Juan Carlos Neue Details über den Schuss auf seinen Bruder sind bekannt geworden

Juan Carlos
© Pablo Cuadra / Getty Images
Juan Carlos hat vor über 65 Jahren versehentlich seinen jüngeren Bruder Alfonso erschossen. Ein schrecklicher Unfall, der die spanische Königsfamilie prägte. In einer neuen Dokumentation kamen nun zuvor unbekannte Details ans Licht.

Altkönig Juan Carlos, 84, hat in den vergangenen Jahren vor allem wegen der Korruptionsvorwürfe auf sich aufmerksam gemacht. Dem Ex-König wurde 2020 vorgeworfen, in einen möglichen Finanzskandal verwickelt zu sein. Die Spanische und Schweizer Justiz nahm Ermittlungen wegen Schmiergeldzahlungen auf, die der Spanier im Zusammenhang mit dem Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien erhalten haben soll. Die Ermittlungen wurden inzwischen zwar eingestellt, doch der ehemalige Monarch lebt weiterhin in seinem Exil in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. 

Doch das wohl tragischste Ereignis seines Lebens passierte in seiner Jugend. Als Juan Carlos gerade volljährig war, erschoss er versehentlich seinen kleinen Bruder Alfonso.

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Juan Carlos erschoss seinen Bruder

Es geschah am Gründonnerstag, 29. März 1956. Zu der Zeit lebten Juan Carlos' Eltern Juan de Borbón y Battenberg, †79, (auch Don Juan genannt) und María de las Mercedes de Borbón y Orleans, †89, mit seinen Geschwistern im Exil in Portugal, da in Spanien der Diktator Francisco Franco an der Macht war. Juan Carlos, damals 18 Jahre alt, besuchte zu dem Zeitpunkt die Militärakademie in Saragossa, Aragonien, und fuhr über das Osterfest heim zu seiner Familie. Gemeinsam nahmen sie morgens an einer Messe teil, machten im Laufe des Tages einige Besorgungen und kehrten schließlich gegen 19:00 Uhr wieder zu Hause ein, wie "Dana Press" berichtete. 

Etwa eine Stunde später drang der ohrenbetäubende Lärm eines Schusses durch die Villa Giralda in Estoril, wo die royale Familie residierte. Don Juan sei in das Zimmer geeilt, in dem Juan Carlos mit seinem 14-jährigen Bruder Alfonso spielte, und habe Letzteren mit einer Schusswunde im Kopf vorgefunden. Die Waffe soll Juan Carlos aus der Akademie mitgebracht haben. "Während der Infant Don Alfonso de Borbón mit seinem Bruder einen Revolver reinigte, ging die Pistole los und traf ihn in die Stirnregion, woraufhin er wenige Minuten später starb. Der Unfall ereignete sich um 20.30 Uhr nach der Rückkehr vom Gründonnerstagsgottesdienst, wo er die Heilige Kommunion empfangen hatte", lautete die damalige Pressemitteilung.

Neue Details der Tragödie bekannt

Der schreckliche Vorfall belastete die Königsfamilie jahrzehntelang. Auch ein enger Jugendfreund von Juan Carlos, Antonio Eraso, der sich während des Unfalls ebenfalls in der Villa Giralda befand, hat der Tod von Alfonso geprägt. In der letzten Episode der dreiteiligen HBO-Dokumentation "Salvar al Rey" (dt. "Den König retten") – die vordergründig davon handelt, wie der Staatsapparat jahrelang versucht hat, die Skandale des Ex-Regenten zu vertuschen – spricht Eraso über das Osterfest vor 66 Jahren, das zum Albtraum wurde,

"Ich war dabei, als es passierte, aber in einem anderen Zimmer. Wir rannten alle los, als wir den Schuss hörten", erinnert er sich. Vor allem Don Juan soll geschockt und außer sich gewesen sein, als er seinen 14-jährigen Sohn, der auf der Stelle tot gewesen sein soll, am Boden liegend sah. "Der Vater des Jungen, Don Juan, verlangte von Juan Carlos zu schwören, dass er es nicht mit Absicht getan hatte. Das war nicht leicht für einen [...] 18-jährigen Jungen", berichtet er weiter.

Nach dem Ereignis seien weder eine polizeiliche Untersuchung eingeleitet noch eine Autopsie durchgeführt worden – alles auf Anordnung von Don Juan. Auch in den Zeitungen wurde damals das Wichtigste über den Vorfall verschwiegen: Dass es Juan Carlos war, der den Tod seines Bruders verursachte. Es gab zwar Gerüchte, aber erst mehrere Jahre, nachdem Juan Carlos 1975 König von Spanien geworden war, wurde dies der Öffentlichkeit bestätigt.

Verwendete Quellen: teda-dk, "Salvar al Rey"

sti Gala

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