ein Bedürfnis, auf das die Industrie mit einer Vielzahl von neuen Produkten reagiert hat. Bei Nagellacken hält sich der Öko-Trend jedoch noch zurück. Obwohl in vielen Nagelfarben eine Vielzahl von fragwürdigen Inhaltsstoffen vorhanden zu sein scheint, ist das Angebot an Bio-Nagellack noch überschaubar. 

Warum sollte man auf Bio-Nagellack umsteigen? 

2017 hat "Öko-Test" 23 Nagellacke auf krebserregende Nitrosamine und weitere Schadstoffe untersucht. Bei vielen handelsüblichen Lacken wurden sie fündig. Laut EU-Kosmetikverordnung sind Nitrosamine zwar verboten, dürfen aber in geringen Mengen vorkommen, wenn die unbeabsichtigte Anwesenheit kleiner Mengen technisch nicht zu vermeiden und die menschliche Gesundheit nicht gefährdet ist.

Im Klartext heißt das, dass herkömmlicher Nagellack schädliche Inhaltsstoffe enthält, die aber aufgrund ihrer Dosierung nicht unbedingt nachweislich gesundheitsschädigend sind. Neben Nitrosaminen gilt es auch Phthalate, Toluol, Formaldehyd und andere chemische Stoffe kritisch zu betrachten. 

Darum sind Bio-Nagellacke schwer herzustellen

Die Schwierigkeit, einen guten Bio-Nagellack herzustellen, liegt im Anspruch an seine Konsistenz. Der Nagellack muss in der Flasche flüssig sein, während sie auf der Hand möglichst schnell trocken soll. Die Farbe muss deckend, aber möglichst leicht wieder zu entfernen sein. Um allen Ansprüchen gerecht zu werden, ist eine ausführliche Produktentwicklung erforderlich, die im Falle vom Bio-Nagellack etwas mehr Zeit bedarf. 

Was versteht man unter "Free-Nagellack"? 

Bei dem sogenannten "Free-Lack" handelt es sich noch um keinen zertifizierten Bio-Nagellack. Die "Free-Formel" beschreibt, auf wie viele kritische Bestandteile der Nagellackhersteller für diese Farbe verzichtet. Beim "3Free-Lack" wird auf Formaldehyd, Toluol und Dibutylphthalat verzichtet. Eva Longoria, 45, und andere Stars schwören schon länger auf die „3 Free"-Formel bei der Maniküre ihrer bunten Nägel. "5Free-Lacke" verzichten noch auf: Formaldehydharz und Campher. Generell gilt, je höher die "Free-Formel", umso weniger Schadstoffe sind enthalten. 

Welche Inhaltsstoffe sind bedenklich? 

  • Phthalate - darunter versteht man Weichmacher, die den Nagellack elastisch machen sollen. Einige Phthalate wie Dibutyl Phthalate (DBP) und Diethylhexylphthalate (DEHP) sind laut europäischer Kosmetikverordnung in Kosmetikprodukten verboten, weil sie als fortpflanzungs- und erbgutschädigend gelten, da der Verdacht besteht, dass sie Einfluss auf unseren Hormonhaushalt nehmen können. In der Realität verhält es sich ähnlich wie mit dem Nitrosamin, geringe Mengen dürfen in der Kosmetik vorkommen, wenn es technisch nicht zu vermeiden und für die menschliche Gesundheit sicher ist. 
  • Toluol - ist ein chemisches Lösungsmittel, das die Haut entfettet. Der Stoff steht im Verdacht fortpflanzungsgefährdend und fruchtschädigend zu sein. Zudem können bei Inhalation Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Allergien ausgelöst werden. 
  • Formaldehyd - ist eine organisch-chemische Verbindung, die zum Nagelhärten eingesetzt wird. Es reizt die Schleimhäute und gilt als allergieauslösend, zudem wird es häufiger mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht.
  • Campher - ist ein Weichmacher. Größere Mengen können bei oraler Einnahme oder großflächiger äußerlicher Anwendung Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Verwirrung hervorrufen. Im Nagellack ist Campher nur in sehr geringen Dosen enthalten. 

Gesunder Nagellack - geht das überhaupt? 

Auf gewisse Stoffe kann man im Nagellack einfach nicht verzichten. Dennoch kann der Konsument sich mittlerweile mit gesünderen Alternativen die Nägel lackieren. Start-up-Gründerin Jennifer Baum-Minkus setzt bei ihrem "gitti"-Nagellack auf möglichst natürliche Inhaltsstoffe und verzichtet komplett auf tierische Farbpigmente. Bei der TV-Show "Die Höhle der Löwen" kommt das gut an und sie kann sich 2020 über einen Deal mit Judith Williams, 48, und Dagmar Wöhrl, 66, freuen. Aber auch Daniela Mellis von "Treat" hält sich an die "5Free-Formel". Als erster Bio-Nagellack wurde der Klarlack von Provida mit dem NCCO Bio-Siegel ausgezeichnet. Die Farblacke von Logona haben BDHI und NATRUE Zertifikate. Diese Nagellacke sind also gute Alternativen für gepflegte Nägel ohne Gewissensbisse haben zu müssen. 

Verwendete Quellen:FAZ.de, Öko-Test, Brigitte.de, EU-Kosmetikverordnung, BfR, Netdoktor

Gala

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