Jogi Löw
© Action Press Jogi Löw

Jogi Löw Der geborene Sieger

Ganz Deutschland fiebert mit Jogi Löw und seinen Jungs. "Gala" erklärt, was diesen Mann so einzigartig macht

Es kann durchaus sein,

dass seine Frau bald noch mehr zu tun hat, viel mehr. Daniela Löw fängt nämlich die Liebesbriefe ab, die ihrem Mann Joachim "Jogi" Löw, 52, geschickt werden. Und weil der seine Jungs gerade so herrlich erfolgreich durch die Fußball-Europameisterschaft führt, dabei so manches Tor am Spielfeldrand betanzt und auch noch sympathisch ist und gut aussieht, wächst seine Fangemeinde täglich. Höchste Zeit also, vor dem Viertelfinale am Freitag gegen Griechenland mal genauer zu erforschen, wer und was den Nationaltrainer so erfolgreich macht. "Gala" nennt Jogis elf Erfolgsgeheimnisse:

Löw ist ehrgeizig, immer perfekt vorbereitet - und erwartet das auch vom Team.
© ReutersLöw ist ehrgeizig, immer perfekt vorbereitet - und erwartet das auch vom Team.

Nr. 1
Er ist Meister der Motivation

"Du bist genau der richtige Mann! Auf dich kommt es an, ganz egal, was Medien oder Fans auch schreiben und sagen mögen!" Das ist das Gefühl, das Löw jedem einzelnen Spieler gibt, meint Edgar Itt, Motivationstrainer und Mentalcoach der deutschen Leichtathletik-Olympiaauswahl für London 2012. Löw verpasse Gomez & Co. in Einzelgesprächen eine Extraportion Selbstbewusstsein und gebe jedem einzelnen Spieler das Gefühl von Sicherheit. "Die Spieler können sich felsenfest auf ihn und seine Unterstützung verlassen." Löw habe zudem erkannt, wie man es schafft, dass Menschen über sich selbst hinauswachsen und Höchstleistungen abliefern. "Er emotionalisiert, inspiriert und sensibilisiert. Genau die richtige Strategie, denn die größte Motivation wächst immer aus einem selbst!", sagt Itt. Nr. 2
Der Mann hat Visionen

Hat er eine wichtige Entscheidung getroffen, drückt Jogi Löw danach den Reset-Knopf und lässt sich von nichts und niemandem mehr beeinflussen. Bevorzugt macht er genau das Gegenteil von dem, was Konsens ist. Und er hat den Mut, aus seiner Erfahrung heraus ungewöhnliche, manchmal auch risikoreiche Entscheidungen zu treffen. Ganz nach amerikanischem Vorbild. "Man muss vor dem Turnier einen Plan haben, von dem man zu 100 Prozent überzeugt ist. Und davon darf man sich trotz Rückschlägen nicht abbringen lassen", erklärt Löw im "Gala"-Interview sein Vorgehen.

Nr. 3
Keiner führt so stark wie er

Er besitzt diese natürliche Autorität, die in keinem Führungsseminar der Welt zu erlernen ist. Seine Spieler haben Respekt vor ihm, bis auf Podolski siezen ihn alle. Im Gegensatz zu Vorgänger Jürgen Klinsmann, bei dem häufig Ratlosigkeit herrschte, schafft Löw es, Orientierung zu geben und klare Ziele zu formulieren. "Er sieht immer so locker aus. Dabei ist er zu 100 Prozent vorbereitet", sagte ein langjähriger Begleiter zu "Gala". Für jeden Spieler gebe es ein Anforderungsprofil. Und er kann auch mal richtig auf den Tisch hauen. Dabei lautet der Grundsatz: Intern darf kritisiert werden, nach außen bildet das Team eine Einheit und setzt auf bedingungslose Loyalität. Ein enger Vertrauter aus seinem Team erklärte "Gala" gegenüber: "Jogi Löw ist so besonders, weil er alle gleich behandelt. Egal wen, vom Zeugwart bis zum Manager - er gibt jedem das Gefühl, wichtig zu sein. Er lebt den Teamspirit wirklich vor, sorgt stets dafür, dass das Team nicht auseinandergerissen wird, lässt immer alle mitreisen." Nr. 4
Er hat viele Joker im Ärmel

Joachim Löws größtes Plus ist seine Menschenkenntnis - immer wieder gelingt es ihm, Spieler mit Persönlichkeit zu finden, die für die Nationalmannschaft in kürzester Zeit sehr wertvoll werden. Dabei setzt er auf die Mischung aus Routiniers und Newcomern. Junge Spieler wie Lars Bender, Marco Reus oder André Schürrle passen perfekt in Jogis Beuteschema.

Nr. 5
Seine Kraftquelle

Jogi Löw steht für Bodenständigkeit - was zunächst langweilig klingt, verleiht ihm bisweilen fast überirdische Kräfte. Denn nur weil er geerdet ist, schafft er es, trotz Erfolg, Ruhm und Millionen nicht abzuheben, sondern sich klar auf seine Aufgaben zu fokussieren. Nach Stationen etwa in der Türkei und in Österreich lebt er jetzt wieder ganz in der Nähe seines Geburtsortes Schönau bei Freiburg, wo er als Sohn eines Ofenbauers mit drei Brüdern aufwuchs. Hier kauft er auf dem Wochenmarkt ein, geht am Wochenende überraschend zu Spielen des SC Freiburg ins Stadion oder besucht Bruder Peter in dessen "Pit-Stop", dem Vereinslokal des FC Schönau. Als "Oase der Ruhe" bezeichnet Löw sein Privathaus, wo er auf dem Sofa lesend auftankt.

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