Angelina Kirsch im Interview: "Vor den Folgen des Trainings schütze ich mich mit Schokolade"

Am 17. Juli startet die zweite Staffel von "Curvy Supermodel". Im Interview verrät Angelina Kirsch gegenüber GALA welche Neuheiten es gibt, was sie von Sarah Lombardi hält und wie sie ihre Chancen bei Männern einschätzt

Angelina Kirsch

Angelina Kirsch

"Curvy Supermodel", zweite Staffel - was können Sie uns denn schon vorab verraten? 

Es wird alles noch viel größer, so viel kann ich auf jeden Fall schon mal verraten. Wir haben mit der ersten Staffel so viele Menschen begeistern können, dass wir dieses Mal mehr als doppelt so viele Bewerbungen hatten, wie im letzten Jahr. Aus den tausenden Bewerberinnen haben wir rund 600 in die ersten Castings eingeladen, im letzten Jahr sind wir mit rund 50 Bewerberinnen gestartet. Wir sind an tollen Locations mit den Mädels zusammen, tolle Aufgaben und Kunden warten auf die Kandidatinnen und natürlich können sich die Zuschauer auch wieder auf ein Umstyling freuen. Alles wird noch besser und kurviger (lacht). 

Zusammen mit Carlo Castro, Jana Ina Zarella und Peyman Amin (v.l.n.r.) sucht Angelina Kirsch ab dem 17. Juli 2017 wieder das "Curvy Supermodel" auf RTL II. 

Zusammen mit Carlo Castro, Jana Ina Zarella und Peyman Amin (v.l.n.r.) sucht Angelina Kirsch ab dem 17. Juli 2017 wieder das "Curvy Supermodel" auf RTL II. 

Sind Sie für Céline, die Gewinnerin der ersten Staffel, eine Art Mentorin?

Céline ist gut in die Branche gestartet und arbeitet seit einem halben Jahr hauptberuflich als Model. Ted ist natürlich ihr Ansprechpartner Nummer 1 aber ich frage regelmäßig bei ihr nach, wie es ihr geht und wie es läuft.

Welche Tipps haben Sie ihr mit auf den Weg gegeben?

Am Anfang muss man geduldig sein, das sagen wir all unseren Kandidatinnen. Wenn man in dieser Branche Erfolg haben möchte, muss man erstmal Geduld mitbringen. Nachdem man die ersten Jobs an Land gezogen hat, Kontakte und Referenzen sammeln konnte, läuft es so langsam an. Disziplin, Aufmerksamkeit und Ausdauer sind zudem Grundvoraussetzungen, um als Model erfolgreich zu werden. Und ehe man sich versieht, geht es durch die Decke. 

Beim Massencasting nehmen Angelina Kirsch und ihre Jurykollegin die rund 600 Kandidatinnen genauer unter die Lupe. 

Beim Massencasting nehmen Angelina Kirsch und ihre Jurykollegin die rund 600 Kandidatinnen genauer unter die Lupe. 

Hat sich die Modelbranche durch die „Curvy-Bewegung“ verändert?

Curvy ist aus dem Trend-Status rausgewachsen, es hat sich mittlerweile fest etabliert. Immer mehr Modelabels haben auf dem Schirm, dass Curvy ein wichtiges Thema ist. Immerhin trägt die Durchschnittsfrau Größe 40/42 und größer, wieso sollte man dann nicht auch mit einem Gesicht werben, was dieser Größe entspricht. Nicht nur Plus-Size-Labels werben mittlerweile mit Curvy Models, sondern auch andere Marken. Es wird vor allem auch in der Gesellschaft reagiert. Die Nachfrage muss da sein und dann folgt die Branche. 

Nach ihrer erfolgreichen Teilnahme bei "Let's Dance" ist es ür Angelina Kirsch jetzt wieder Zeit hinter dem Jurypult zu sitzen. 

Nach ihrer erfolgreichen Teilnahme bei "Let's Dance" ist es ür Angelina Kirsch jetzt wieder Zeit hinter dem Jurypult zu sitzen. 

Haben Sie ein kurviges Rollenvorbild?

Das klingt jetzt vielleicht kitschig aber meine Mama ist mein Rollenvorbild. Sie war immer schon eine kurvige Frau und ist bis heute die schönste Frau, die es gibt. Meine Mutter hat eine positive Ausstrahlung, sie holt immer das Beste aus ihrem Typ raus und hat Spaß an der Mode und am Leben. Für mich das beste Vorbild überhaupt.

wird das „Curvy Supermodel Magazin“ moderieren – was halten Sie von Sarah?

Sie ist ein herzensguter Mensch, offen, interessiert und genau deshalb die Richtige für diesen Job. Wir wollen Zuschauer ans Thema Curvy heranführen, die vielleicht noch nicht mit dem Thema vertraut sind und zeigen, wie sich unsere Kandidatinnen fühlen. Ich freue mich sehr, dass sie dabei ist.

Sarah Lombardi ist kein Size-Zero-Model und auch kein Curvy-Model – hat sie dennoch Potential als Model zu arbeiten?

Sarah ist tatsächlich ein klassischer In-Betweenie und wäre fürs Modeln auch ein bisschen zu klein aber das ist auch vollkommen in Ordnung – sie ist ja sehr erfolgreich, mit dem, was sie macht. Für einen regulären Model-Job müsste sie noch ein paar Zentimeter wachsen, sonst hätte sie Probleme mit den Samples, die in Einheitsgrößen vom Kunden geliefert werden.

Bezeichnen Sie sich als „Curvy Model“ oder als Model?

Ich bezeichne mich selbst als „Curvy Model“, weil ich finde, dass die Kurven ein wichtiges Attribut sind, die mich ausmachen. Ich bin stolz auf meine Kurven und deshalb erwähne ich sie auch gerne.

Vor Ihrer Teilnahme an „Let’s Dance“ haben Sie befürchtet, durch das Training zu viel Gewicht zu verlieren. Wie oft stehen Sie im Alltag auf der Waage?

Gewicht ist eigentlich das falsche Wort, da ich mich nicht wiege. Es bringt mir ja am Ende des Tages nichts, wenn ich dem Kunden sage, dass ich meine 75 Kilo wiege, wenn die Hose trotzdem nicht passt. Für mich sind die Maße wichtig, deshalb war es wichtig dass ich nicht einen Zentimeter verliere.

Das heißt, das Maßband war immer mit dabei?

Richtig, mein Plan ist allerdings trotzdem nicht ganz aufgegangen. Ich habe einen Zentimeter an der Taille verloren, den ich mir aktuell aber wiederhole. Ansonsten habe ich mich immer vor den Folgen des Trainings mit Schokolade geschützt (lacht).

Wie sieht Ihr Fitnessplan im Alltag aus?

Ich liebe Yoga in jeglicher Form, weil man dabei sehr auf seinen Körper achten muss und ihn dadurch besser kennenlernt. Wenn ich Zeit und Platz habe mache ich das, in Hotels mache ich mein Standardprogramm: Kniebeuge, Ausfallschritt und Co., für ca. 20 Minuten täglich. Ich powere mich nicht total aus aber es muss ja alles straff bleiben, für meine Dessous- und Bademoden-Kunden.

Ernährung spielt aber auch eine große Rolle oder essen Sie alles, worauf Sie Lust haben?

Ich esse tatsächlich immer, worauf ich Lust habe aber ich sage immer: in Maßen und nicht in Massen. Ich esse zum Beispiel auch jeden Tag Schokolade. Ein Tag ohne wäre für mich die Hölle, ich brauche Schokolade! Es bleibt dann aber bei einem Stück, naja ein Stück ist untertrieben (lacht) aber ich verputze nicht die ganze Tafel. Es gibt auch Tage an der die Tafel ganz verschwindet aber das ist eher selten.

Kommt denn vor einem Dessous-Shoot auch mal eine Crash-Diät zum Einsatz?

Am Tag des Shootings achte ich schon darauf, dass ich keine Sachen esse die furchtbar blähen. Auf Pasta beim Mittagessen verzichte ich in diesem Fall natürlich. Mit Hungern bezweckt man ja auch nichts.

Gibt es bei Bademode No-Gos für füllige Frauen?

Wichtig ist, dass der Körper gut verpackt ist und man sich wohlfühlt. Je größer die Kurve ist, desto besser sollte sie eingepackt sein – zumindest finde ich das. Man fühlt sich einfach wohler und sicherer. Wenn eine Frau ihre Rundungen gerne zeigen möchte, finde ich das aber auch vollkommen in Ordnung. Es gibt so schöne Bikinis in allen möglichen Größen. Gerade ein Oberteil muss gut sitzen, damit man nicht befürchten muss, dass es beim Sprung in den Pool direkt runterrutscht.

Gibt es bei Mode allgemein ein No-Go?

Erlaubt ist was schön ist und Spaß macht. Wichtig ist, dass die Kleidung passt und man sich wohlfühlt. Für mich ist ein absolutes No-Go, wenn man Kurven versucht zu verhüllen. Man darf sich nicht verstecken. Viele Frauen tragen ganz weite Kleidung, meist noch in Schwarz und versuchen sich zu verstecken – das finde ich schade und das macht es nicht besser. Dann lieber erst recht bunt und knallig. Ich habe auch Tage, an denen ich mich am liebsten unter der Bettdecke verkriechen möchte aber dann hole ich mein Lieblingsoutfit raus und weiß, dass ich mich trotzdem wohlfühlen werde.

Warum verhüllen sich füllige Frauen?

Viele wissen es nicht besser. Bei meiner Mutter ist das zum Beispiel häufiger so, dass sie in Walle-Walle-Kleidung um die Ecke kommt und ich sage: Mama, das geht gar nicht! Sie fragt mich auch oft um Rat: Meinst du das geht, kann ich das machen? Ja! Viele brauchen den Ratschlag oder den Tipp, damit der Aha-Effekt einsetzt: Ah, hätte gar nicht gedacht dass mir das steht.

Werden Sie auf Ihren Social-Media-Kanälen für Ihre Kurven kritisiert?

Ganz oft, natürlich. Wenn man sich so in die Öffentlichkeit stellt, wie ich es tue, muss man mit dieser Art von Kritik rechnen. Neben ganz vielen positiven Kommentaren kommen auch einige negative rein aber das ist ok. Die Art und Weise wie man kritisiert stört mich schon zum Teil, wenn es Kommentare sind, die unter die Gürtellinie gehen. Aber dann ist das halt so, ich kann es nicht jedem recht machen.

Sie sind Single. Wieso eigentlich?

Das weiß ich auch nicht (lacht), da müsste ich das Universum befragen. Ich glaube für viele Männer ist meine Charakterstärke, Zielstrebigkeit und Selbstständigkeit ein Problem. Meine Mutter sagt immer: du bist halt auch noch schlau! Und das ist manchmal auch ein Problem.

Mit meinem Beruf, durch den ich jetzt auch in der Öffentlichkeit stehe, können glaube ich auch nicht alle Männer gut umgehen.

Wie sieht Ihr Traummann aus?

Äußerlich bin ich da gar nicht festgelegt, ich muss ihn sehen und denken: Uhhhhh! Wow!. Es muss klick machen. Wichtig ist, dass er auch fest im Leben steht und weiß wer er ist. Damit kein Wettkampf zwischen uns entsteht. Jemand der auch gut damit umgehen kann, dass ich in der Öffentlichkeit stehe und bin wie ich bin. Deshalb sollte er auch Humor haben und Spaß am Leben wäre auch nicht schlecht weil das bringe ich nun mal mit. Ich müsste ihn backen…

Wie kurvig dürfen Männer denn sein?

Solange es zusammenpasst, spielen Kurven keine Rolle für mich. Menschen müssen sich wohlfühlen, für mich kommt wahre Schönheit von innen. Ein Freund von mir war sehr groß und sehr stattlich und mein letzter Freund war sehr schlank. Da bin ich überhaupt nicht festgelegt. 

Hat einer Ihrer Exfreunde schon mal angedeutet, dass sie abnehmen sollen?

Nein. Den hätte ich aber auch sofort in die Wüste geschickt.

Was ist Ihre Erfahrung, sind Männer immer entweder auf Size-Zero oder Curvy festgelegt?

Je älter und je reifer sie sind – das klingt jetzt vielleicht komisch - umso mehr kommt es für Sie auf den Charakter an. Festgelegt sind glaube ich nur die wenigsten. Ich kriege so viel positiven Zuspruch von Männern, die mir sagen: Oh, deine Kurven sind so schön!

Gibt es denn einen prominenten Kandidaten, der in Frage kommen könnte?

Schwierig. Ist nicht gerade frei geworden?

Ja aber da hört man ja auch die ein oder andere böse Geschichte.

Das stimmt. Aber vielleicht kann man ihn ja bekehren. Frauen suchen sich ja wirklich oft den falschen Typ Mann aus, um aus ihm jemand besseres zu machen. Ich möchte meine zukünftigen Partner aber nicht verändern. Ich will ja schließlich auch, dass er mich so liebt, wie ich bin. Der Bad Boy muss nicht unbedingt sein (lacht).

Eltern denn Mitsprachrecht? Ist Ihr Vater streng mit den Männern in ihrem Leben?

Mein Vater ist sehr freundlich aber auch sehr streng. Meine Schwester und ich sind seine Prinzessinnen und das gibt er unseren Freunden auch zu spüren. Er lässt die Männer subtil wissen: Das ist meine Prinzessin, tu ihr weh und dann tu ich dir weh. (lacht) Typisch Papi halt. Aber generell ist meine Familie in dem Punkt sehr offen.

Die zweite Staffel von Curvy Supermodel ab 17. Juli 2017, immer montags, 20:15 Uhr bei RTL II 

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Als erfolgreiches Model für Übergrößen ist es natürlich notwendig, die Lust am Essen nicht zu unterdrücken. Derzeit trainiert Angelina Kirsch tagtäglich im Tanzstudio und bei soviel Sport darf und muss sie sogar für reichlich Nachschub sorgen.
© Gala

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