König Jigme, Königin Jetsun
© Reuters König Jigme, Königin Jetsun

König Jigme + Königin Jetsun Gestatten, wir sind die Neuen

König Jigme und Königin Jetsun regieren Bhutan, ein kleines Land in Asien - doch sie haben das Zeug zu großen Stars. Das zeigte schon ihre prachtvolle Hochzeit

Wieder eine "Royal Wedding"

- doch diesmal ist alles anders! Die Farben explodieren, die Exotik fasziniert, die Braut strahlt eine erhabene Schönheit aus. Und die Geschichte des Paars, das zuvor in der westlichen Welt nahezu unbekannt war, ist märchenhaft.

Bhutan, der kleine asiatische Staat zwischen China und Indien, Kulisse für einen Stoff, von dem Hollywood träumt ... Könnte eine große Liebe schöner beginnen, als dass ein junger Mann von 17 Jahren der zehn Jahre jüngeren Tochter von Bekannten verspricht, sich um sie zu kümmern, "wenn du denn erwachsen bist und niemanden gefunden hast". Hat sie wohl tatsächlich nicht, und so gaben sich 14 Jahre nach dem Versprechen Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, 31, inzwischen König von Bhutan, und Jetsun Pema, 21, bürgerliche Tochter eines Piloten, vergangene Woche in einer buddhistischen Zeremonie das Jawort. Die Braut war, das sah man ihr deutlich an, nicht weniger aufgeregt als vor ihr schon Kate, Charlène oder Victoria. Mit 100 rot gewandeten Mönchen und Fahnenträgern hielt sie in einer Prozession Einzug ins Kloster von Punakha, einer Bergfestung aus dem 17. Jahrhundert, wo ihr Bräutigam schon auf sie wartete. Darin ein palastartiges Ambiente. Zwei goldene Throne, dicke Teppiche, geschmückte Elefanten, an den Wänden farbenprächtige Malereien.

East meets West: Königin Jetsun kombinierte zu ihrer kunstvoll bestickten Tracht Pumps mit hohem Blockabsatz und eine große doppelreihige Kette. Für die Bhutaner ist das Tragen der Tracht tagsüber verbindlich.
© Getty ImagesEast meets West: Königin Jetsun kombinierte zu ihrer kunstvoll bestickten Tracht Pumps mit hohem Blockabsatz und eine große doppelreihige Kette. Für die Bhutaner ist das Tragen der Tracht tagsüber verbindlich.

Das Paar trug zur kunstvoll gewickelten Nationaltracht aus feinster Seide bunte Schals, deren Farben für die fünf Elemente stehen. Um 8.20 Uhr - Astrologen hatten diesen Zeitpunkt als glücksbringend berechnet - sprechen die Mönche ein Gebet, anschließend reicht die Braut ihrem Mann die "Goldene Bumpa", einen Krug mit einem Nektar, der ewiges Leben verspricht. Dann verbeugt sie sich dreimal vor ihrem Mann, der ihr nun eine Krone aus Seidenbrokat aufsetzt. Buddhistische Rituale, die dem Königspaar vertraut sind. Und doch muss die Trauung, zu der Tausende der Untertanen zu Fuß durchs Land gepilgert sind, selbst ihnen ein wenig unwirklich vorkommen. Denn sie kennen auch eine ganz andere Welt. Eine moderne, in der man sich kaum vorstellen kann, dass es in Bhutan weder Autobahnen gibt noch Ampeln( zu hässlich), oder dass der damalige König erst 1999 das TV, wenig später das Internet und 2003 dann den Aufbau eines Handynetzes erlaubte.

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