Maite Kelly: Maite Kelly posiert mit ihrem Ehemann Florent Raimond bei der Präsentation ihrer eigenen Modekollektion.
© Gala.de Maite Kelly posiert mit ihrem Ehemann Florent Raimond bei der Präsentation ihrer eigenen Modekollektion.

Maite Kelly "Der Umweg war der richtige"

Wenn Carsten Spengemann die Paparazzi fotografiert, Jimi Blue Ochsenknecht hinterm DJ-Pult steht und Peyman Amin nicht "Germany's Next Topmodel" guckt – dann ist Promi-Party in Hamburg. Maite Kelly stellte ihre Kollektion für einen Versandhandel vor

Lorielle London sucht vor Aufregung zitternd ihren Platz in der ersten Reihe der Modenschau "Maite loves bonprix". Die schrille Transsexuelle kommt zu spät, findet ihn aber in der ersten Reihe neben Rolf(e) Scheider, der ihr zur Beruhigung erst mal die Hand hält. Gemeinsam mit Olivia Jones, Natascha Ochsenknecht und Peyman Amin schauen sie sich die Vorstellung der Große-Größen-Kollektion von Maite Kelly an. Die Neu-Designerin hat sich bei Kleidchen, Hosen und Tops für frische Farben und großzügige Schnitte entschieden.

"Mode ist ja etwas sehr Exklusives und ich freue mich, dass jemand wie Maite eine Kollektion gemacht hat", sagt Peyman Amin noch vor der Modenschau in Hamburg. Sonst hat der Modelagent und Ex-"Germany's Next Topmodel"-Juror eher mit Models in kleineren Größen zu tun. An diesem Donnerstag (18. April) schaut er sich die vollschlankeren Varianten an, auch wenn zur gleichen Zeit "GNTM" im Fernsehen läuft. Groll, dass er nicht mehr dabei ist, empfindet er offenbar nicht mehr. "Wenn ich mal zu Hause bin, gucke ich's mir auch an." Oft sei das nicht, schließlich ist Amin mittlerweile auch als DJ unterwegs.

Der Modebranche völlig treu geblieben ist sein Ex-"GNTM"-Kollege, Castingdirektor Rolf Scheider - und wie sich an diesem Abend herausstellt, auch modischer Entdecker von Maite Kelly. Im Interview mit Gala.de sprach die Sängerin über Hot Pants, die Schwierigkeiten als "kleine Füllige" der "Kelly Family" ein Soloalbum zu veröffentlichen und was sie bei der Hochzeit ihres Bruders Paddy anhatte.

Wie sind Sie zur Designerin geworden?

Wenn du Schwierigkeiten hast, Kleidung in der richtigen Passform zu finden, dann lernst du schnell, was funktioniert und was nicht. Es hört sich verrückt an, aber auch bei den Kellys waren die ganzen Blusen schon in Paris gemacht. Und auch das Leder, das wir anhatten, war hochwertig. Wir haben das alles vielleicht etwas extrem kombiniert, aber was wir anhatten, waren Naturprodukte und Handarbeit. Meinem Vater war das wichtig. Egal wie arm wir waren, wir hatten immer hundert Prozent Schurwolle und Seide. Ich habe außerdem ein halbes Jahr Praktikum bei einer Designerin in Köln gemacht. Ich selbst würde mich jetzt aber nicht Designerin nennen, aber ich weiß, was man im Alltag anziehen kann. Und die Zusammenarbeit mit Bonprix kam zustande, weil sich meine Figur veränderte, als ich Mutter wurde und mein Mann sagte, ich solle doch Bonprix kontaktieren. Zur gleichen Zeit hat Rolfe zu Bonprix gesagt: "Ihr müsst euch die Maite mal angucken, die ist der Knaller".

Worauf legen Sie bei Ihrer eigenen Kollektion besonderen Wert?

Dass sie schön, weiblich, aber auch tragbar ist. Natürlich brauchen wir Haute-Couture-Designer, um Pionierarbeit zu leisten und ich als Künstlerin und Frau sehe mich als Brücke. Gerade die Bonprix-Kundin ist ja etwas schüchterner. Sie ist nicht voll auf die Zwölf. Und sie muss sich in den Klamotten wohlfühlen können. Mir war es wichtig, dass die Kleidung mit der Realität vereinbar ist, mit Kindern und dem Bürojob.

Was würden Sie niemals anziehen?

Hot Pants. (lacht)

Schon mal angehabt?

Nein, man muss nicht das tun, was von vornherein nicht funktioniert. Es gibt Frauen, die sind petite, die können sowas anziehen.

Was hatten Sie auf der Hochzeit Ihres Bruders Paddy vergangenes Wochenende an?

(zögert vor der Antwort) Über die Hochzeit will ich nichts ausplaudern. Aber ich hatte meinen Escada-Mantel, den ich vor vier Jahren gekauft habe an. Den ziehe ich zu allen Zeremonien an, zu Taufen, Hochzeiten. Das war eine schwierige Investition, die sich aber ausgezahlt hat. Ich bin ja keine Luxusmaus. Darunter hatte ich ein Bon-Prix-Kleid.

Maite Kelly: Sarah Kern designt auch Mode für große Größen und guckt sich die Modenschau mit ihrem persönlichen Assistenten Vico Mulsow an. Der stand bis vor kurzem übrigens noch bei Harald Glööckler in Lohn und Brot.
© Picture AllianceSarah Kern designt auch Mode für große Größen und guckt sich die Modenschau mit ihrem persönlichen Assistenten Vico Mulsow an. Der stand bis vor kurzem übrigens noch bei Harald Glööckler in Lohn und Brot.

Seit Sie im vergangenen Jahr in der Jury von "Let's Dance" gesessen haben, waren Sie eigentlich aus der Öffentlichkeit verschwunden. Werden wir jetzt wieder mehr von Maite Kelly sehen?

Es ist schon mal gut, wenn Leute sagen: "Maite, können wir dich wieder öfter sehen?" Ich bin hauptberuflich Musikerin und hatte im Dezember eine Tour, aber ich bin selten auf Partys. Ich finde, das ist auch nicht die Hauptsache, sondern ich arbeite gern und möchte dafür Aufmerksamkeit bekommen. Bei mir gibt es immer einen Plan A und einen Plan B. A ist das Handwerk und B ist das Schischi, das dazugehört, damit der A-Plan weiter funktioniert. Ohne Inhalt möchte meinen Beruf nicht ausleben.

Im März ist Ihr Album "Wie ich bin" erschienen ...

Ja, darauf habe ich zum ersten Mal alle Lieder auf Deutsch getextet. Eigentlich hatte ich die Idee dafür schon vor sechs Jahren. Ich habe lange Zeit versucht, Plattenfirmen von diesem Projekt zu überzeugen. Das Album vorher war Retropop und wie eine Abschlussarbeit. Nach dem ganzen Musical wollte ich wieder zurück zum Songschreiben.

Auch wenn man Maite Kelly heißt, ist es immer noch schwierig Plattenfirmen zu überzeugen?

Vor meinen Engagement beim Musical "Hairspray" war das anders. Eine von den Kellys und dann auch noch die kleine Füllige. Das war schon schwierig, weil keiner damit gerechnet hätte, dass ich mich so entwickele. Jetzt ist es anders, aber vor sechs Jahren … Deshalb bin ich den ganzen Musicalweg gegangen, mein Weg bestand aus Umwegen, um letztendlich das zu tun, was ich immer machen wollte. Aber der Umweg war der richtige. Durch das Musical bin ich ein ausgebildeter Bühnenmensch geworden. Manche Ideen brauchen halt Zeit.

Maite Kelly: Mit Hafenkulisse: Maite Kelly und Gala.de-Redakteurin Ines Weißbach haben es sich fürs Interview gemütlich gemacht.
© Gala.deMit Hafenkulisse: Maite Kelly und Gala.de-Redakteurin Ines Weißbach haben es sich fürs Interview gemütlich gemacht.

Wie kommt eigentlich Ihr Mann mit dem Trubel zurecht?

Der ist die Ruhe selbst. Der weiß ganz genau, dass das nicht unser Alltag ist, das ist ein paar Stunden so. Unser Alltag besteht aus normalen Dingen, wenn die Kinder morgens sagen: "Mama, abputzen" (lacht) Florent sagte auf dem roten Teppich zu mir: "Genieß das, die sind alle deinetwegen da."

Tanzen Sie noch?

Bis Dezember habe ich professionell bei meiner Show auf der Bühne getanzt. Ich tanze momentan sehr viel Afrikanisches, das hat auch meine Mode beeinflusst. Ich hatte eine Schulterverletzung und die afrikanischen Tänze arbeiten viel mit der Brustwirbelsäule und diese Bewegungen haben zur Heilung beigetragen. Bewegung ist das beste gegen jegliche Problemzonen (lacht).

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Maite Kelly: "Der Umweg war der richtige" | GALA.DE
Wenn Carsten Spengemann die Paparazzi fotografiert, Jimi Blue Ochsenknecht hinterm DJ-Pult steht und Peyman Amin nicht "Germany's Next Topmodel" guckt – dann ist Promi-Party in Hamburg. Maite Kelly stellte ihre Kollektion für einen Versandhandel vor
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2013-04-19T11:42:33+0200
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