Usain Bolt
© Reuters Usain Bolt

Usain Bolt "Ich bin eben ein sehr entspannter Mensch"

Bei den Olympischen Spielen in London wurde Usain Bolt vom Publikum gefeiert - als dreifacher Gold-Gewinner und als Entertainer. "Gala" wollte wissen, wie der schnellste Mann der Welt tickt

Vorweihnachtszeit in Kingston, Jamaika:

30 Grad, viel Sonne. Usain Bolt, 26, neben Reggae-Legende Bob Marley der größte Held des karibischen Inselstaats, will über die Feiertage zur Familie. Vorher aber lässt der Ausnahmesportler - exklusiv für "Gala" - sein Olympia-Jahr Revue passieren und berichtet von seinen Plänen. Ganz in Ruhe. Der blitzschnelle 1,96-Meter-Mann kann nämlich auch still sitzen, obwohl seine Mutter sagt: "Er rannte schon, als ich mit ihm schwanger war."

Usain, was war Ihr schönster Moment bei den Spielen in London?

Als ich nach den 100 Metern auch noch die 200 gewonnen hatte und mir klar wurde: Wow, jetzt habe ich meine Olympia-Siege von Peking wiederholt!

Sehen Sie sich die Goldmedaillen oft an?

Eigentlich nicht mehr so oft.

Und wo bewahren Sie die auf?

Alle meine Medaillen sind im Banksafe. Ich hole sie nur raus, wenn ich sie bei irgendeinem Event zeigen soll.

Wie feiern Sie das Ende dieses für Sie so großen Jahres?

Ich verbringe den Jahreswechsel in meinem Heimatort, oben an der Küste. Mit der Familie und mit guten Freunden.

Es heißt, niemand habe Sie mehr inspiriert als Ihre Eltern Jennifer und Wellesley. Wie nah stehen Sie sich heute?

Wir fühlen uns sehr verbunden. Meine Eltern leben ja auf dem Land und ich in der Hauptstadt, aber es gibt kaum einen Tag, an dem wir nicht miteinander reden. Und so oft ich kann, besuche ich sie.

Die große Usain-Show: Nach seinen überlegenen Siegen macht er den "Bogenschützen". In London hatte er dazu dreimal Gelegenheit, Bolt gewann über 100 Meter (9,63 Sekunden) sowie 200 Meter (19,32 Sekunden) und mit der Sprintstaffel.
© ReutersDie große Usain-Show: Nach seinen überlegenen Siegen macht er den "Bogenschützen". In London hatte er dazu dreimal Gelegenheit, Bolt gewann über 100 Meter (9,63 Sekunden) sowie 200 Meter (19,32 Sekunden) und mit der Sprintstaffel.

Schicken Sie zum Jahreswechsel auch Grüße an Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, den langjährigen Teamarzt von Bayern München? Sie nennen ihn "the best doc in the world" ...

Ich rufe ihn sowieso von Zeit zu Zeit an. Ihn oder seine Assistentin Imke. Und ich sehe ihn meistens, wenn ich in Deutschland die Routine-Check-ups machen lasse.

Kennen Sie denn auch Bundesligaspieler persönlich?

Klar, von den Bayern kenne ich viele! Mit Basti Schweinsteiger hänge ich gern ab, wenn ich in München bin.

Im Juni 2013 wollen Sie bei einem Charity-Fußballspiel kicken, für Manchester United, gegen Real Madrid ...

... na ja, ob ich es wirklich mache, bespreche ich noch mit meinem Trainer.

Wäre Fußballprofi denn eine berufliche Alternative?

Wenn ich meine Leichtathletik-Laufbahn beendet habe, würde ich gern Fußball spielen. Auf möglichst hohem Niveau.

Jamaikanisch-bayerische Freundschaft: Usain Bolt mit Fußballstar Bastian Schweinsteiger. Bolt hat enge Bindungen zu Bayern München, lässt sich dort in der medizinischen Abteilung oft durchchecken.
© Picture AllianceJamaikanisch-bayerische Freundschaft: Usain Bolt mit Fußballstar Bastian Schweinsteiger. Bolt hat enge Bindungen zu Bayern München, lässt sich dort in der medizinischen Abteilung oft durchchecken.

Sie hatten dieses Jahr in Jamaika einen berühmten Gast aus Europa, Prinz Harry.

Ja, ein echt netter Typ! Er hat gern Spaß.

Bei einem kleinen Showrennen haben Sie ihn gewinnen lassen. Haben Sie denn nachher zusammen gefeiert?

Leider nicht, er hatte noch Termine.

Abgesehen vom Sport: Womit beschäftigen Sie sich so?

Ich liebe Videospiele, zurzeit vor allem "Call of Duty". Wenn ich Freunde nach Hause einlade, spielen wir aber meistens Domino.

Nur wenige Sportler haben ein Markenzeichen. Wie kamen Sie auf Ihren "Bogenschützen"?

Es gibt so eine ähnliche Pose im Reggae, genauer gesagt im Dance hall. Da heißt sie "To Di World". Ich habe ihr aber meinen ganz persönlichen Spin gegeben. Zum ersten Mal habe ich das in Peking gemacht, und dem Publikum hat es sofort gefallen.

Nach Ihrem Erfolg in London haben Sie sich selbst zur "lebenden Legende" erklärt. Gibt es auch noch andere Legenden, die Sie bewundern?

Viele! Ganz oben steht Bob Marley, aber gleich dahinter Muhammad Ali. Und Sir Alex Ferguson, der Trainer von Manchester United. Was der alles erreicht hat!

Kennen Sie überhaupt so was wie Selbstzweifel?

Ich trainiere hart, und daher habe ich volles Vertrauen in mich. Selbstzweifel kommen mir höchstens, wenn ich nicht in Form bin. Das komplette Interview finden Sie in der aktuellen Gala. Sie ist ab Donnerstag, 20. Dezember, am Kiosk erhältlich. Sabine Kobes

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