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  • Archiv für Januar, 2009

    Der Fall (der) Anna Wintour

    Spricht man in diesen Tagen mit Kollegen aus der Modebranche, kommt man irgendwann zur Frage: “Wann wird sie denn nun gefeuert?” Seit Wochen kursieren die Gerüchte, dass Anna Wintour bald ihren Job als Chefredakteurin der amerikanischen Vogue verlieren wird. Eine Kollegin will von einer “super Quelle” gehört haben, dass es Ende Januar soweit ist. Nun, dann muss es also heute passieren. Wird es aber nicht. Dennoch kann man davon ausgehen, dass Wintour in den nächsten Wochen ihren Abschied bekannt geben wird. 

    Die Demontage begann allerdings schon im März vergangenen Jahres. Gala hatte damals bereits darüber berichtet, dass sich Designer wie Cavalli oder Armani kritisch gegenüber Anna äußern und Carine Roitfeld  - Chefredakteurin der Vogue Paris und heiße Nachfolge-Kandidatin - wurde im New York Magazine zitiert, sie wolle nicht so “eine Marionette” werden wie Anna. Spätestens jetzt muss Wintour klar gewesen sein: Wenn schon jemand aus dem eigenen Verlag ein kritisches Interview geben darf und mein Arbeitgeber das akzeptiert, sieht es nicht gut aus. Andere treten nun freiwillig zurück. Und was macht Wintour? Sie kämpft, macht ihre Arbeit und zeigt, wie gut sie darin ist. Das hat Klasse. Genauso wie es Klasse hatte, dass sie zur Premiere von “Der Teufel trägt Prada” in Prada erschien.

    Mag sein, dass Wintour eine anstrengende Chefin ist. Man sagt, sie herrsche über das Heft. Sie lässt sich jedes Produkt, das ins Heft kommen soll, vorher zeigen. “Kreativität ist eben nicht demokratisch”, wie Karl Lagerfeld richtig sagt. Sie fordert von ihren Mitarbeitern, den “Voguettes”, dass sie anständig gekleidet zur Arbeit kommen. Na und? Mode ist kein Kindergeburtstag, sondern eine Industrie. Viele vergessen das und sehen die Branche als Spaßbad an. Profis wie Wintour stellen Anforderungen, die in jeder anderen Branche, akzeptiert werden. Oder geht eine Bankerin in Ugg-Boots ins Büro?

    Fest steht: Niemand hat so viel für die Branche getan wie Anna Wintour. John Galliano verdankt ihr (fast) alles. Als er als junger Designer kein Geld hatte, gab Wintour ein Dinner für John mit potentiellen Geldgebern. Als ein italienischer Designer drohte, Anzeigen zu stornieren, weil er mehr Veröffentlichungen haben wollte, gaben alle Magazine nach - nur Wintour nicht. Okay, Wintour hat Bodyguards. Das ist vielleicht übertrieben. Andererseits: Wer lässt sich gerne von militanten Pelzgegnern Torten ins Gesicht werfen? Wintour hat angeblich einen eigenen Aufzug im Verlag? Mich nerven Apfel essende Menschen im Lift auch. Verständlich also. Wintour kommt zu spät zu Fashion Shows? Stimmt nicht.Meistens ist sie die Erste. Und wenn sie zu spät kommt, stand sie im Stau, weil man in Mailand und Paris von Termin zu Termin hetzt. 

    Alles also nur halb so schlimm. Wahre Größe aber, so sagt man, zeigt sich in der Krise. Und die hat sie bewiesen. Wintour kommentierte keines der Gerüchte, sondern ließ sich für den Spielfilm “September Issue” einfach bei der Arbeit begleiten. Sie drehte also ein  reales “Teufel trägt Prada” Pendant. Und sie macht einfach das, was sie am besten kann: arbeiten wie ein Profi. “Die Februar-Ausgabe der US-Vogue” ist eine Ohrfeige ins Gesicht von uns allen”, urteilt eine Chefredakteurin über Annas neues, vielleicht letztes Heft. Eine Kombination aus Luxus und Kommerz, aus Wegweisendem und Normalen. Ja, Mode ist Spaß. Aber, auch wahr, Mode ist vor allem ein Business. Niemand weiß das besser als sie. Und genau deshalb nahm ich Anna gestern mit zum Kindergeburtstag, ach nein, zur Michalsky-Show….

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    31.
    Jan

    Ein historischer Ort

    Da ich nicht glaube, dass die wahnsinnig aufgeregten Fashion Victims im Zelt der Berliner Fashion Week  das Schild beachten, das am Eingang zum Laufsteg hängt, schreibe ich das Zitat hier einmal auf:

    “Das war ein Vorspiel. Nur, dort wo man Bücher
    verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” 

    (Heinrich Heine)

    Denn dort, wo heute Models Kollektionen zeigen, verbrannten 1933 die Nazis Bücher.

    31.
    Jan

    Berlin Fashion Week

    Da es in Berlin den meisten ohnehin nicht um die Mode, sondern die Party geht, spare ich mir jetzt vorerst die Modeberichterstattung und halte mich an den Gossip. Hier die Fakten - direkt vom Laufsteg

    - Einer Kollegin aus München wurde der Nerzmantel geklaut.

    - Wowi kam heute gaaaaanz lässig mit einem, komplett mit  ”Dolce e Gabbana” Schriftzug bedrucktem Schal zu den Schauen. Dummerweise hatte er sich diesen nicht lässig umgebunden, sondern aufs Hemd drapiert als sei er ein Priester. Tja, verehrter Herr Bürgermeister, nur in der ersten Reihe zu sitzen macht aus niemanden einen Stylo.

    - “Noooora” rief am Eingang der Michalsky-Party Frau Jenny Elvers-Elbertshagen. Doch die, an der Menge vorbei rauschende, großartige Nora (Pr-Chefin von Michalsky) hörte die Rufe nicht, so dass Frau E. mit uns allen auf Einlass warten musste.

    Fortsetzung folgt. (Ich habe nur einmal Udo Walz bisher gesehen! Was ist da denn los?)

    31.
    Jan

    Shopping-Tipp

    Auf der Top Five List meiner Lieblings-Labels steht eine  Marke immer ganz oben: Drykorn. Coole lässige Looks für Männer - aber auch die Frauenkollektion ist toll. Umso mehr freue ich mich für die Macher, dass der, im vergangenen Jahr eröffnete, Shop in Berlins Neue Schönhauser Strasse so erfolgreich ist, dass heute nun genau gegenüber ein weiterer Store (Hausnummer 14) eröffnet wurde. Künftig gibt’s im einen nur die Jungs-Sachen und im anderen die Frauen-Outfits. Beim Opening habe ich auch gleich etwas gefunden: ein Wildleder-Blouson mit Schulterklappen.dry_0019-1

    31.
    Jan

    Det is Berlin

    “Ach, hier ist der Fashionkrieg!”

    Berliner Taxifahrer als wir am Zelt der Fashion Week vorbei fuhren.

    29.
    Jan

    Heizung zum Anziehen

    Dass ich selbst in diesen Tagen ohne Murren auch bei Minus-Graden gerne vor die Türe gehe, verdankt mein Hund Olaf dieser Arktis-Jacke von Napapijri. Die Kapuze (mit Fake-Pelz liebe Freunde der Peta) ist so groß, dass man zwar nichts mehr sieht (aber der Hund kennt ja den Weg), man ist dafür jedoch herrlich geschützt ist. Das einzige Problem ist: Sie hat keinen Reißverschluß. Ich muss sie also überstülpen, was in Restaurants a) sehr viel Platz in Anspruch nimmt und b) bescheuert aussieht. Aber, hey, solange die Erderwärmung immer noch nicht so sehr zuschlägt, dass wir auf Frost verzichten, ist mir das ziemlich egal.arcticproject

    29.
    Jan

    Irgendwie kam mir das bekannt vor…

    Schön, dass in der Modewelt “Wiederverwertung” eine große Rolle spielt.

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    Chanel-Show, Grand Palais, Juli 08

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    Boss Show,Berlin, Januar 09

    29.
    Jan

    Tropenhausmode

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    “Da hat der Boss aber ne jute Location jefunden”, sagt mir der Taxifahrer als wir am Berliner Tropenhaus in Dahlem die mit Kerzen geschmückte Straße zum roten Teppich hochfahren. “Der Boss” ist zwar kein Typ, sondern eine Weltmarke. Aber mit der Auswahl der Location hat der Mann natürlich recht. Ein XXL-Glashaus als Ort einer Modenschau. Großartig. Und perfekt als Start für die Mercedes Benz Fashion Week Berlin. Bis Samstagabend zeigen die Marken ihre Kollektionen für den kommenden Winter. Und der ist - geht es nach Boss Black - grau, weiß, nachtblau und schwarz. Ob sich daran allerdings die vielen (prominenten) Gäste noch erinnern? Es gibt nämlich einen großen Unterschied zu den Schauen in Mailand, Paris und New York. Die Berliner interessieren sich - irgendwie - zwar auch für die Kollektionen. Aber eigentlich plaudern sie bei einer Show lieber mit ihrem Sitznachbarn oder gehen “schon mal vor” um sich ein “Gläschen Champi” oder ein paar edle Schnittchen zu organisieren. In den - sagen wir - größeren Modemetropolen steht dagegen die Mode eher im Vordergrund. In Berlin die so genannten Stars. Kai Pflaume war beispielsweise gestern da und Udo Walz. Aber auch echte Celebs wie David Coulthart, Mila Jovovich… Und natürlich der Herr Bürgermeister. Wowi freut sich, glaube ich, immer am meisten, dass es die Fashion Week gibt. Er strahlt in der  ersten Reihe und klatscht immer so putzig beim Schlussapplaus im Takt als sei es der Narhalla-Marsch. Diesmal soll er den weiblichen Models längst nicht so lange intensiv zugesehen haben wie den Männer-Models. Heißt es.

    29.
    Jan

    Jetzt geht’s los

    Nun geht’s also los. Der erste Tag des Modeblogs bei Gala.de. Und da fange ich doch gleich mal mit einer Interna aus der Redaktion an. Denn die ist quasi der Grund, warum es diesen Blog überhaupt gibt. Jeden Morgen schauen wir uns in der Konferenz Fotos von Prominenten an. Wenn also Angelina Jolie einige Stunden vorher WIndeln gekauft hat und zufällig ein Fotograf in der Nähe war (also immer), sehen wir die Aufnahmen. Und während die Kollegen dann Geschichten diskutieren wie “Star XY ist aber echt dünn geworden!” oder “Sieht irgendwie gestresst aus, die Gute!” denke ich während diesen Gesprächen immer “Süßes Kleid!” oder “Ach das sind ja tolle Schuhe!” oder “Wo hat Hugh Jackman denn diesen coolen Schal her? Den bräuchte ich eigentlich auch!” Da ich aber diese weltbewegenden Dinge nicht gerne für mich behalte, gibt’s jetzt diesen Blog als Sprachrohr. Hier plaudere ich aus, was ich bei den Modewochen so alles erlebe (sehr viel…), welcher Star welche Tasche trägt und warum man sich nun unbedingt und ganz schnell ein Paar Schuhe von Alaia (wie die charmante Mode-Kollegin aus Düsseldorf) kaufen sollte. All das findet man nun hier. Und wenn ich gleich meinen ersten Espresso getrunken habe, lege ich auch gleich mit den Events rund um die Berliner Modewoche los. Denn die begann gestern Abend mit der Show von Boss Black… Aber erst einen Kaffee und ne Zigarette - im Nichtraucherzimmer des Hotels am offenen Fenster mit Blick auf die CDU-Parteizentrale. Nicht leicht so ein Leben…

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    23.
    Jan